Donnerstag, 28. Mai 2020
Dienstag, 4. Juni 2019

UMWELT

Flatterbändern retten das Leben von Kitzen

Das Mähen muss nicht tödlich enden.Foto: privat

Von Elke Lange

Jährlich fallen beim Mähen von Wiesen viele Rehkitze, aber auch Hasen und Bodenbrüter den teils riesigen landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen zum Opfer.

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Wildschütz/Kobershain. Die Tiere werden durch das Mähwerk der Maschinen zerstückelt, oder so schwer verletzt, dass sie jämmerlich zugrunde gehen. All diese Tierbabys flüchten nicht bei Gefahr, sie drücken sich flach auf den Boden und bewegen sich nicht mehr, in der Hoffnung, dass die Gefahr vorübergeht. Dieser Instinkt wird ihnen beim Mähen der Wiesen leider immer wieder zum Verhängnis.
In den vergangenen Jahren wurden durch die Jagdpächter der Reviere Kobershain und Wildschütz mit den dort ansässigen Bauern Absprachen getroffen, wann diese ihre Wiesen mähen wollen. Und es geht; ein einziger Anruf kann Leben retten. So auch in diesem Jahr, am 17. Mai wurde ein Großteil der Wiesen in Wildschütz gemäht. Einen Nachmittag zuvor wurden durch 6 Jäger Pfähle mit meterlangen „Flatterbändern“ aufgestellt und diese vor dem Mähen morgens gegen 6.00 Uhr wieder eingesammelt, um nochmals etwas Unruhe zu verbreiten. Dasselbe wurde am 20. Mai in Kobershain praktiziert. Wobei jeweils einen Tag nach diesen Aktionen gemäht wurde.

Sinn dieser Maßnahme ist es, die Ricken dazu zu bewegen, ihre Kitze aus dem nicht mehr „ganz geheuer“ wirkenden Umfeld der flatternden Bänder und des durch die Personen verbreitenden Duftes einfach mitzunehmen und wegzuschaffen von den Wiesen.
Und nun zum Ergebnis: Es hat geklappt. Jahre zuvor wurden immer wieder Mengen an fliegenden Greifvögeln beobachtet, wie diese nach dem Mähen auf den Wiesen landeten und tote bzw. verletzte Kitze einsammelten. Beim Herantreten wurden dann immer wieder Tiere gefunden, welche teilweise noch erlöst werden mussten.
Seit den Maßnahmen läuft es wesentlich besser. Im letzten und auch in diesem Jahr fiel kein Kitz dem Mähwerk der Bauern zum Opfer; Voraussetzung war natürlich ein einfacher Anruf beim Pächter.

Bei allen Bauern, die es auch dieses Jahr wieder ernst nahmen und den Griff zum Telefon tätigten, möchte ich mich herzlich bedanken, im Namen unserer Jäger, des Naturschutzes und natürlich in erster Linie der frisch gebackenen Ricken, welche nicht traurig suchend über Wiesen irren und tagelang ihre Babys suchen.
Elke Lange, Jagdpächterin der Reviere Kobershain und Wildschütz


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