Donnerstag, 21. November 2019
Freitag, 14. Juni 2019

TORGAU

Berliner Ehren für Elbestädter

Bettina Klein, Gabriele Beyler und Torsten Alf nahmen als Mitglieder des Vorstands die Ehrung entgegen.Foto: privat

von unserem Redakteur Christian Wendt

Berlin/Torgau. Die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau ist mit Karl-Wilhelm-Fricke-Preis ausgezeichnet worden.

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Der quaderförmige helle Stein fasst drei parallel angeordnete und gelochte Eisenplatten: Am Donnerstagabend ist die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau mit dem diesjährigen Karl-Wilhelm-Fricke-Preis ausgezeichnet worden. Mit jenem Preis würdigt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Persönlichkeiten, Projekte und Initiativen, die mit ihrer Arbeit das Bewusstsein für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage stärken.

Als Trägerverein der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau leistet die Initiativgruppe seit Mitte der 1990er Jahre einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung und Aufarbeitung der SED-Diktatur. Mit Einrichtung der Gedenkstätte im Jahr 1998 wurde ein wichtiger historischer Ort der DDR-Geschichte vor dem Vergessen bewahrt und steht heute als Synonym für das gesamte unmenschliche Strafsystem der DDR-Spezialheime, das etwa 135000 Kinder und Jugendliche durchlaufen mussten.

Im 30. Jahr der Friedlichen Revolution wurde die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau nun in der Berliner Kronenstraße für dieses Engagement mit dem Hauptpreis gewürdigt. Besonderer Dank galt dabei den Betroffen selbst, denn nur durch den Mut der Betroffenen, ihr Schweigen zu brechen und ihre persönlichen Schicksale öffentlich zu machen, sei eine Aufarbeitung überhaupt erst möglich gewesen“, betonte Gabriele Beyler, die Vorstandsvorsitzende der Initiativgruppe, in ihrer Dankesrede. Deswegen werde der Preis auch den Betroffenen gewidmet. Für Beyler ist der Fricke-Preis Motivation und Verpflichtung zugleich. Zu viele historische Orte der Heimerziehung seien inzwischen in Vergessenheit geraten. Für die Gedenkstätte bedeute dies, dass der Kampf gegen das Vergessen der Schicksale der ehemaligen DDR-Heimkinder weitergehen müsse.

Um die Aufklärungsarbeit auch an anderen Orten sicherstellen zu können, soll der mit 20000 Euro dotierte Hauptpreis für die Umsetzung der Idee eines „Mobilen Denkzeichens“ im öffentlichen Raum eingesetzt werden. Geplant ist ein See-Container, mit dem an zentralen Plätzen auf die repressive Heimerziehung der DDR aufmerksam gemacht werden soll, um historische Orte der Umerziehungsheime zu markieren. „Das Preisgeld reicht indes nicht aus, motiviert aber, die seit fünf Jahren andauernde Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten weiterzuführen“, sagte Beyler.

Die Laudatio hielt Marianne Birthler. Sie war von 2000 bis März 2011 die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Bereits 1992, als DDR-Heimerziehung noch kein Thema im SED-Aufarbeitungsprozess war, hat sie als damalige Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Bundeslands Brandenburg die erste wissenschaftliche Aufarbeitung über den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau gefördert.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Arbeit der Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau  gewürdigt und zugleich zur Auszeichnung mit dem Karl-Wilhelm-Fricke-Preis gratuliert. „Ich freue mich mit Ihnen über die verdiente große Ehre. Ihr Einsatz, ihr ideenreiches und leidenschaftliches Engagement ist ein ganz wichtiger Beitrag der Aufklärung und Auseinandersetzung mit unserer jüngeren Geschichte“, betonte Kretschmer. 

 


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