Dienstag, 16. Juli 2019
Freitag, 28. Juni 2019

NORDSACHSEN

Hundehalter werden ist nicht schwer, Hundehalter sein hingegen sehr

Einst noch wurde nach der Bissattacke eines Hundes der Ruf nach sogenannten "Rasselisten" laut, die bestimmte Hunderassen als besonders gefährlich einstuften. Mittlerweile ist der Ansatzpunkt ein anderer. PETA fordert - im Rahmen eines umfangreichen Heimtiergesetzes – dass Hundehalter vor dem Kauf eines Tieres den Hundeführerschein machen sollen.Foto: pixabay.com © freegr (CC0 Public Domain)

Die Beißattacke eines Hundes in Torgau rief im vergangenen Jahr die Tierschutzrechtsorganisation PETA auf den Plan, um der Forderung nach einem „Hundeführerschein“ noch einmal Nachdruck zu verleihen. Auch Vorfälle in Baden-Württemberg und Bayern dienten dazu, die Forderung der Tierschützer mit einer dringenden Notwendigkeit zu untermauern.

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Doch was war hier in der Region eigentlich passiert? Ein schwarzer Hund hat einen 41-Jährigen in den Po gebissen. Und – wie so häufig, wenn ein Vorfall dieser Art Wellen schlägt – geht es nicht darum, dem Tier in erster Linie die „Schuld“ zu geben, sondern darum die Erziehung zu hinterfragen. Was sich seither zum Sachkundenachweise für Hundehalter getan hat, verrät dieser Beitrag.

Der Hundeführerschein. Diese Idee steckt hinter der Forderung der Tierschützer

Der „Hundeführerschein“, wie der „Sachkundenachweis für Hundehalter“ werbewirksam in den Medien bezeichnet wird, soll – so PETA – ein Theoriekurs sein, der dem künftigen Hundehalter bereits im Vorfeld wichtiges Know-how rund ums Thema Erziehung, Haltung, Kommunikation und Bedürfnisse des Tieres vermittelt. Mit diesem theoretischen Know-how darf ein Hund gekauft werden. Mit Führerschein und Hund in Händen geht es dann in die Hundeschule, wo die praktische Umsetzung der Theorie erlernt werden muss.

Die Idee ist dabei weder neu, noch verhallt sie überall im Bundesland ungehört. In Niedersachsen ist der Sachkundenachweis seit 2013 Pflicht. In München soll seit 2014 der (einjährige) Erlass der Hundesteuer dazu animieren, den Hundeführerschein abzulegen, in Mannheim gibt es seit 2016 sogar einen zweijährigen Erlass der Hundesteuer, wenn der Hundeführerschein absolviert wird und auch in Berlin wird seit 2017 nachdrücklich auf die erforderliche Sachkunde hingewiesen.

Diese punktuelle Umsetzung der Idee eines Hundeführerscheins ist der Tierschutzorganisation allerdings keineswegs genug. Stattdessen wünscht sich PETA, dass der Hundeführerschein deutschlandweit zur Pflicht wird, was idealerweise ein Bestandteil des „Heimtiergesetzes“ werden sollte, das als Haltungsverordnung für alle Heimtiere gelten müsse.

Hintergrund: Das Heimtiergesetz könnte zur großen Tierschutzverordnung werden

Auch wenn ein Gesetz auf viele vor allem einschüchtern wirkt, soll das Heimtiergesetz in erster Linie dem Schutz der Tiere gelten – und ist nicht dazu angedacht, die Besitzer der Tiere zu reglementieren. Was sich die Tierschützer mit dem Heimtiergesetz wünschen, ist eine Haltungsverordnung für alle „Heimtiere“.

Die Idee, dass Hundebesitzer im Vorfeld einen Hundeführerschein machen müssen, bevor sie einen Hund bekommen, ist Teil des Heimtiergesetzes. Der Hundeführerschein soll zeigen, ob ein Mensch "hundetauglich" ist, sprich: Ob er die nötige Ruhe, Geduld und Gelassenheit mitbringt, um einen Hund zu erziehen und zu halten. Foto: pixabay.com © ToNic-Pics (CC0 Public Domain)

Im Fokus dabei steht die Einhaltung einer artgerechten Haltung – wie beispielsweise der Gruppenhaltung bei Vögel und Kaninchen – die Pflicht, freilaufende Tiere zu kastrieren, die Eindämmung von massiver Zucht sowie das Verbot von Qualzuchten. Auch das Verbot von Börsen und Ausstellungen sowie ein Verkaufsverbot im Zoohandel schwebt PETA vor.

Erziehung wird Pflicht, Haltung wird überprüft, Ernährung bleibt Sache des Besitzers

Im Grunde genommen können die Bemühungen, die PETA bereits seit geraumer Zeit anstrebt, auf diese zwei simplen Hauptfaktoren gebracht werden:

  1. Erziehung wird Pflicht. Bevor ein Hundehalter ein Hundehalter werden kann, muss er nachweisen, dass er dafür auch gemacht ist. Das bedeutet auch, dass er zeigen muss, dass er seinen Hund grundsätzlich artgerecht erziehen möchte – und auch die Fähigkeit hat, dies zu tun.
  2. Haltung wird überprüft. Der Wunsch nach einem Heimtiergesetz regelt hingegen weniger die Erziehung des Tieres, sondern vielmehr die Haltung von Hunden und allen Tieren, die als Haustiere gehalten werden.

Was hingegen einzig und allein Sache des Besitzers ist und bleibt, ist, wie der geliebte Vierbeiner zu ernähren ist. Dass es in puncto Hundeernährung längst nicht mehr darum geht, günstiges Hundefutter beim Discounter zu erwerben, um den Hund damit lediglich „zufriedenzustellen“, zeigt ein Blick auf die Diskussion der verschiedenen Hunde-Ernährungspläne, die von aktuellen Test-Ergebnissen der Stiftung Warentest erneut angeheizt wurde.

Die Hunde-Profis von Haustier-News kritisieren den Test der Stiftung Warentest. Günstig sind die Dosen vom Discounter vielleicht, aber sie sorgen auch vornehmlich für Hüftgold und keineswegs für einen gesunden Hundekörper. Foto: pixabay.com © monika1607 (CC0 Public Domain)

Die Aussage der Warentest in der Ausgabe 06/2019 lautet: „Ab 59 Cent am Tag rundum versorgt.“ Hinter dieser Äußerung verbergen sich die Testergebnisse von Alleinfutter in Dosen und Schalen. Bei Stiftung Warentest schnitten vor allem die Produkte von Edeka, Lidl, Aldi Süd, Netto und Penny mit der Testnote „sehr gut“ ab. Die Redaktion von Haustier-News äußerte sich hingegen kritisch zu eben diesem Produkt-Test der Verbraucherschützer.

Mit dem Herz und dem Verstand von Haustier-Experten sind eben dort die Ergebnisse eines eigenen Hundefutter-Tests nachzulesen, bei denen vornehmlich inhaltlich gearbeitet wurde. Die Profis in puncto Hundeernährung lenken ein: Richtig sei, dass sich Hunde mittlerweile auf die Verwertung von Kohlenhydraten eingestellt haben. Zu bedenken sei aber auch, dass sie wenig davon haben, wenn sie eben diese konsumieren. Nur wenig ist „verwertbar“, der Hauptanteil belaste und werde eher zu Hüftgold. Diese Erkenntnis hat die Hundekenner auch dazu bewogen, Haltern Futter ohne Getreidezusatz zu empfehlen.

 


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