Sonntag, 25. August 2019
Freitag, 12. Juli 2019

OSTELBIEN

Trainiert mit echten Schlägertypen

Die Arzberger Tischtennisspieler haben TZ-Sportredakteurin Eileen Jack gern in ihrer Mitte aufgenommen.Foto: TZ/Leukhardt

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Fazit des inzwischen siebenten TZ-Sportarten-Tests: Tischtennis fetzt total. Die Arzberger Jungs sind echt dufte und haben mir richtig viel gezeigt.

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Und ich sollte dringend zum ersten dieses pinkfarbene Trainingsshirt entsorgen, meine Ernährung umstellen und endlich ein bisschen mehr Sport treiben. Zuhause vorm Spiegel war das noch alles okay. Aber da habe ich ja auch bewusst den Bauch eingezogen. Wenn du aber so mitten im sportlichen Eifer bist, kannst du genau diese Funktion nicht immer bewusst kontrollieren, schon gar keine zwei Stunden lang. Und dann entstehen eben solche Bilder (siehe unten). Okay, das T-Shirt ist nicht der Hauptschuldige, den oder vielmehr die muss ich woanders suchen.
Schmettern ging gar nicht
Aber zurück zu den Zelluloid-Künstlern des SV Arzberg. Denn schließlich war ich zum Tischtennis spielen bei ihnen und nicht, um perfekt auszusehen. Ingo Poser hatte mich zum Training eingeladen und sich bestens auf meine „Schulung“ vorbereitet. Und das trifft es tatsächlich auch am besten, denn beim Tischtennis gilt es so vieles zu beachten, dass Beine, Arme und Kopf eine Einheit bilden müssen. Nun sagt man uns Mädels ja nach, multitaskingfähig zu sein, eigentlich perfekt fürs Tischtennis, wenn es denn zuträfe. Ich frage mich nur, wer diese Parole irgendwann mal unters Volk gestreut hat. Der hat mich zumindest noch nicht Tischtennisspielen sehen. Obwohl, so früher im Ferienlager hat das eigentlich immer ganz gut geklappt. Zumindest bin ich da beim Chinesisch nie als Erste raus geflogen. Aber die Jungs haben uns dann doch meist gezeigt, wo der sprichwörtliche Hammer oder in diesem Fall die Tischtenniskelle hängt. Genau das machte Ingo Poser am Dienstag nicht. Geduldig zeigte er mir immer wieder, wie ich meine laut seiner Aussage schon ganz gut funktionierende Rückhand noch verbessern könnte und wie ich meine Vorhand überhaupt erst einmal zum funktionieren bringen würde. Naja, und das mit dem vermeintlichen Schmettern… das müsste ich wohl noch eine ganze Weile üben, bevor es auch nur ansatzweise klappt. Klar, hab ich den einen oder anderen Ball auch auf die Platte bekommen, und durchaus war auch mal ein Unerreichbarer für Ingo Poser dabei – das alles aber eher zufällig als wirklich gewollt.
Das sei aber auch ganz normal, gaben mir die Arzberger Tischtennis-Helden zu verstehen. „Denn Fußball ist Arbeit, Tennis ist Handwerk und Tischtennis ist Kunst“, erklärte ein breit grinsender Ingo Poser direkt in die TZ-Kamera. Und das meinte er auch vollkommen ernst. Deshalb trainieren die Jungs – wenn ich nicht gerade da bin, um ihre Lieblingssportart zu testen – auch ganz bewusst verschiedene Techniken. „Wir haben feste Übungen, um Automatismen zu erlernen“, so Ingo Poser. Trainiert wird zum Beispiel der schnelle Wechsel von Vorhand auf Rückhand, ebenso der direkte Wechsel von Angriff auf Abwehr. „Es gibt auch verschiedene Rotationsarten, den Seitschnitt, den Ober- und den Unterschnitt. All das trainieren wir in unseren Einheiten ganz bewusst.“ Nun gut, mit mir war das nicht so intensiv möglich.
Schnelle Wechsel sind echt schwer
Wobei man nicht sagen kann, Ingo Poser hätte es nicht versucht. Mal spielte er minutenlang auf meine Rückhand, um dann urplötzlich auf die Vorhand zu wechseln. Meist sah das recht lustig aus, weil ich den Wechsel eben nicht so schnell hinbekam. Am meisten Spaß aber hatte der Arzberger Tischtenniscrack dabei, mir schier unerreichbare Angaben um die Ohren zu hauen. Und dabei wusste er im Vorfeld ganz genau, wo der Ball hinspringen würde, sollte ich ihn doch erreichen. „Das liegt an der Rotation des Balls. Wenn er aufspringt, dreht er sich plötzlich in eine vollkommen andere Richtung. Das müsstest du erkennen und entsprechend früh zurück schlagen“, erklärte er mir. Ich nickte nur, dachte mir meinen Teil und versuchte es noch einmal.
Aber ich muss auch sagen: Ich hatte echt Spaß. Und obwohl mir Ingo Poser im Vorfeld versprochen hatte, ich würde weit weniger schwitzen als beim Badminton-Test, war ich auch hier schweißtechnisch gut unterwegs. Aber nicht nur ich. Den Jungs ging es ähnlich. Die machten beim Training aber auch echt pallet, was ich so in meinen kurzen Schulungspausen beobachten konnte. Eine Sommer- beziehungsweise Trainingspause nach oder vor der neuen Saison gibt es bei ihnen nicht. Die drei Mannschaften bereiten sich schon jetzt auf die nächste Saison vor. Die beginnt Anfang September. „Bis dahin werden wir auch noch ein paar Turnier spielen, um uns für den Wettkampf fit zu kriegen“, sagt Ingo und gibt mir mit auf den Weg, dass ich – sollte ich mich tatsächlich so sehr fürs Tischtennis begeistern, dass ich selbst regelmäßig spielen will – beim Kauf eines Schlägers genau überlegen muss, wie ich spielen will, welcher Spielertyp ich bin. „Es gibt Anriffs- Block- und Abwehrspieler. Ich selbst bin eher ein Blockspieler, einer der die Angriffe des Gegner abblockt. Das zuwissen, ist beim Kauf eines Schlägers entscheidend, denn es gibt Tischtenniskellen, die bestehen aus Angriffs- oder aber aus Defensivholz“. Was? „Ja, das Holz ist die Seele eines Schlägers“, betont Ingo Poser und erklärt mir zum Abschluss, dass es mit den Belägen genau das gleiche ist.

Info:
Die Abteilung Tischtennis des SV Arzberg umfasst drei Mannschaften – alles Männer.

Die erste Herrenmannschaft um Ingo Poser kämpft in der ersten Bezirksliga um Meisterschaftspunkt, die zweite in der Kreisliga und die dritte Mannschaft in der Kreisklasse.

Die Abteilung zählt 15 Herren und eine Dame, die sich dem kleinen Zelluloidball verschrieben haben.

Trainiert wird immer Dienstag von 18.30 bis 21 Uhr und Freitag von 19 bis 21 Uhr in der Rosenholzhalle in Arzberg. „Wer Lust hat, sich mal auszuprobieren, der sollte am besten an einem Dienstag bei uns vorbeischauen“, so Ingo Poser.

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