Samstag, 24. August 2019
Freitag, 2. August 2019

NORDSACHSEN

Mit frischem Wind direkt nach Dresden

Denise Wendt ist gerade einmal 24 Jahre alt, will aber jetzt schon in der Politik durchstarten. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Nordsachsen. Die 24-jährige Denise Wendt möchte für die Freien Wähler in den Sächsischen Landtag einziehen. Wichtig ist ihr vor allem die Bürgernähe und das Einbeziehen der Jugend.

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Die mit Abstand jüngste Direktkandidatin des Wahlkreises 36 kommt aus Zschorna, einem kleinen Dorf bei Lossatal. Sie heißt Denise Wendt, ist 24 Jahre alt und kümmert sich in ihrer Freizeit gern um ihr Pferd Maikel. Sie will für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) in den Sächsischen Landtag und hat sich dafür auch schon einige Themen gesucht, die besonders ihr als junge Frau auf der Seele brennen.

Auf der Suche nach Entwicklung

Aktuell wohnt die 24-jährige Denise Wendt noch zu Hause, steht jedoch kurz vor dem Auszug. Sie möchte auf einen kleinen Dreiseitenhof in Sachsendorf ziehen, den sie momentan in Eigenregie und mit Hilfe ihrer Eltern und Freunde ausbaut. Dort will sie dann bald einziehen und bei Zeiten dann auch ihr Pferd mitnehmen. Nebenbei arbeitet sie für einen großen IT-Konzern im Verkauf, nachdem sie zuerst eine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel und anschließend per Abendschule eine Weiterbildung zur Handelsfachwirtin absolvierte. „Das war eine wirklich stressige Zeit, aber es hat sich gelohnt“, blickt sie zurück. „Ich will im Leben einfach immer weiterkommen, etwas erreichen und mich immer  wieder verbessern. Da kommt solch eine Herausforderung wie die Landtagswahl gerade richtig.“

Politisch interessiert war Denise Wendt schon immer. Seit sie denken kann engagierte sich ihr Vater für die Freien Wähler im Ortschafts- und Gemeinderat und steckte seine Tochter damit an. „Ich habe jedoch mit der Zeit gemerkt, dass man auf der kommunalen Ebene nicht viel bewegen kann. Also möchte ich jetzt die Chance nutzen und auf Landesebene etwas verändern.“

Frischer Wind

Wichtig ist ihr dabei vor allem der frische Wind, den sie als junge Kandidatin mitbringt. Die Politik müsse modern werden und junge Leute dazu animieren, sich zu engagieren. „Ich sehe mich als Ansprechpartnerin für die Jugend“, sagt sie und erklärt, welche Themen für sie besonders interessant sind. „Da hätten wir allen voran die Kommunalpolitik. Es braucht mehr Mitbestimmung. Sowohl für die junge als auch die ältere Generation. Die Leute müssen wieder das Gefühl bekommen, dass sie mit ihrer Stimme etwas erreichen und auch selbst im kleinen Rahmen wie etwa im Ortschafts- oder Stadtrat Veränderung auf den Weg bringen können.“ Dabei plädiert sie auch dafür, dass Wahlalter auf kommunaler Ebene von 18 auf 16 Jahre herabzusenken. „Junge Menschen sollten ihr Zuhause mitbestimmen dürfen.“

Und auch die innere Sicherheit ist für junge FWG-Kandidatin ein Thema, welches auf jeden Fall angegangen werden muss. „Dass es die Leute beschäftigt, dass hat man ja schon beim Torgauer Wahlforum gesehen, wo die Hälfte der Zeit nur darüber diskutiert wurde.“ Für sie ist es wichtig, dem Bürger wieder ein Gefühl der Sicherheit zurückzugeben.  Dies sei in letzter Zeit verloren gegangen und müsse dringend wiederhergestellt werden. „Denn ein Staat, der nicht in der Lage ist, seine Bürger zu schützen, der verliert auch seine Glaubwürdigkeit.“

Klimaschutz ja, Schulschwänzen nein

Zwar sympathisiert Denise Wendt gern und möglichst oft mit den Menschen in ihrer Altersklasse und bezeichnet sich selbst als das Sprachrohr der Jugend, eine Bewegung, die jüngst besonders bei Schülern riesige Wellen schlug, kann sie jedoch ganz und gar nicht gutheißen. Die Rede ist von den Fridays-for-Future-Demonstrationen, die auf der gesamten Welt hunderttausende junge Menschen auf die Straße brachte und gegen den Klimawandel demonstrieren ließ. „Ich bin ja auch dafür, dass wir uns für mehr Umweltschutz einsetzen sollten“, argumentiert Wendt. „Doch dafür die Schule zu schwänzen ist meiner Ansicht nach der falsche Weg.“ Sie sieht die Bewegung zwar an sich als „tolle Sache“, erachtet jedoch eine konstruktive Diskussion mit Experten direkt an den Schulen für sinnvoller.

Aus der Basis für die Basis

Warum Denise Wendt für die Freien Wähler und nicht für eine andere Partei in den Landtag einziehen will, kann die junge Frau mit einem einzigen Satz erklären: „Wir sind keiner Partei verpflichtet, sondern den Leuten.“ Für sie sei in erster Linie das wichtig, was die Menschen vor Ort bewegt und nicht das, was die Parteispitze in Dresden anordnet. „Das habe ich gerade jetzt im Wahlkampf wieder gemerkt. Ich komme ja selbst vom Dorf und war jetzt auch viel in kleinen Orten unterwegs. Da bekommt man erst einmal ein Gespür dafür, was die Leute eigentlich so alles umtreibt.“ Ihre Politik soll sich direkt an den Personen orientieren, für die sie am Ende auch gedacht ist. „Daran fehlt es meiner Meinung auch heutzutage auch massiv. Die Politik wird nicht mehr von der Basis für die Basis gemacht.“

Für ihre Karriere als Politikerin ist Denise Wendt auch bereit, Opfer zu bringen. Den Job müsse sie im Falle ihrer Wahl kündigen, dass ist ihr klar. Aber so sei das nunmal, wenn man sich weiterentwickeln möchte. „Und wenn ich dann gewählt werde, dann kann ich mich auch zu 100 Prozent auf die mir übertragene Aufgabe konzentrieren. Und eins steht schon jetzt für mich fest: Nach fünf Jahren will ich nicht schon wieder abhauen.“

 

In 160 Zeichen

Innere Sicherheit
Wir brauchen eine gut ausgebildete, gut ausgerüstete, motivierte, bürgernahe & konsequente Polizei. Unsere Polizei muss kompetent im städtischen & ländlichen Raum  agieren können.

Bildung
Es gibt einige Themen die angepackt werden müssen sei es Stundenausfall, Berufsorientierung, lange Schulwege oder Schulausstattung. Auch sollte mehr Wert auf einige Fächer  gelegt werden.
 
Umwelt
Bäume nehmen C02 auf. Dem aktuellen Waldsterben müssen wir entgegenwirken, indem wir mehr Bäume pflanzen. Hier müssen auch Waldbesitzer unbürokratischer unterstützt werden.

Infrastruktur
Torgau benötigt eine dringende Anbindung ans Autobahnnetz, die B87 muss weiter ausgebaut werden. Auch sollte man Straßen zwischen  Dörfern ausbauen oder zu mindestens sanieren.

Soziales
Wir müssen die Kommunen familienfreundlicher gestalten, dies geht zum Beispiel mit kostenlosen Kitaplätzen. Allerdings muss vorher klar sein wer das bezahlt, die Kommunen dürfen nicht auf Kosten sitzen bleiben.

Wirtschaft
Die kleinen und mittleren Unternehmen sind von überflüssiger Bürokratie, zum Beispiel beim Zuschusswesen, der Tachographenpflicht für den Radius der Fahrten im Handwerk und dem Vergaberecht zu befreien.

 

>>> Hier gehts zur Kandidaten-Übersicht <<<

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