Montag, 16. September 2019
Montag, 19. August 2019

BELGERN-SCHILDAU

Segen für das neue Schuljahr

Während des Gottesdienstes. Im Vordergrund die neuen Fünfer.Foto: Sebastian Stöber

Kristin Engel

Belgern. Ein derart volles Gotteshaus hat es lange nicht gegeben: Bei der Segnung der 34 Schüler der neuen Evangelischen Oberschule Belgern-Schildau in der Bartholomäus-Kirche in Belgern waren die Kirchenbänke am Sonntag prall gefüllt.

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Mit leisen Klängen an der neuen Glocke wurde gestern das Wunder von Belgern eingeläutet. Auf diesen Moment haben so viele Leute gehofft. Nun ist es Wirklichkeit und schon heute betraten die ersten Schüler nach 13 Jahren wieder das Gebäude der ehemaligen Juri Gagarin Mittelschule. Zwei fünfte Klassen, 34 Schüler, sieben Lehrer.

Um diesen Anlass richtig zu würdigen, wurde der Schuljahresbeginn am Sonntag mit einem Gottesdienst eröffnet. Mit einem kräftigen „Guten Morgen“ begann Pfarrer Robert Neuwirt den Gottesdienst. Und ähnlich wie in der Schule, entgegnete es ihm unisono zurück „Guten Morgen“. Darunter am lautesten die Stimmen der Schüler zu hören. Es wurde gemeinsam gefeiert, um den Start in die neue fünfte Klasse und in die neue Schule zu ebnen. Und das mit jeder Menge freudiger Musik, darunter die Band des Evangelischen Gymnasiums Doberlug-Kirchhain und die Kantorei Belgern. Die musikalischen Stücke wurden mit viel Applaus von den Kirchenbänken aus belohnt.

„Bevor am Montag der erste Schultag beginnt, möchten wir für die Schüler und Lehrer und für all diejenigen, die mit der Schule in Verbindung stehen, um Gottes Segen bitten“, betonte der Schulleiter der neuen Evangelischen Oberschule, Dr. Michael Glaubitz. Auch im Gebet des Geschäftsführers des Trägervereins, Pfarrer Stefan Branig von der Schulgemeinschaft aus Doberlug-Kirchhain, wurde für die neue Schule gedankt.

Die Schulgemeinschaft betreibt bereits sieben vergleichbare Einrichtungen im Südbrandenburgischen. Stefan Branig war begeistert darüber, wie viele Leute den Weg in die St. Bartholomäus-Kirche gefunden hatten und richtete in seiner Predigt das Wort an die Kinder. „Hinter euch sitzen so viele Menschen. Es sind Eltern, Großeltern, Freunde, aber auch die Leute, die mit der Schule zu tun haben. Lehrerinnen und Lehrer und so viele, die die Schule mit vorbereitet und angemalt haben. Und noch so viele weitere Gesichter. Es ist toll, dass sich so viele für dieses wichtige Ereignis Zeit genommen haben.“ Er erinnerte noch einmal an den kleinen Moment beim Friseur, der damals alles in Bewegung gesetzt hat.

Und nun war der Moment gekommen, bei dem die 34 Schüler vortreten konnten, um für ihren neuen Weg gesegnet zu werden.

Schüler und Gäste verließen danach die Kirche. Draußen wartete bereits eine neue Überraschung auf sie. Tauben wurden als Zeichen für ein gutes, neues, bevorstehendes Schuljahr fliegen gelassen. Im Anschluss daran zog es die Besucher in Richtung Schule. Denn auch hier war noch eine kleine Besichtigung des neu gestalteten Schulgebäudes vorgesehen.

Gleich am Eingang fiel den Besuchern die Schiffsglocke ins Auge. Vorsichtig läutete Stefan Branig daran. „Die Glocke soll künftig die Schüler zur Pause rufen und auch am Ende der Pause für die Kinder läuten. Sie stammt aus Holland. Wir haben unsere Kirchenglocke dorthin zum Reparieren gebracht. Leider gibt es hier niemanden, der so etwas noch macht. Daher ging es nach Holland. Ich habe die Glocke dort gesehen und gedacht, dass diese doch etwas für unsere Schule ist“, erinnert sich Stefan Branig. So kamen gleich zwei Glocken vor zwei Wochen aus Holland nach Deutschlan. Sie befinden sich nun am Gymnasium in Doberlug-Kirchhain und eben an der neuen Oberschule in Belgern.

Große Augen machten die Besucher auch beim Durchschreiten der Schultür. Oft hörte man die Eltern sagen: „Hier war früher mein Klassenzimmer.“ Und heute sitzt die nächste Generation in den wiederbelebten Räumen.

„Ich bin überwältigt. 13 Jahre war die Mittelschule geschlossen. Damals wurde immer viel über Schülerzahlen gesprochen. Und heute haben wir wieder 34 Anmeldungen. Das zeigt, dass der Bedarf auf jeden Fall da ist. Es gibt so viele Interessierte und die Verbundenheit mit der Schule ist da. Ich denke das wird dazu führen, dass sich viele Schüler nach der vierten Klasse für den ländlichen Raum entscheiden, erst hier zur Schule gehen und dann weiter zu machen. Da gibt es ja so viele Möglichkeiten“, sagt Landrat Kai Emanuel, der sich ebenfalls interessiert die neuen Klassenzimmer angesehen hat.

Draußen kamen derweil Bürgermeisterin Eike Petzold, Stefan Branig und Alice Beck, Assistenz der Geschäftsführung des Schulträgers, ins Gespräch. „Auch mit wenigen Dingen kann Großes bewirkt werden“, betonte die Bürgermeisterin. Als die Schule einst geschlossen wurde, sei es für viele wie ein Loch gewesen, das nie geschlossen werden konnte. „Den Stadträten standen die Münder offen, als die Idee mit der neuen Schule in der geschlossenen Sitzung auf den Tisch kam. Alle dachten, es kommt ein dritter Supermarkt an die Stelle der Schule. Das erste halbe Jahr war am schwersten. Wie geht das überhaupt? Wie wird es als freie Schule? Wie können wir es als Stadt unterstützen? Doch alle sind mit Herzen dabei. So kommen ganz bestimmt jedes Jahr mehr und mehr Klassen hinzu“, hofft Eike Petzold. Sie war es auch, die das Anliegen damals an den Träger herangetragen hat. „So wie die Stadt dahinter steht, war uns schnell klar, dass wir hier mitziehen werden. Am Anfang haben wir nur mit einer Klasse geplant. Doch als so viele Anmeldungen kamen, haben wir uns dafür entschieden, zwei Klassen aufzumachen. Drei der sieben Lehrer stammen aus der Region. Die Schule beginnt 7.30 Uhr mit einer kurzen Morgenandacht und dann wird in den Tag gestartet“, so Alice Beck.

Die Ruhe in Person war am gestrigen Tag Schulleiter Dr. Michael Glaubitz. Und das, obwohl sich ja auch für ihn ab heute einiges ändert. Er begrüßte die Besucher im provisorischen Lehrerzimmer. „Der Tag lief wirklich super. Der Gottesdienst hat mir sehr gefallen. Ich war überrascht, dass so viele Leute da waren. Ich bin seit einem Jahr involviert. Schon damals habe ich hier das Potential gesehen. Das Gebäude war soweit in Ordnung. Dieses wurde zwischenzeitlich ja von den Archeologen und den Boxern genutzt. So gab es auch kaum Vandalismusschäden. Dennoch war es sehr sportlich, das alles so hinzubekommen. Es gab jede Menge Unterstützung durch die Eltern. Das ist ein guter Start, denn das ist ein Teil unseres Schulkonzeptes. Ich bin allen Leuten, die das hier ermöglicht haben, sehr dankbar und freue mich nun auf einen guten Start ins neue Schuljahr.“

 


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