Dienstag, 29. September 2020
Dienstag, 27. August 2019

DREIHEIDE

50 Jahre auf nur einem Rad

Die Cornellis sind eine fröhliche Truppe, die sich jede Woche mit Freuden zum Training treffen. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Süptitz. Die Süptitzer Einradfahrer „Die Cornellis“ feiern dieses Jahr ihr Jubiläum. In der Vorbereitung auf dieses Jubiläum werfen sie mit der TZ zusammen einen Blick in die Vergangenheit.

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Langer Hänger, Hohe Mühle, Fersenhang, Seitstand, Waage, Neuner, Spinne. Was für den normalen Betrachter wie totales Kauderwelsch aussieht, sind für Astrid Jessolat und ihr Team ganz normale Begrifflichkeiten. Die 37-Jährige ist Trainerin der Süptitzer Rad-Artistik-Gruppe „Die Cornellis“, welche in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiern.

Eine 27-köpfige Familie

„Was für mich die Faszination am Einradfahren ist? Das kann ich so genau gar nicht sagen. Ich bin da reingewachsen und kann mir jetzt überhaupt nichts anderes mehr vorstellen“. Astrid Jessolat brennt für ihr Hobby. Seit sie ein Kleinkind ist ist sie Teil der Cornellis, den Zugang fand sie damals über ihren Vater. „Über die Familie bin ich dazu gekommen, mittlerweile sind wir alle eine große Familie.“ Die zählt mittlerweile 27 Mitglieder, Tendenz steigend.

Nachwuchsmangel herrscht bei den Cornellis wahrlich nicht. An der Seite der alten Hasen, die schon mehrere Jahrzehnte auf dem Sattel verbringen, fahren auch Jugendliche und Kinder mit. „Meine Tochter zum Beispiel. Die ist mittlerweile auch Mitglied bei uns und hat dann natürlich auch direkt ihre Freundinnen mitgebracht“. Auch ihr Mann Thomas, der eigentlich mit der Rad-Artistik nie viel zu tun hatte, ist mittlerweile begeisterter Mitfahrer.

Aus Jux geboren

Ähnlich lief es auch bei Astrid Jessolats Eltern ab. Ihr Vater Peter Klepel, seines Zeichens 1. Vorsitzender der Cornellis, rutschte ebenfalls über seine Frau Angelika in die Gruppe hinein und ist mittlerweile seit 36 Jahren stolzes Mitglied. Durch seine Frau Angelika, eine gebürtige Süptitzerin, hat er die Entwicklung der Gruppe mitbekommen und ist auch heute noch beeindruckt über ihren Zusammenhalt und ihr Engagement.

„Begonnen hat eigentlich alles mit Erhard Olschack (†)“, erinnert sich Klepel. „Er war Lehrer in Süptitz und ist in seiner Freizeit immer begeistert Radrennen gefahren und hat diese auch im Raum Torgau organisiert. Außerdem war er Nachwuchstrainer beim SV Süptz, wo ihm dann irgendwann nach ein paar Bier bei einer Weihnachtsfeier die Idee einer Rad-Artistik-Gruppe kam“. So waren die Cornellis als Teil des Süptitzer Sportvereins (zu dem sie auch heute noch gehören; Anm. d. Red.) gegründet, der Rest ist Geschichte. Vor der Wende absolvierten die Rad-Artisten viele Auftritte  in der Sowjetunion, Tschechien und Polen und sind auch heute noch viel im Ausland unterwegs. Die Einrad-WM 2012 in Italien oder die EM 2013 in der Schweiz sind dabei nur einige Beispiele.

Die Auftritte im Fokus

Doch auch wenn die Cornellis schon einiges an Wettkampferfahrung sammeln konnten und mit Kristin Reiche und Selina Gruhne (ein ehemaliges Mitglied; Anm. d. Red.) zwei waschechte Sachsenmeisterinnen im Einradfahren in ihren Reihen haben, liegt bei ihnen doch der Fokus auf den spektakulären Darbietungen. Fast jede Woche sind die Radartisten für einen Auftritt gebucht, dabei wechseln sich größere Feiern mit Firmen- und Familienfesten ab. „Allein dieses Jahr haben wir schon an die 20 Auftritte gehabt“, erzählt Astrid Jessolat stolz. „Zwei davon letzte Woche.“

Ein besonderes Highlight sind in jedem Jahr für die Cornellis die Feierlichkeiten des Tags der Sachsen. Bei jedem einzelnen Sachsentag waren die Süptitzer Rad-Artisten mit von der Partie und proben auch schon fleißig für ihren Auftritt kommende Woche in Riesa.

Um für diese vielen Darbietungen dann auch immer in Form zu sein wird zwei Mal die Woche trainiert. Mittwochs speziell für die Auftritte, Samstags allgemein. Mit nur einem Termin in der Woche habe man überhaupt nicht genügend Zeit, sich weiterzuentwickeln, erklärt Trainerin Astrid Jessolat. „Bei unseren Mittwochs-Trainings vertiefen wir nur die bereits bekannten Tricks, Samstags versuchen wir neue dazuzulernen. Das hat sich bewährt und sorgt immer für gute Abwechslung.“

Neben Astrid Jessolat ist vor allem auch Kristin Reiche für einen reibungslosen Trainingsablauf verantwortlich. Während Jessolat aus beruflichen Gründen eine längere Auszeit von den Cornellis genommen hatte und erst vor drei Jahren wieder nach Süptitz zog, hat sich Kristin Reiche um die Radartistik-Gruppe gekümmert. „Ohne sie würde es die Cornellis heute wahrscheinlich gar nicht mehr geben“. Und auch jetzt ist sie aktiv am Training beteiligt, hält zusammen mit Astrid Jessolat die Zügel in der Hand und sorgt dafür, dass bei den Cornellis alles glatt läuft.

Gemeinsam in Erinnerung schwelgen

Zwar sind die Süptitzer Cornellis fast jede Woche auf größeren und kleineren Veranstaltungen mit ihren Einrädern anzutreffen, der wichtigste Termin des Jahres steht jedoch noch bevor. Am 28. September lädt die Rad-Artistik auf den Zietenhof in Süptitz ein, um gemeinsam mit allen Fans, Freunden, Vereinsmitgliedern und anderen Wegbegleitern ausgiebig zu feiern. Der Vorsitzende Peter Klepel freut sich bereits besonders auf den Abend. „Wir wollen einfach in gemütlicher Runde auf die letzten 50 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken und unser Jubiläum angemessen feiern. Ich freue mich drauf, alte Gesichter wiederzusehen und gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Dabei sind auch alle ehemaligen Vereinsmitglieder eingeladen, die man vielleicht in den Jahren aus den Augen verloren hat. Wichtig dabei ist nur, dass alle Gäste, die mit uns Jubiläum feiern wollen, sich bei uns bis zum 31. August zurückmelden.“

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