Donnerstag, 28. Mai 2020
Freitag, 4. Oktober 2019

BELGERN-SCHILDAU

Spielmannszug soll weiterleben

Die Kinder und die Übungsleiter freuen sich schon sehr auf die Premiere des Nachwuchsspielmannszuges.Foto: privat

von unserer Redakteurin Elisa Perz

Belgern. Die Rolandstädter Musiker wollen einen eigenen Nachwuchsspielmannszug ins Leben rufen, für den sie noch Kinderinstrumente und Kleidung brauchen. "Wir Packen’S an!" soll dabei helfen.

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Nicht mal mehr acht Monate dauert es, dann feiert der Rolandstädter Spielmannszug sein 100-jähriges Bestehen. Am 23. Mai 2020 steht das große Fest für die Musiker an. Das sei kein alltägliches Jubiläum für einen Verein, sagt Vorsitzende Cindy Jentzsch mit Stolz. Sie und die weiteren 54 Mitglieder haben sich daher etwas ganz Besonderes für diesen Tag einfallen lassen: Sie möchten einen Nachwuchsspielmannszug hervorbringen, der bei der Geburtstagsfeier mit dem allseits bekannten Belgernlied sein Debüt geben wird.

Damit ihnen das tatsächlich gelingt, haben sich die Belgeraner bei „Wir Packen’S an!“ angemeldet. Denn das Preisgeld der Aktion von Sparkasse Leipzig und TZ können sie gut gebrauchen.

Instrumente von Erwachsenen sind zu groß und zu schwer

Schon bei dem Blick auf die Kostenaufstellung, die Cindy Jentzsch extra für die Bewerbung bei der Aktion angefertigt hatte, musste sie schlucken. 4000 Euro stehen auf dem Papier geschrieben. „Wenn es nicht sogar noch mehr werden“, bleibt die Vereinschefin realistisch. In der Summe einberechnet sind die Kosten für die benötigte einheitliche Kleidung, neue Instrumente und entsprechende Tragegestelle. Zwei Trommeln, zwei Pauken, eine Lyra und ein Becken fehlen derzeit für die elf Kinder, die Cindy Jentzsch bereits für den Nachwuchsspielmannszug gewinnen konnte. Sie sind alle im Alter von sechs bis 16 Jahren und nutzen bei den Proben bisher geliehene Instrumente von den Audenhainer Musikkollegen oder welche in der „Erwachsenenausgabe“ – obwohl die eigentlich viel zu groß und zu schwer sind.

„Eins unserer Mädchen möchte unbedingt Pauke spielen. Sie ist sieben Jahre alt. Ein altersgerechtes Instrument haben wir nicht, daher nimmt sie eine Pauke der Erwachsenen und stellt sie zum Üben auf einen Stuhl. Langfristig gesehen ist das jedoch keine Lösung, sie könnte damit nicht einmal draußen spielen“, stellt Cindy Jentzsch mit Bedauern fest. Ihr Verein habe sich bisher keine Kinderinstrumente leisten können. Nach oben hin gebe es bei den Kosten keine Grenzen. Da seien auch die 500 Euro, die die Musiker durch die Sponsoringfibel des Energieversorgeers enviaM im Juli erhalten haben, nur der erste Tropfen auf dem heißen Stein gewesen, macht sie das Problem deutlich.

Spielmannszug soll weiterleben

Dabei liegt ihr der Nachwuchsspielmannszug sehr am Herzen. Denn er soll die Zukunft des Rolandstädter Spielmannszuges sichern.: „Wir gehören zu Belgern wie die Blaskapelle. Daher möchten wir, dass unser Spielmannszug immer weiterleben wird. Selbst, wenn wir Erwachsenen irgendwann nicht mehr da sind.“
Bei diesen Worten ist der Vereinschefin die Leidenschaft für das Spielmannszugwesen anzuhören. Durch ihren Stiefvater ist Cindy Jentzsch vor mittlerweile fast 25 Jahren mit der Marschmusik in Kontakt gekommen. Seither gehört sie dem Belgeraner Team an, seit 2017 führt sie es sogar an. Die Gemeinschaft und die Tradition seien das Besondere an ihrer Gruppe, schwärmt sie. „Keiner muss zu uns kommen. Die Freude und der Spaß bei den Auftritten stehen ganz klar im Vordergrund.“

Ein gewisser Ehrgeiz hat die Spielmannszugleute trotzdem gepackt. Abgesehen von der Beteiligung an zahlreichen Fest- und Fackelumzügen haben sie bereits mehrmals an Meisterschaften des Landes-, Musik- und Spielleutesportverbandes Sachsen (LMSV) teilgenommen. Der Höhepunkt war die Meisterschaft 2010, die die Rolandstädter in ihrer Heimatstadt austragen durften. In den zurückliegenden sechs Jahren legten sie zwar eine Wettkampfpause ein, doch in nächster Zeit möchten die Musiker wieder in die Vollen gehen. „Wir wollen die Meisterschaft nicht aus den Augen verlieren“, unterstreicht die Vorsitzende das Ziel. Dafür brauchen sie im Nachwuchsbereich neben den Instrumenten und der Kleidung noch eine ganz wichtige Komponente: einen Kinderstabführer beziehungsweise eine Kinderstabführerin: „Wir hoffen, dass sich für diese Position noch ein Junge oder ein Mädchen findet. Generell heißen wir jedes musikinteressierte Kind herzlich willkommen.“

Eigene CD geplant

Die jungen Mitglieder können sich in jedem Jahr auch auf ein Kids-Camp, organisiert vom LMSV, freuen. Fünf Tage voller Musik und Spaß erleben sie dabei, die Kosten dafür trägt der Verein. Gleiches gilt für die Produktion einer eigenen CD, die demnächst ansteht. Im November soll die Aufnahme der veranschlagten zehn Lieder vonstattengehen. Einen Termin zu finden, an dem alle Zeit hätten, sei gar nicht so einfach gewesen, erinnert sich Cindy Jentzsch mit einem Augenzwinkern. Umso besser, dass das Datum für die Jubiläumsfeier bei allen schon dick im Kalender angestrichen ist. Die Vorbereitungen für das Fest laufen bereits. Ein Sternenmarsch auf den Markt mit vier befreundeten Spielmannszügen ist bisher geplant. Und natürlich der Auftritt des Nachwuchspielmannszuges, der nun mithilfe von „Wir Packen’S an!“ festgezurrt werden soll.

 

 

Infos zum Telefonvoting:
 

Die Finalisten von „Wir Packen‘S an!“, der gemeinsamen Aktion der Leipziger Sparkasse und der TZ, stehen fest. In dieser Woche wird täglich mindestens ein Projekt der sechs Bewerber im Detail vorgestellt. Am Samstag, dem 5. Oktober, wenn der Artikel über den letzten Finalisten erscheint, startet ab 6 Uhr auch das Telefonvoting der Aktion. Bis zum 23. Oktober um 12 Uhr hat anschließend jeder die Möglichkeit, unter der Nummer

0137 822702890 – XX*

für den eigenen Favoriten abzustimmen.
Die letzten beiden Stellen entsprechen der jeweiligen Kennziffer des Bewerbers:

01 – Kita „Elbhasen“ aus Mehderitzsch
02 – Grundschule Weßnig

03 – Heimat- und Kulturverein Zwethau

04 – TSV 1862 Schildau

05 – 1. Boxclub Torgau

06 – Rolandstädter Spielmannszug


* Kosten pro Anruf aus dem Festnetz der Deutschen Telekom 0,50 Euro; Kosten aus anderen Netzen abweichend


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