Donnerstag, 23. Januar 2020
Dienstag, 15. Oktober 2019

DOMMITZSCH

Bei ASD in Dommitzsch entstehen wichtige Puzzlestücke

In der Produktionshalle der ASD Anlagen- und Sonderformstückbau Dommitzsch GmbH wird zum Teil in zwei Schichten gearbeitet. Foto: TZ/Stöber

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Geschäftiges Treiben herrscht in der  Produktionshalle des ASD Anlagen- und Sonderformstückbau Dommitzsch GmbH eigentlich immer. Aktuell entstehen Spezialbehälter für eine Raffinerie in Sibirien.

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Geschäftiges Treiben herrscht in der großen Produktionshalle des ASD Anlagen- und Sonderformstückbau Dommitzsch GmbH. Es wird geschweißt, gesägt, gebohrt – ein Schleifgerät surrt und Funken sprühen.

Eindrucksvoll die riesigen Metallteile, die hier millimetergenau bearbeitet werden. Rohrstücke, Apparaturen – manchmal ein paar Tonnen schwer. Auf all diese Einzelstücke und Baugruppen wartet nach Fertigstellung zumeist noch eine weite Reise.

„Wir stellen gerade verschiedene Behälter für Raffinerien in Sibirien her. Es ist ein großer Auftrag. Wir sind gut ausgelastet“, freut sich Bernd Grauert, neben Uwe Sohr Geschäftsführer des ASD GmbH. Unter anderem wird in der Nähe der russischen Stadt Omsk eine Raffinerie errichtet. Die Dommitzscher produzieren für einen deutschen Anlagenbauer in Nordrhein-Westfalen.

Dort werden die Spezialteile benötigt, um weitere Module zu vervollständigen, die dann wiederum zur Weiterverarbeitung nach Italien gehen, bis dann die Lieferung nach Russland erfolgt: ähnlich wie bei einem Puzzlespiel. Endkunde ist dann Gazprom, das weltweit größte Erdgasförderunternehmen in Russland.

„Acht Monate dauerte es allein, diesen Auftrag zu erledigen“, erklärt Bernd Grauert. Aber natürlich stellt ASD parallel dazu noch Formstücke und Bauteile für viele andere Kunden her. Man sei breit aufgestellt und mit Aufträgen gut versorgt.

Allein im Chemieanlagen Bau kommen zahlreiche Sonderanfertigungen zum Einsatz. Darauf ist man im nördlichsten Zipfel Sachsens spezialisiert. Von der Berechnung bis hin zum Entwurf auf dem Papier, von der Konstruktion des Bauteiles und dem Einholen der Genehmigungen – das alles wird bei ASD realisiert. „Manche Aufträge sind sehr komplex“, schmunzelt Grauert.

55 Mitarbeiter gehören zum Unternehmen. Es könnten sogar noch mehr sein. Aber es sei mittlerweile schwierig, qualifizierte und motivierte Fachkräfte zu finden. Auch mit der Lehrlingsausbildung hatte man kein Glück. „Wir suchen hauptsächlich Anlagenmonteure und Schweißer. Aber auch im Helferbereich wird Unterstützung gesucht – beispielsweise für Schleif- und Putzarbeiten“, wirbt der Geschäftsführer.

Die Situation verschärft sich, weil etliche Vorruheständler dieses Jahr mit 63 aus dem Unternehmen ausscheiden. „Es ist schwer, Ersatz zu finden. Das ist wirklich ein Problem“, so Bernd Grauert. Dabei hat man auf dem Gewerbegebiet an der Dübener Straße gerade erst wieder umfangreich investiert.

2017 wurde eine Rohrbrennschneidmaschine angeschafft und im vergangenen Jahr eine neue Portalbrennschneidmaschine mit moderner Absaugtechnik. Beides zusammen hat etwa 800 000 Euro gekostet. Für die Beschäftigten verbesserten sich damit zugleich die Arbeitsbedingungen.

Die ASD-Mitarbeiter kommen aus einem Umkreis von etwa 40 Kilometern. Viele sind aus Torgau, Prettin, Pretzsch und Annaburg. Die Anlagen- und Sonderformstückbau GmbH ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Mit gerade mal sechs bis acht Mitarbeitern fiel 1996 der Startschuss. Daraus wurden schnell mehr. Inzwischen ist die GmbH längst ein etabliertes Unternehmen. Teilweise wird in zwei Schichten gearbeitet.

Rund 26 000 Quadratmeter nimmt das Areal der ASD GmbH ein. Die Nachbarflächen sind leider noch leer. Man wünscht sich schon sehr lange, dass sich noch weitere Firmen auf dem Gewerbegebiet niederlassen, mit denen man zusammenarbeiten kann. Eine Metallfirma zum Beispiel. Oder ein Maler- und Lackierbetrieb für die Beschichtung. Aber bislang ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Die Teile, die produziert werden, können sich auch von den Dimensionen her sehen lassen.

Einige Rohr- und Formstücke haben bis zu 3,20 Meter Durchmesser, Einzelanfertigungen wiegen bis zu 16 Tonnen. „Haben wir in den Anfangsjahren hauptsächlich für Wasser- und Abwasseranlagen an Zweckverbände und Kommunen geliefert, sind wir jetzt mehr im Bereich Chemie-, Öl-, Gas- und Kraftwerkstechnik tätig“, so Grauert. 
 

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