Mittwoch, 30. September 2020
Mittwoch, 16. Oktober 2019

DOMMITZSCH

Angler hoffen auf Genehmigung

Risse im Boden, wo einst Wasser warFoto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Döbern. In der Grube Döbern herrscht nach wie vor Ebbe. Jetzt aber planmäßig. Die Angler möchten eine Teilentschlammung vornehmen lassen und hoffen auf grünes Licht der Behörden. 

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Döbern. Es hat in den letzten Wochen viel geregnet. Relativ viel – für hiesige Verhältnisse. Der Pegel der Elbe ist um 70 bis 80  Zentimeter gestiegen. Doch in der Grube in Döbern herrscht weiter Ebbe. Ein erschreckendes Bild. Risse überziehen den Boden des Gewässers. Hier und da sprießt Unkraut. Nirgends Wasser. Wie kommt das? Rolf Wilsdorf, Vorsitzender des Anglervereins, kann diesmal beruhigen. „Wir haben beim Landratsamt Nordsachsen eine Teilentschlammung beantragt und halten das Wasser derzeit absichtlich von der alten Elbe fern“, so seine Auskunft. 

Behördentermin 

Am 1. Oktober gab es einen Termin mit Vertretern des Anglerverbandes Leipzig und mit Vertretern der Anglervereine bei der Wasserbehörde/Umweltamt. „Wir wollen jetzt doch noch einmal versuchen, Rückzugsmöglichkeiten für unsere Fische zu schaffen“, erklärt Wilsdorf. Zwei Bereiche in der Alten Elbe Döbern wurden auserkoren. Hier sollen tiefere Stellen entstehen auf einer Länge von 50 Metern und einer Breite von 5 Metern. Die exakte Tiefe würde das Landratsamt bestimmen. Wenn es denn überhaupt eine Genehmigung gibt. Denn im vergangenen Jahr wurde der Antrag negativ beschieden. „Wir können jetzt nur hoffen, dass wir Erfolg haben und schnell loslegen dürfen“, so der Vorsitzende des Anglervereins. Ein sogenannter Langarmbagger soll in Döbern alsbald die Arbeit aufnehmen. Der Anglerverband Leipzig steht dazu mit einer Firma in Kontakt. „In der Leipziger Region wird das sehr häufig gemacht bei den Gewässern. Der Schlamm wird  am Ufer abgelagert, stabilisiert sich rasch und verwächst anschließend. Doch auch das war ein Punkt, den das Landratsamt zuletzt wegen der Standsicherheit kritisch gesehen hat. Es könnte also passieren, dass wir das Material abfahren müssen“, so Wilsdorf. Man habe die Schlammtiefe in den betreffenden Bereichen gemessen. Sie beträgt zwischen 1.20 bis 1.75 Metern. „Wir würden den Schlamm hier am liebsten ganz rausnehmen. Die Löcher setzen sich relativ schnell wieder zu und dichten sich ab“, glaubt der Döberner. In der Vergangenheit ein umstrittener Aspekt. Fachleute warnen, dass solche Schachtarbeiten ein Austrocknen noch beschleunigen können, weil das Wasser dann nach unten versickert – so als habe man den Stöpsel einer Badewanne gezogen. Rolf Wilsdorf kennt die Argumentation. Deshalb wollen wir die Grube auch nicht komplett entschlammen, beschwichtigt er.

Aus dem Großen Teich 

Hätte man in den vergangenen Wochen normal wie üblich Wasser zugeführt, wäre der Altarm in Döbern jetzt sicherlich schon wieder gut gefüllt gewesen. Seit Mitte September wird der Große Teich Torgau abgelassen. Größere Mengen fließen über den Schwarzen Graben beziehungsweise über die Weinske ab. Doch auf diesen Zulauf müssen die Angler verzichten. Die jetzige Situation ist so günstig wie nie. Zum Ausbaggern wäre der trockene Untergrund nahezu ideal. 

Auf einige Wochen mehr oder weniger komme es jetzt auch nicht mehr an. Schließlich sei der Fischbestand ohnehin komplett verloren. „Der Winter ist wichtig. Wir werden sehen, was an Niederschlägen fällt und was die Elbe an Hochwasser bringt, so Rolf Wilsdorf. Sicherlich wird sich die Grube dann in den folgenden Monaten rasch füllen. Dann könne man auch wieder zügig Fische einsetzen und vielleicht erwartet die Angler dann in den nächsten Jahren zur Abwechslung mal wieder Normalität. Drei extrem trockene Sommer so kurz hintereinander waren schon sehr ungewöhnlich. 2015, 2018 und 2019 versiegte das Wasser in der Grube Döbern fast vollständig. Jedesmal mussten die Angler einen Totalverlust ihres Fischbestandes verkraften. Vor allem 2015 schlugen die Wellen emotional sehr hoch, weil zahlreiche Fischkadaver den Uferbereich säumten und geborgen werden mussten. Selbst überregionale Medien berichteten. 

Defizit bleibt 

Das Niederschlagsdefizit sei übrigens trotz der letzten Regenmengen noch lange nicht aufgeholt und wird weiter nachwirken, schätzt Rolf Wilsdorf ein. Das Wasser aus dem Großen Teich habe jetzt erst die Striehmühle bei Neiden erreicht, weil auch die Weinske ausgetrocknet war. Wahrscheinlich werde der Schub die Mündung bei Polbitz gar nicht mehr erreichen. 


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