Freitag, 7. August 2020
Mittwoch, 11. Dezember 2019

OSTELBIEN

Wer wohnte hier und wie lief das bäuerliche Leben ab?

Edwin Goldner und Hannelore Simon im Dautzschener Bürgerhaus. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dautzschen. Heimatforscher in Dautzschen wollen erkunden, wer in den letzten 100 Jahren auf den einzelnen Bauernhöfen in Dautzschen, Last und Großtreben gewohnt hat und wie das dörfliche Leben zu Urgroßvaters Zeiten aussah. 

 

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Dautzschen/Großtreben. Wer durch die Straßen von Dautzschen spaziert, sieht moderne Grundstücke, schmucke Fassaden, überwiegend gepflegte Höfe. Selten werden sie noch landwirtschaftlich genutzt. Aber wie sah das vor 50 oder 100 Jahren aus? Wer lebte hier und wie lief der bäuerliche Alltag ab? Genau diese Fragen stellt sich Edwin Goldner, seit 1971 eingefleischter Dautzschener und aufgewachsen in Wittenberg. 

 

Ehrgeiziges Projekt 

Mit seiner Idee, das Rad der Geschichte zurückzudrehen und die Vergangenheit der Höfe intensiv zu beleuchten, hat er seit Sommer auch andere angesteckt. Mittlerweile läuft ein ehrgeiziges Projekt mit dem Ziel, eine Broschüre herauszubringen. Eine achtköpfige Arbeitsgruppe hat die Recherchen aufgenommen. „Meine Vorfahren stammen aus Dautzschen“, erklärt Edwin Goldner seine Wurzeln. Wenn die älteren Einwohner verstorben sind, dürfte es zunehmend immer schwieriger werden, solche geschichtlichen Fragen zu beantworten, wenn sich die Enkel und Urenkel erkundigen. „Wir wollen mit jedem sprechen, alles beleuchten“,erklärt der 71 jährige das ehrgeizige Ziel. 

 

Aufruf an Einwohner 

Bei Hannelore Simon fand er mit seiner Idee sofort Unterstützung. Ein Aufruf an alle Einwohner wurde bereits ins Amtsblatt gesetzt. „Von selber kommt kaum jemand auf uns zu, aber wenn wir die Leute ansprechen, sind sie begeistert und sehr offen. Niemand hat bis jetzt gemeckert“, beschreiben die beiden Heimatforscher die Resonanz. Zwei Zusammenkünfte gab es bereits im Oktober und im November mit der Arbeitsgruppe. „Wir möchten erst einmal mit Dautzschen und Last vorankommen und nächstes Jahr mit Großtreben weitermachen“, so Hannelore Simon. 

Es wird eine Fleißarbeit: Dautzschen besitzt allein etwa 40 bis 60 Höfe. Aber man will ja nicht nur das bäuerliche Leben darstellen, sondern auch die übrigen Anwesen einbeziehen. Das macht dann in Dautzschen etwa 100 Grundstücke inklusive Höfe. Mit der Vorstadt kommen noch 25 hinzu. „Es wird auf zwei Teile einer Broschüre hinauslaufen. Etwa drei bis vier Generationen stehen im Fokus. Wenn wir die lückenlose Darstellung nicht mehr bis 1900 schaffen, wäre für einzelne Wirtschaften auch ein Rückblick bis 1945 akzeptabel“, so die Ortschronistin. 

Man werde  in drei bis vier Monaten eine Zwischenbilanz ziehen und auswerten, was es gibt, pflichtet Edwin Goldner bei. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind schon in Dautzschen unterwegs. Vier Helfer haben für ihre Forschungen das Dorf aufgeteilt, so dass jeder 15 bis 20 Höfe zu dokumentieren hat. 

In Großtreben soll es im Januar die erste Zusammenkunft geben. „Wir sind ja noch ganz am Anfang. Man könnte viel mehr untersuchen: Wer leitete in den Jahrzehnten Schule, Feuerwehr und Pfarramt? Wie spielte sich das dörfliche Leben ab? Wo konnte man Waren und Lebensmittel beziehen? Früher gab es ja noch keinen Supermarkt, Eier wurden beispielsweise in der Eieraufkaufstelle abgegeben und über die VEAB verkauft“, beschreibt Edwin Goldner und man spürt seine Begeisterung für dieses Projekt.

 

Druckkosten 

 Wer schon jetzt mit Informationen helfen möchte, kann sich gerne direkt an den Heimatforscher wenden (Telefon 035386/23606). Auch historische Fotos seien von Interesse. „Bürgermeister René Vetter hat inzwischen signalisiert, dass er das Ganze unterstützen möchte“, freut sich Hannelore Simon. Denn früher oder später dürfte auch das Problem der Druckkosten noch zu klären sein, wenn man mehrere Teile einer Broschüre veröffentlichen möchte.


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