Donnerstag, 9. April 2020
Freitag, 13. Dezember 2019

TORGAU

"Ich will meine Freude am Gewichtheben weitergeben"

TZ-Sportredakteurin überraschte Heiko Scholz, Trainer bei den Gewichthebern.Foto: TZ/Leukhardt

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Da haben ihn seine Schützlinge und deren Eltern doch tatsächlich einmal sprachlos erlebt. Mit dieser Überraschung hätte Heiko Scholz wirklich nicht gerechnet.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Torgau. In Vorbereitung eines TZ-Artikels über die Nachwuchsgewinnung in der Abteilung Gewichtheben forderte die Sportredaktion die Hilfe des engagierten Trainers an.
Den Richtigen erwischt
Möglichst viele Kinder und Jugendliche, die im Verein trainieren, sollte er zusammen holen, um auf einem großen Bild zu zeigen, wie gut die Nachwuchsarbeit bei den Gewichthebern funktioniert. Und genau das hat Heiko Scholz getan, jedoch ohne zu wissen, dass sie alle als schmückendes Beiwerk für seine Auszeichnung als echter Nachbar mit Herz dienen sollten. Da auch die Eltern der kleinen und größeren Sportler nichts davon wussten, blieb das Geheimnis  zur großen Überraschung auch ein solches. Und dann war es soweit. Die Heimatzeitung rückte zum Training mit Pokal und Geschenkkorb an und Heiko Scholz war baff. Anders lässt sich seine Reaktion nicht beschreiben. Die Augen wurden ein wenig glasig und das Lachen in seinem Gesicht wurde nur durch seine Ohren gestoppt. Als auch die Kinder und Eltern erfuhren, dass die Heimatzeitung vor Ort war, um Heiko Scholz für sein außergewöhnliches Engagement auszuzeichnen, spendeten sie reichlich Applaus, ließen die Redaktion wissen, dass es tatsächlich den Richtigen erwischt hat.
Absolute Lieblingssportart
Im Jahr 2002 hob der heute 48-Jährige die Abteilung Gewichtheben aus der Taufe. Er selbst liebt den Sport seit vielen Jahren, hat als Jugendlicher auch den einen oder anderen Erfolg als Gewichtheber eingefahren. „Meine Leistung war okay. Aber mein Sohn Florian ist mit seinen 14 Jahren jetzt schon besser als ich damals mit 16“, gibt sich Heiko Scholz bescheiden. Im Alter von 18 Jahren hat er dem Gewichtheben dazumal adé gesagt und angefangen Musik zu machen, trat mit seiner Band unter anderem zum Tag der Sachsen in Torgau im Jahr 1997 auf. „Heute mache ich nur noch Hausmusik.“ Nach dem Abschied von der Musik widmete er sich wieder dem Sport, boxte sogar ein paar Monate. „Aber eigentlich war ich dafür schon zu alt“, schätzt Heiko Scholz heute ein.
Also versuchte er sich im Kraftdreikampf, stellte aber schnell fest, dass das nicht das Richtige für ihn ist. Also landete er doch wieder bei seiner Lieblingssportart, dem Gewichtheben. „Das ist doch ein geiler Sport und es wäre schade, wenn es den in Torgau nicht gäbe“, dachte sich der Trainer damals. Also begann er, die Freude, die er selbst an der Sportart hat, auch anderen zu vermitteln.
Heute trainieren viele Kinder und Jugendliche in der Abteilung Gewichtheben. „Ich möchte, dass sie genauso viel Spaß daran haben, wie ich. Wenn jemand tatsächlich das Zeug für mehr hat, dann fördern wir ihn oder sie natürlich und sorgen für ein individuelleres Training“, so Scholz, der den Nachwuchs mehrmals wöchentlich gemeinsam mit seinem Vater Manfred und seinem Sohn Benjamin trainiert. Dabei lernen die Kinder und Jugendlichen nicht nur schwere Gewichte zu heben. Das Training wird durch Fitness- und Athletikeinheiten komplettiert.
Jugendarbeit ist sein Leben
Wenn Heiko Scholz nicht im Trainingsraum steht und anderen die Freude an seiner Lieblingssportart vermittelt, dann arbeitet der zweifache Vater für die Kinder- und Jugendhilfe Obernjesa-Borna in der sozialpädagogischen Familienhilfe, als Erziehungsbeistand und pädagogischer Leiter.  Zuseinem Verantwortungsbereich gehören unter anderem vier Jugendhilfestationen in Nordsachsen als auch die Tagesgruppe Bärenhaus in Loßwig. „Zum einen geben wir Erziehungshilfe, die speziell auf das Kind ausgerichtet ist, zum anderen haben wir aber auch die gesamte Familie im Blick. Jede Familie will, dass es den Kindern gut geht. Und jede Familie hat Ressourcen. Wir versuchen gemeinsam mit den Familien diese Ressourcen zu ermitteln und die Familien zu stärken “, erklärt Heiko Scholz das Konzept, mit dem die Kinder und Jugendhilfe Obernjesa arbeitet. Dafür geht er direkt in die Familien, betreut diese ambulant, besucht sie in ihrem heimischen Umfeld und knüpft auch Kontakte zu den Bildungseinrichtungen. Die Jugendarbeit ist sein Leben. Schon seit März 1998 ist Heiko Scholz in dieser tätig, wollte nie etwas anderes machen.

Artikel mit ähnlichen Schlagwörtern suchen:

Heiko Scholz Nachbarn mit Herz


Das könnte Sie auch interessieren

TZ-ePaper

ePaper lesen

Lesen Sie das ePaper der Torgauer Zeitung bequem zu Haus oder unterwegs.

Jetzt 14 Tage lang unverbindlich testen!

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

AKTIONEN

epaper-probelesen

Frühlings-Abo

Azubimesse
TZ-Probelesen

Torgau-Plus

Wanderführer

Feste und Gäste

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga