Freitag, 29. Mai 2020
Freitag, 3. Januar 2020

DOMMITZSCH

Wenn der Bus zu nah ran fährt, geht die Tür nicht auf

Die Bushaltestelle in der Falkenberger Straße: Der große Wegweiser stört die Anfahrt eines Busses. Die Regenrinne wird zum weiteren Problem. Bürgermeister Herbert Schröder und Bauhof-Mitarbeiter Enrico Franke.

von unserem Redakteur Nico Wendt

Trossin. Der Ärger um die Trossiner Bushaltestelle in der Falkenberger Straße reißt nicht ab. Jetzt stellte sich heraus, dass der barrierefreie Neubau in der jetzigen Form komplett das Ziel verfehlt.

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Trossin. Der Ärger um die Trossiner Bushaltestelle in der Falkenberger Straße reißt nicht ab. Erst beschwerten sich Anwohner, dass sie einen „Klotz“ direkt vor die Nase bzw. vor das Wohnzimmer gesetzt bekommen und der eingeengte Fußweg kaum noch nutzbar sei. Jetzt stellte sich heraus, dass der Neubau in der jetzigen Form komplett das Ziel verfehlt. Das Ein- und Aussteigen wird sogar noch komplizierter als zuvor! Barrierefreier Umbau – erstmal misslungen. 

Bürgermeister Herbert Schröder erklärt das Dilemma. „Wir sind eigentlich durch einen dummen Zufall darauf aufmerksam geworden. Bei einem Vor-Ort-Termin mit Polizei und Straßenaufsicht rollte gerade ein Schulbus heran und hielt etwa einen Meter von der Bordkante entfernt. Die Kinder mussten erst einen Schritt auf die Fahrbahn machen und dann auf den Gehweg hochsteigen. Das sah komisch aus.“ Der anwesende Polizist habe den Busfahrer gefragt und eine verblüffende Antwort erhalten: Wenn er mit dem Bus wie vorgesehen sehr nah an die Haltestelle rangiert, lasse sich die Tür wegen der hohen Bordkante nicht mehr öffnen.

 Herbert Schröder und Bauhof-Mitarbeiter Enrico Franke nahmen sich gestern für den TZ-Redakteur extra Zeit, die Situation genau zu demonstrieren. Demnach entspreche zwar die Höhe der Bordkante zum Pflaster genau den Vorgaben. Allerdings führt eine Rinne, die das Regenwasser von der Fahrbahn aufnimmt, dicht daran vorbei. Sie liegt etwa 5 Zentimeter tiefer. Wenn der Bus mit den Reifen darin steht, tritt das Problem mit der Tür auf. „Wir haben mit dem Busunternehmen gesprochen. Es betrifft vor allem die Fahrzeuge älteren Typs. Aber wir können ja nicht noch fünf Jahre warten, bis diese ersetzt sind“, so der Bürgermeister. 

Selbst dem  geschicktesten Manöver eines geübten Busfahrers seien Grenzen gesetzt. Denn da kommt „Problem 2“ ins Spiel, wie es Herbert Schröder ausdrückt: Ein großer Wegweiser befindet sich im unmittelbaren Haltestellenbereich. Es könnte passieren, dass ein  Busspiegel diesen touchiert. „Das Schild hat Bestandsschutz und lässt sich nicht einfach versetzen. Dann müsste ein völlig neuer Wegweiser beantragt werden. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, liegt das nicht in Zuständigkeit der Gemeinde“, erklärt Bauhof-Mitarbeiter Enrico Franke, der bei einem weiteren Vor-Ort-Termin in Vertretung des Bürgermeisters anwesend war. Der großflächige Wegweiser kündigt die Kreuzung am ehemaligen Konsum (Richtung Roitzsch und Richtung Falkenberg) an. Auch hier gelten Abstandsregelungen. Es gibt auch noch „Problem 3“: „Eine Trinkwasserleitung führt direkt unter dem Pflaster der neuen Bushaltestelle entlang und hätte eigentlich nicht überbaut werden dürfen. Der Zweckverband fordert jetzt ein Umverlegen auf Gemeindekosten. Aber da machen wir nicht mit“, so Bürgermeister Schröder. Er nimmt die Baufirma aus Authausen in Schutz. Die haben nur nach Vorgaben gebaut und gute Arbeit geleistet. „Das Planungsbüro aus Gräfenhainichen hätte besser aufpassen und es genauer abstimmen müssen“ – sagt  der Gemeindechef. Man wolle jetzt versuchen, Lösungen zu finden. Erstmal wurde die Haltestelle – die zwischen 25 000 und 30 000 Euro gekostet hat und im Dezember fertiggestellt wurde– nicht abgenommen. 

Vielleicht könne man die Regenwasserrinne etwas höher nehmen und das gesamte Wartehäuschen ein Stück versetzen. Weitere Vor-Ort-Termine mit allen Beteiligten sollen in Kürze folgen. Dann will man auch darüber sprechen, ob eine Straßenlaterne und ein Hinweisschild „Trinkwasserleitung“ im Gehwegbereich bleiben können. Sie stehen ebenfalls ungünstig. Letzteres könnte man wohl als „Problem 4“ bezeichnen.


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