Sonntag, 31. Mai 2020
Dienstag, 14. Januar 2020

TORGAU

Von deutschen "Exoten" zu indonesischen YouTube-Stars

Maya Drabon hat über 16000 Youtube-Abonnenten. Auf ihrem gleichnamigen Kanal zeigt sie sich und ihren Freund in Alltagssituationen. Und bekommt dafür tausende Klicks. Foto: Privat

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau/Indonesien. Einkaufen, kochen, Äpfel pflücken. All das und noch mehr machen Maya und Marcus Drabon in ihrer Freizeit. Und 16 000 Indonesier schauen ihnen zu. Der gebürtige Torgauer und seine Ehefrau sind regelrechte YouTube-Stars am anderen Ende der Welt.

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16 300. So viele Menschen sehen Maya und Marcus Drabon regelmäßig bei ihrem Alltag zu. Wie sie kochen, wie sie einkaufen, wie sie spazieren gehen. Und so weiter. Die normalsten Dinge werden gefilmt und ins Internet gestellt, wo sie dann von Tausenden Menschen angeschaut werden. Solche Inhalte gibt es auf der Video-Plattform YouTube  in Massen. Die sogenannten Vlogs (Kurz für VideoBlog; Anm. d. Red.) sind voll im Trend und vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. Doch die Videos des aus Torgau stammenden und in Taucha lebenden Marcus und seiner Frau Maya haben eine Besonderheit. Denn ihre Zuschauer stammen nicht aus Deutschland, sondern vom anderen Ende der Welt. Jede Woche schauen dem Ehepaar Zehntausende Indonesier bei den alltäglichsten Dingen zu und die Zahl der Abonnenten steigt immer weiter an. Der Grund dafür: Sie sind für die Indonesier echte Exoten.

Marcus und Maya Drabon.

Marcus ist der Klick-Magnet

Begonnen hat die YouTube-Karriere des Ehepaars Drabon vor ungefähr einem Jahr mit einem simplen Koch-Video. Die gebürtige Indonesierin Maya filmte sich beim Kochen eines traditionellen Gerichtes mit Rinderhackfleisch und Zucchini und kommentierte das Ganze in ihrer Muttersprache.  Eigentlich nichts Besonderes, sollte man meinen. Der Clou des Ganzen spielte sich jedoch bereits in der ersten Minute des Videos ab. Hier wird Ehemann Marcus gezeigt, wie er einfach nur den Kühlschrank einräumt und dabei auf Deutsch mit seiner Freundin spricht. 4693 Menschen haben dieses Video mittlerweile gesehen.
„Wir zeigen den Leuten außergewöhnliche Dinge“, erklärt sich Marcus Drabon die vielen Zuschauer, die sich Woche für Woche die Videos von ihm und seiner Frau anschauen. „Wenn wir zum Beispiel Äpfel pflücken gehen, dann ist das für uns etwas vollkommen Normales. Schließlich sehen wir ja Apfelbäume bei uns jeden Tag. In Indonesien gibt es das nicht, was die Videos zu etwas echt Exotischem machen.“

Inzwischen hat er Spaß dabei

Und damit wäre das Erfolgsrezept von Maya Drabons YouTube-Kanal auch bereits erklärt. Vor allem die Videos, in denen ihr Mann Marcus auftaucht, werden besonders häufig angeschaut. Aktueller Spitzenreiter ist ein Filmchen, welches das Ehepaar bei seinem Wochenend-Einkauf zeigt. Angesehen haben es sich bereits über 150 000 Menschen.

„Ursprünglich wollte ich gar nicht in Mayas Videos mit rein“, sagt der 39-jährige Marcus rückblickend. „Schließlich kann es ja auch sein, dass meine Kollegen sie irgendwann anschauen. Aber die Videos mit mir bringen eben mehr Klicks und so habe ich ihr den Gefallen getan und mitgemacht.“ Mittlerweile habe auch er sehr viel Spaß an dem Projekt seiner Frau und packt sowohl vor als auch hinter der Kamera mit an.

Hauptberuflich YouTuberin

Mittlerweile hat sich die 40-jährige Maya in ihrer Wohnung sogar ein kleines Studio mit aufwendiger Technik und einem sogenannten Greenscreen eingerichtet. Zwei bis drei Videos postet sie pro Woche, jedes davon ist mit mehreren Stunden Arbeit verbunden. Sie betreibt ihren Kanal jedoch nicht nebenbei, sondern konzentriert all ihre Anstrengungen darauf. Denn aufgrund einer körperlichen Einschränkung ist es ihr nicht möglich, einen anderen Beruf auszuüben. „Und so haben wir nach einer flexibleren Tätigkeit gesucht, mit der sie Geld verdienen kann.“

Zwei-Jahres-Plan

Und das ist gelungen. Während Ehemann Marcus seine Brötchen als Niederlassungsleiter einer großen Logistikfirma in Taucha verdient, arbeitet Maya Fulltime an ihrem YouTube-Kanal. Inzwischen hat das Ehepaar für diesen sogar schon ein Nebengewerbe angemeldet, da er schon seit einer ganzen Weile Einnahmen abwirft. „Leben können wir von dem YouTube-Geld zwar noch nicht, aber so langsam kommt da doch schon was zusammen“, erzählt Marcus. „Zwei Jahre wollen wir das jetzt erst mal durchziehen und dann schauen wir mal, wie es sich entwickelt hat.“


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