Mittwoch, 27. Mai 2020
Freitag, 17. Januar 2020

TORGAU

Chefsache #3

Sebastian StöberFoto: Dirk Heinze

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Die Chefsache erscheint jeden Sonnabend in der TZ. Chefredakteur Sebastian Stöber nimmt darin seine Aufregerthemen der Woche aufs Korn – diesmal unter anderem die Kriminalität im PEP.

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Pessimismus ist eigentlich keine Haltung, die mir eigen ist. Aber als ich am Mittwoch die Reportage meines Kollegen Nick Leukhardt zur Kriminalität im PEP las, wurde mir erst heiß, dann kalt: So weit sind wir jetzt schon?

Die letzte Hoffnung des PEP, eines wichtigen Arbeit- und Strukturgebers unserer Stadt, der Kriminalität im Center Herr zu werden, ist die Vermittlung eines Gesprächs mit dem Roma-Verein? Was soll das ändern? Stehlen ist auch in Rumänien illegal, das muss man niemandem in der Landessprache erklären!

Das ganze fühlt sich an, als habe der Staat aufgegeben. Denn offenbar sind Politik und Polizei aus dem Spiel. Seit Jahren führe ich immer wieder Diskussionen mit Menschen, die genau das prophezeien.

Ich halte dann entgegen, dass unser Land funktioniert, was auch bedeutet, dass wir in einem Rechtsstaat leben, in dem die Justiz unabhängig ist und die Polizei genauso viele Rechte beachten muss, wie sie ausübt.

Wenn sich der Staat sein Gewaltmonopol nun nicht schnellstens zurück holt und Handlungsfähigkeit unter Beweis stellt – im PEP und anderswo –, gehen mir allerdings die Argumente aus.

Humor ist wohl die passende Antwort, wenn die Vernunft am Ende ist. Da geht der Polizei im nächtlichen Torgau ein Schleuser ins Netz, der fünf Vietnamesen illegal nach Deutschland gebracht hat. Den Männern wird eine Strafe aufgebrummt und danach werden sie auf freien Fuß gesetzt, mit der Ansage, sich doch bitte bei der für sie zuständigen Ausländerbehörde zu melden.

Mal ehrlich: Wer hätte darauf gewettet, dass am nächsten Tag tatsächlich fünf Vietnamesen im Landratsamt vorsprechen? Humor ist…wenn man trotzdem lacht.

Transparenz war eines der ganz großen Versprechen, die Torgaus OBM vor Amtsantritt abgegeben hat. Von dessen Einlösung ist sie aktuell meilenweit entfernt.

Am Donnerstag hat ein CDU-Stadtrat, und die sind in der Regel gut informiert, öffentlich daran gezweifelt, dass die Landesgartenschau in zwei Jahren pünktlich öffnen wird. Tags darauf war sich der Chef des Laga-Fördervereins nicht sicher, ob da etwas dran sein könnte.

Eigentlich müssten spätestens jetzt die Karten auf den Tisch, um klar zu machen, dass alle Projekte im Zeitplan liegen, Mittel beantragt und Kapazitäten zur Umsetzung vorhanden sind. Sind sie doch, oder?

Undurchsichtig sind auch die Vorgänge rund um die Trennung von Torgau-Kultur-Geschäftsführerin Heidi Peterson. Sicherlich kein ganz angenehmes Thema, denn so leicht scheint diese sich nicht aus dem Amt entfernen zu lassen. Dennoch gehört die Öffentlichkeit ins Bild gesetzt, damit die Überraschung am Ende nicht zu groß ist, wenn der Verein plötzlich unter der Finanzierung von zwei Geschäftsführern ächzt.

Hoch ist angesichts dieser Punkte die Erwartungshaltung an die Rede der OBM zum Neujahrsempfang. Lösungen für Nordwest, Investor fürs Stadthallen-Hotel, Laga-Fahrplan, dazu Bahnhofs- und Jugendherbergen-News – ich freu mich drauf!

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