Montag, 28. September 2020
Freitag, 24. Januar 2020

GESPRÄCH AM SONNTAG

"Meine Buletten findet man so nirgends"

Gabi Otto, die das Bahnhofsbistro in Falkenberg betreibt, bietet Hausmannskost und stets ein offenes Ohr für ihre Gäste.Foto: Nicole Steeg

von unserer Redakteurin Anna Thiere

Gabi Otto über Falkenberger, Hausmannskost und das alte Image der Bahnhofskneipen

 

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Falkenberg/elster.  Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Gabi Otto, Inhaberin von Gabi´s Bistro im Bahnhof in Falkenberg, was ein Bahnhofsbistro ausmacht, welche Reize die Landschaft hier hat, und warum sie immer auch ein bisschen Seelsorgerin ist.

 

SWB: Frau Otto, ein Bahnhofsbistro, wie kamen Sie dazu?

Gabi Otto: Oh, das war ein glücklicher Zufall. Das Bistro habe ich, nachdem es ein Dreiviertel jahr leer stand, Ende Dezember übernommen. Dass es am Bahnhof liegt, war zwar nicht geplant, aber macht einen besonderen Reiz für mich aus.

Waren Sie davor schon in der Gastronomie tätig?

Auch. (lacht) Ich habe einige Jahre in der Altenpflege gearbeitet. Da ich das allerdings gesundheitlich nicht mehr machen kann, habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Ich komme ursprünglich aus Berlin und habe schon früher ein Bistro in der Hauptstadt betrieben, also habe ich mich hier nach einem neuen Betrieb umgesehen.

Wurde Ihnen die Existenzgründung hier leicht gemacht?

Das ging tatsächlich von heute auf morgen. Ich habe mir das Bistro angesehen, dann mit dem Amt Falkenberg und dem Bürgermeister gesprochen. Alles ganz unkompliziert und ohne zu viel Bürokratie. Binnen zwei Wochen konnte ich am 2. Dezember letzten Jahres das erste Mal öffnen. Das wäre vermutlich in Berlin ein wesentlich längerer Weg gewesen. 

Was bieten Sie an?

Bei mir gibt es gute Hausmannskost. Ich bereite alles frisch zu und es schmeckt auch dementsprechend einfach viel besser. Neben kleine Snacks, wie belegte Brötchen und Bockwürstchen, gibt es Klassiker wie Schnitzel mit Pommes und täglich ein wechselndes Mittagsgericht. Besonders stolz bin ich auf meine berühmten Buletten, die sind meist ratzfatz weg.

Wie gestalten sich Ihre Öffnungszeiten?

Über den Winter haben wir von Montag bis Freitag immer zwischen 6 und 18 Uhr geöffnet.

Wie sieht das Angebot im Sommer aus?

Dann bin ich, Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr und am Wochenende von 14 bis 18 Uhr für meine Gäste da. So kann ich auch am Wochenende den Bahnreisenden und Anwohnern die Möglichkeit geben, bei mir einzukehren. Wenn es wärmer wird, ab April, möchte ich auch Kaffee, selbstgebackenen Kuchen und Eis anbieten. 

Was macht, für Sie, die Faszination „Bahnhofsbistro“ aus?

Die Menschen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe. Ich habe ja sehr verschiedene Gäste. Manche sind nur auf der Durchreise, haben ein paar Minuten und kommen wirklich nur, um etwas zu trinken und einen kleinen Snack zu holen. Andere halten sich länger hier auf, essen und trinken etwas, man kommt ins Gespräch und tauscht seine Geschichten aus. Man lernt so viel über das Leben und ist immer auch ein bisschen Seelsorger. Es kommt nicht selten vor, dass Reisende mir ihr Herz ausschütten. Da braucht man dann ein bisschen Feingefühl, die richtigen Worte zu finden. Allerdings gehen die meisten Gäste mit einem Lächeln aus dem Bistro. 

Das verruchte Image der Bahnhofskneipe findet man also bei Ihnen nicht?

Ganz und gar nicht. Ich lege sehr großen Wert auf Freundlichkeit und dass alles sauber und ordentlich ist. Der Bahnhof in Falkenberg wurde ja auch erst neu renoviert, da ist es schon vom Baulichen hell und offen bei mir. Ich möchte für alle Gäste einen schönen Rückzugsort bieten, an dem sie sich wohlfühlen und zur Ruhe kommen können. Egal ob Jung oder Alt, hier sind alle willkommen. 

Wie hat es Sie aus der Hauptstadt hierher verschlagen?

(lacht) Die Liebe. Ich habe meinen Mann kennengelernt, habe ihn geheiratet und bin für ihn nach Langenauendorf gezogen. Zehn Jahre ist das nun schon her und ich bereue keinen Tag. 

Hat sich das, abgesehen von Ihrem Mann natürlich, gelohnt?

Oh ja, sehr. Falkenberg ist eine tolle Stadt. Ich liebe die alten Häuser hier, die Umgebung und besonders das Eisenbahnmuseum. Toll, dass so etwas erhalten bleibt und ein Stück der Geschichte am Leben bleibt. 

Wenn Sie gerade nicht im Bistro hinter dem Tresen stehen, was machen Sie dann?

Wir haben drei Hunde, mit denen ich gerne ausgiebige Gassirunden drehe. Dafür bietet sich die Umgebung ja auch förmlich an. Die Ruhe und Weite hier ist der perfekte Gegenpol zum Leben und Arbeiten an einem Bahnhof. 

Was zeichnet „Gabi´s Bistro“ also besonders aus?

Unser großes Augenmerk auf
Freundlichkeit, eine schöne, heimelige Atmosphäre, ein gutes, leckeres Angebot, dass man immer ein offenes Ohr findet. Ach und natürlich meine Buletten. Aber seien Sie schnell, die sind heiß begehrt!

Gespräch: Anna Thiere


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