Samstag, 22. Februar 2020
Montag, 27. Januar 2020

OSTELBIEN

"An der Landesgrenze darf die Welt nicht zuende sein"

Beilrodes Bürgermeister René Vetter und Herzbergs Stadtoberhaupt Karsten Eule-Prütz unterzeichnen den Vertrag. Dahinter Gemeindewehrleiter Manfred Koch (l.) und Sven Ziehe, Ordnungsamtsleiter in Herzberg. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Die Gemeinde Beilrode und die Stadt Herzberg haben einen Vertrag zur überörtlichen Zusammenarbeit bei Bränden und Hilfeleistungen unterzeichnet. Warum das Ganze so wichtig war, lesen Sie hier: 

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Beilrode. Als im August 2018 der Großbrand in der Annaburger Heide wütete, waren einige Zeit später auch die Feuerwehrleute der Gemeinde Beilrode zur Stelle. Obwohl es sich um ein Gebiet außerhalb von Sachsen handelte.

„Das hat wunderbar geklappt. Die Verständigung funktionierte bestens“, schätzt Gemeindewehrleiter Manfred Koch rückblickend ein. Es war sehr gut, dass die Kommune bereits 2017 ein Abkommen mit der Stadt Annaburg (Sachsen-Anhalt) abgeschlossen hatte. 

Händedruck 

Eine solche Zusammenarbeit soll es künftig auch mit der Stadt Herzberg geben. Am Dienstag trafen sich die Bürgermeister René Vetter und Karsten Eule-Prütz zur Unterzeichnung der amtlichen Dokumente. Dem feierlichen Akt wohnten auch der Herzberger Ordnungsamtsleiter Sven Ziehe und Beilrodes Gemeindewehrleiter Manfred Koch bei. Freudig reichten sich beide Seiten symbolisch die Hände. Bereits am 28. November hatten die Stadtverordneten der brandenburgischen Kommune einstimmig den Beschluss zur „überörtlichen Hilfe  bei Brandeinsätzen, bei Hilfeleistungen und bei der Ausbildung“ herbei geführt. Im Dezember zogen die Beilroder Räte nach. 

Offene Ohren 

„Wir wollten jetzt Nägel mit Köpfen machen“, so René Vetter, der im vergangenen Jahr den Kontakt zu Herzberg gesucht hatte und dort sogleich auf offene Ohren gestoßen war. Nicht zuletzt hätten die Hochwasser 2002 und 2013 an der Elbe gezeigt, wie wichtig eine Zusammenarbeit mit den Nachbarn ist und wie nachteilig es sein kann, wenn solche Unterstützung fehlt. 

„An der Landesgrenze ist die Welt nicht zuende. Das Leben geht auch dahinter weiter“, holt der Beilroder Gemeindechef aus, um dann eine ganze Reihe von Beispielen zu nennen. Unter anderem bei Verkehrsunfällen seien kurze Wege enorm wichtig. Die Bundesstraße 87 verläuft von Sachsen nach Brandenburg. „Züllsdorf und Löhsten haben nur begrenzt Technik zur Verfügung. Da könnten wir schnell Hilfe schicken“, beschreibt Vetter. 

Manfred Koch geht auf die Tücken der Vergangenheit ein: „Die rechtlichen Grundlagen sind komplett anders. Sachsen und Brandenburg haben völlig unterschiedliche Brand- und Katastrophenschutz-Gesetze.“ Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz nickt zustimmend: „Wir können auf sächsischem Boden nicht einfach Rechnungen schreiben.“ 

Jetzt gibt es die vertraglichen Regelungen, die Klarheit bringen. „Es gab ja schon mal Absprachen, aber so was schläft ein. Manchmal genügt bereits nur ein Wechsel der Wehrleitung“, begrüßt nicht nur Manfred Koch, dass nunmehr alles festgeschrieben und amtlich geregelt wurde. Man möchte künftig auch gemeinsame Übungen und Wettkämpfe vornehmen. „Herzberg besitzt eine Drehleiter. Die könnte bei Brandeinsätzen von Bedeutung sein, wenn die Torgauer Drehleiter gerade nicht zur Verfügung steht“, so Vetter. 

Hochwasser 

Mit der Schwarzen Elster hätten auch die Brandenburger einen Fluss im Stadtgebiet, der hin und wieder Sorgen bereitet. Das zeigte sich zuletzt bei den extremen Hochwassern 2010 und 2013. Nachdem jetzt alles in „Stein gemeißelt“ ist, muss das Abkommen ab sofort mit Leben gefüllt werden, waren sich in der vergangenen Woche alle Beteiligten einig. Als nächstes will man sich die Ausrücke-Ordnungen anschauen. Genaue Abstimmungen seien auch mit den beiden Leitstellen in Leipzig und Cottbus nötig. 


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