Sonntag, 31. Mai 2020
Freitag, 14. Februar 2020

TORGAU

Das Großprojekt im Entenfang

Über 500 Jahre ist das Gebäude im Entenfang alt. Nun soll es aufwändig restauriert werden. Foto: Privat; TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. In den kommenden Jahren wird ein 500 Jahre altes historisches Gebäude am Stadtrand von Grund auf saniert. Später soll es dann für Veranstaltungen genutzt werden.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

 Auch wenn im Moment wohl alle Augen gespannt auf die Torgauer Jugendherberge gerichtet sind, ist sie bei weitem nicht das einzige historische Gebäude das im Moment in der Elbestadt aufwändig restauriert wird. So herrscht aktuell am Rand der Stadt, im Entenfang, ebenfalls geschäftiges Treiben. Im Gegensatz zur Jugendherberge, die Ende April eröffnen soll, steht diese Baustelle zwar noch ganz am Anfang, steht dem Großprojekt in der Innenstadt jedoch an historischer Bedeutung jedoch in nichts nach. Denn in dem Gebäude, was hier in der kommenden Jahren aufwändig hergerichtet wird, residierten schon zahlreiche sächsische Kurfürsten.

Karl-Friedrich Potzelt ist seit den 80er-Jahren Besitzer des Entenfangs und packt nun endlich die Restaurierung des historischen Gebäudes an.

Restaurierung überfällig

Initiator dieses Restaurierungs-Projektes ist Karl-Friedrich Potzelt, der Besitzer des Entenfangs. Schon seit den 80er-Jahren ist er der Herr dieses Landstücks am Rande Torgaus und ähnlich lange denkt er auch über eine Restaurierung des historischen Gebäudes nach. „Bis Anfang der 90er wurde es noch von den Schulen für ihre Ferienspiele genutzt, danach aber immer mehr vernachlässigt“, erinnert sich der Entenfang-Chef. Zwar habe er immer wieder notdürftige Schäden geflickt, um das Objekt trocken zu halten, eine aufwändige Sanierung jedoch immer vor sich her geschoben. Nun ist es soweit und Potzelt möchte Nägel mit Köpfen machen „Besser spät als nie“.

Mit der Planung des Großprojektes wurde bereits im Sommer vergangenen Jahres angefangen. Kurze Zeit später wurde dann bereits der erste Fördermittelbescheid des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen ausgestellt, im September begannen dann die ersten Notsicherungsmaßnahmen am Objekt. „Wir befinden uns als Entenfang in der glücklichen Lage, dass wir unsere Eigenmittel durch den Erlös unserer Veranstaltungen aufstocken können. Das Projekt wäre sonst kaum zu stemmen.“

Auch die Loggia an der Vorderfront des Gebäudes soll aufwändig hergerichtet werden.

Historische Substanz bleibt bestehen

Mittlerweile wurde der Dachstuhl von einem Holzschutzgutachter untersucht und in der Mitte des Gebäudes wurde gemäß denkmalpflegerischer Vorgaben mit der Instandsetzung der historischen Dachstuhlkonstruktion begonnen. Wichtig ist Karl-Friedrich Potzelt dabei, neben dem Einsatz ausschließlich regional ansässiger Firmen, möglichst viel der historischen Grundsubstanz zu erhalten. So werden zum Beispiel alle alten Holzbalken des Dachstuhls, insofern diese noch ausreichend tragfähig sind, hergerichtet und wiederverwendet. „Wir haben auch eine Kiste mit alten Nägeln gefunden. Auch die werden wir aufbereiten und mit verbauen.“ Um  sicherzugehen, dass die Arbeiten auch ganz im Sinne der Denkmalpflege verlaufen, steht Potzelt mit dieser in ständigem Kontakt.

Von der historischen Grundsubstanz des Dachstuhls soll so viel wie möglich erhalten bleiben.

Jahrelanges Projekt

Sollten die Arbeiten an dem historischen Gebäude nach Plan verlaufen, soll es in zwei bis vier Jahren betreiberfähig sein. „Es soll ein Objekt werden, verschiedene kulturelle Projekte beheimaten kann“, beschreibt Potzelt die zukünftige Nutzung. Es soll neben einem kleine Gastro-Bereich auch ausreichen Sanitär-Anlagen sowie eine kleine Bühne im Hauptsaal bekommen. Auch die Vermietung für Feiern mit bis zu 150 Gästen kann er sich dafür vorstellen.

Dazu bedarf es zunächst weiterer restauratorischer Untersuchungen vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen im Zusammenhang mit Planungsbüro und Statiker. Zunächst stehen ausschließlich Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten im Zuge einer Notsicherung der Dachhaut an.
Zum späteren Zeitpunkt, voraussichtlich im Jahr 2021 oder 22, soll dann ein Nutzungskonzept und eine Entwurfs-und Genehmigungsplanung erarbeitet werden.

Auch im Erdgeschoss steht noch eine Menge Arbeit an. Hier soll später ein Veranstaltungsraum mit einer kleinen Bühne entstehen.

 


Das könnte Sie auch interessieren

TZ-ePaper

ePaper lesen

Lesen Sie das ePaper der Torgauer Zeitung bequem zu Haus oder unterwegs.

Jetzt 14 Tage lang unverbindlich testen!

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

AKTIONEN

epaper-probelesen

Frühlings-Abo

Azubimesse
TZ-Probelesen

Torgau-Plus

Wanderführer

Feste und Gäste

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga