Donnerstag, 28. Mai 2020
Samstag, 15. Februar 2020

TORGAU

Das Engagement ist seit 20 Jahren ungebrochen

Wilfried Rößler und Taube Karsten vor dem selbstgebauten Tauben-Briefkasten. Der Vogel wurde nach einem ehemaligen Kollegen Rößlers benannt, der den Kampf gegen den Krebs verlor.

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Bennewitz. Wilfried Rößler setzt sich seit zwei Dekaden für krebskranke Kinder ein und stellt Jahr für Jahr besondere Aktionen auf die Beine.

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Die Bedeutung des 14. Februar ist allgemein bekannt. Es ist der Valentinstag, der Tag der Liebe und der Romantik. Einen Tag später, am heutigen 15. Februar sieht es da schon ganz anders aus, dessen Bedeutung kennen die Wenigsten. Dabei ist das Thema, an welches an diesem Datum gedacht werden soll, nicht minder wichtig und deutlich ernster. Denn heute ist der internationale Kinderkrebstag. Und während die meisten Menschen mit diesem weder etwas verbinden, geschweige denn überhaupt wissen dass er existiert, gibt es in Bennewitz einen Mann, für den dieser Tag seit mittlerweile 20 Jahren eine ganz besondere Bedeutung hat. Denn so lange engagiert sich Wilfried Rößler bereits für krebskranke Kinder und stellt Jahr für Jahr Aktionen auf die Beine, um Spendengelder zu sammeln.

Ganz klein angefangen

„Angefangen hat es vor 20 Jahren mit einem kleinen Wachteleierverkauf meiner Tochter Elisabeth“, erinnert sich  Wilfried Rößler heute. Diese hatte damals im Fernsehen einen Beitrag über die Kinderkrebshilfe gesehen und dann den Vorschlag gemacht, dafür Geld zu sammeln. „Das haben wir dann auch gemacht und das hat sich dann nach und nach so entwickelt.“ So führte Familie Rößler bei verschiedenen Dorffesten in der Region ein Hähnewettkrähen durch, organisierte ein Entenwettrennen und sogar eine „Europameisterschaft“ im Eierlegen. „Wir hatten verschiedene Hühnerrassen aus unterschiedlichen Ländern, die dann um die Wette ihre Eier legen mussten“, erzählt der 57-Jährige schmunzelnd. Jahr für Jahr kamen so hunderte Euro an Spendengeldern zusammen, die an die Elternhilfe krebskranker Kinder, Mitteldeutsche Kinderkrebsstiftung und die José-Carreras-Leukämie-Stiftung.

Am Anfang führten Rößler und seine Tochter die Aktionen nur wegen des Spaßes und des guten Zwecks durch. Bis dann jedoch nach zehn Jahren, 2010, Wilfried Rößlers Frau selbst an Krebs erkrankte und zwei Jahre später verstarb. „Dann waren wir also selbst von dem Thema betroffen und engagierten uns natürlich weiter.“ So wurde zum Beispiel auch ein großes Fußballspiel gegen eine Schweizer Mannschaft organisiert, bei dem auch zahlreiche Spendengelder gesammelt und an die Elternhilfe krebskranker Kinder übergeben werden konnten.

Weltbekannte Schirmherren

Auch wenn seine Tochter zwischenzeitlich an den Aktionen nicht mehr teilnehmen konnte, kann Wilfried Rößler doch stets auf die Hilfe von Freunden und Bekannten bauen, die ihn bei seinem Vorhaben unterstützen. Und auch zahlreiche hochrangige Schirmherren konnte er in der vergangenen Jahren für seine Vorhaben gewinnen, was den Bennewitzer besonders stolz macht. „Wir hatten sogar schon einmal den weltbekannten Biophysiker Dr. Josef Käs bei uns zu Gast“, blickt er zurück. „ Den habe ich einfach auf gut Glück angeschrieben und er war sofort begeistert und hat uns sogar besucht. Das war toll.“ Aber auch den ehemaligen Landrat Michael Czupalla, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Frank Kupfer und Ex-Ministerpräsident Stanislaw Tillich konnte er für seine Aktionen in der Vergangenheit gewinnen.

Tauben für den guten Zweck

Während er in den letzten 20 Jahren schon viele verschiedene Aktionen für den guten Zweck durchführte, konzentriert sich Wilfried Rößler in den vergangenen Jahren vor allem auf eine: Das Fliegenlassen von Brieftauben. So ist er seit 13 Jahren jedes Jahr mit seinen gefiederten Freunden bei einem Dorffest der Region anwesend und bietet es dort an, eine Postkarte mit den Tauben zu verschicken.
Die Karte wird dabei ganz normal ausgefüllt, nur die Adresse wird auf einem separaten Zettel vermerkt. Dieser wird am Bein der Taube befestigt, welche dann in einen Briefkasten gesteckt wird, zu dessen offener Rückseite sie herausfliegen kann. „Und dann fliegen sie zu mir nachhause, wo ich ihnen die Adressen abnehme und die Postkarten entsprechend verschicke. Das ist eine lustige Sache, die den Leuten immer viel Freude bereitet.“ Wichtig dabei ist auch, dass jede Taube den Namen eines Freundes oder bekannten von Wilfried Rößler trägt, der den Kampf gegen Krebs verloren hat. „Dadurch bekommt die Aktion noch einmal eine besondere Bedeutung.“

Rößler stattet mit seinen Aktionen immer unterschiedlichen Festen einen Besuch ab, um die Aktion nicht einschlafen zu lassen. So war er vor zwei Jahren zum Beispiel bei der 775-Jahr-Feier in Loßwig zugegen, 2020 ist er beim Tag der offenen Tür des Versuchsgut in Köllitsch am 13. Juni mit seinem selbstgebauten Tauben-Briefkasten vertreten.

Es geht weiter

Und auch in Zukunft möchte er sich für die Unterstützung krebskranker Kinder engagieren. Denn das Thema liegt ihm auch nach 20 Jahren noch besonders am Herzen.  „Es geht auch zukünftig weiter“, versichert er stolz und glücklich über seinen bisherigen erfolg. „Und das solange ich kann.“


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