Freitag, 7. August 2020
Sonntag, 16. Februar 2020

OSTELBIEN

Mensch und Hund auf dem Prüfstand

Die angehenden Rettungshundeführer hatten, genauso wie ihre pelzigen Freunde, eine Menge Spaß bei der Prüfung. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Rosenfeld. Auf dem Truppenübungsplatz Holzdorf waren am Wochenende die Hunde los. Zum ersten Mal richtete der Regionalverband Leipzig/Nordsachsen der Johanniter-Unfall-Hilfe eine Rettungshunderprüfung aus.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Die Johanniter sind am Wochenende wahrlich auf den Hund gekommen. Auf dem Truppenübungsplatz Holzdorf versammelten sich am Samstag und Sonntag gut 25 angehende Rettungshundeführer, um dort gemeinsam mit ihren treuen Fellnasen ihre Prüfung für die besagte Qualifikation abzulegen. Die Prüflinge reisten dafür aus dem gesamten Bundesgebiet nach Nordsachsen und zeigten eindrucksvoll, wie gut die Zusammenarbeit von Hund und Mensch funktionieren kann.

Zum ersten Mal in Nordsachsen

Ausgerichtet wurde die große Rettungshundeprüfung vom Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe Leipzig/Nordsachsen. Rund sechs Mal im Jahr finden in Deutschland solche Prüfungen statt, die Leipziger hatten am Wochenende zum ersten Mal die Ehre, zu einer solche einzuladen. Rund 20 Mann zählt die Rettungshundestaffel der Leipziger Johanniter, welche die sich über das ganze Wochenende erstreckende Prüfung komplett selbst organisierte und ausrichtete. Für Staffelleiter Sebastian Kupke eine anstrengende Herausforderung, die jedoch auch ihren Reiz hat. „Es macht wirklich Spaß, hier mit so vielen Kameraden aus ganz Deutschland zusammenzukommen und zu sehen, wie sie mit ihren Hunden zusammenarbeiten.“ Die regionalen Johanniter fungierten jedoch hauptsächlich nur als Ausrichter, an der Prüfung selbst nahm lediglich ein Duo aus ihren Reihen teil.

Prüfung aus vier Teilen

Eine klassische Rettungshundeprüfung besteht aus insgesamt vier Teilen. Während sich der Hundeführer im ersten Teil noch allein einer Theorieprüfung stellen muss, sind im zweiten Modul vor allem die pelzigen Begleiter gefragt. Bei der so genannten Verweisanzeige wird geprüft, wie die Hunde auf Zielpersonen reagieren. So müssen die so genannten Verbeller beim Fund einer „verletzten Person“ durch Bellen auf sich aufmerksam machen, die Pendler laufen immer wieder zwischen Herrschen und Ziel hin und her und die Bringsler zeigen ihrem Hundeführer dass sie etwas gefunden haben, indem sie ein Lederstück von ihrem Halsband abreißen und in den Mund nehmen.

Ist der zweite Teil geschafft geht die Prüfung ganz klassisch weiter. Denn auch die geläufigen Kommandos wie Platz und Sitz muss ein Rettungshund beherrschen. Hier gehört jedoch auch das reagieren auf Pfeifbefehle oder Handzeichen hinzu. Schließlich soll der Hund sich später auch im Einsatz bei größerer Geräuschentwicklung oder in weiterer Entfernung durch seinen Menschen dirigieren lassen.

Ist auch das geschafft folgt das große Finale. Dann geht es nämlich für Hund und Führer hinaus in den Wald. „Dort sind auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern eine bis drei Personen versteckt“, erklärt Staffelführer Sebastian Kupke den letzten Teil der Prüfung. Um diese zu bestehen, müssen alle „Opfer“ gefunden und abschließend das Gebiet freigegeben werden. „Natürlich wissen die Prüflinge vorher nicht, wie viele Leute im Wald verstreut sind. Dadurch wird garantiert, dass sie das gesamte Gebiet, wie auch im Ernstfall, komplett gründlich absuchen.“

Bei der Verweiseanzeige muss der Hund auf eine auf dem Boden liegende Zielperson reagieren und auf sich aufmerksam machen.Foto: Steffen Kaiser / Johanniter-Unfall-Hilfe Württemberg

Nicht jeder Hund ist geeignet

Auch wenn am Wochenende von Dalmatiner über den Schäferhund bis zum Collie ganz unterschiedliche Hunde bei der Prüfung an den Start gingen, sind bei Weitem nicht alle Rassen geeignet. Wie Sebastian Kupke erklärte, spiele vor allem die Größe der Tiere eine entscheidenende Rolle. Zu kleine Hunde, wie zum Beispiel ein Dackel, hätten beim Absuchen eines solch großen Gebietes keinerlei Chance und würden sich deshalb auch nicht zu Rettungshund eignen. Aber auch zu groß dürfen die Tiere nicht sein. „Ungefähr Kniehöhe, das ist die optimale Größe für einen Rettungshund.“

Ein weiteres Kriterium ist die Nasenform des Hundes. Denn bei der Prüfung kommt es nicht nur auf einen guten Gehorsam an, sondern auch auf einen guten Geruchssinn. Und der hängt, so der Leipziger Staffelführer, maßgeblich von der Nasenform der Hunde zusammen. Ist diese zu platt, wie etwa bei  Boxer oder Bulldogge, kriegen die Tiere deutlich schlechter Luft als ihre Artgenossen mit spitzer Schnauze und riechen dementsprechend auch schlechter.

Sarah Hache ging am Samstag mit ihrem Steffordmix Sally an den Start.

Nicht alle hatten Erfolg

Insgesamt 15 der 26 dynamischen Duos konnten am Ende des Wochenendes aufatmen unddürfen  sich zukünftig als Rettungshundeteam bezeichnen. Und auch wenn für die Leipziger Johanniter die Organisation des Prüfungs-Wochenendes ein echter Kraftakt war, zeichnet sich am Horizont doch schon jetzt die nächste große Veranstaltung ab. Denn im Herbst lädt die Rettungshundestaffel des Johanniter-Regionalverbands Leipzig/Nordsachsen zum großen verbandsübergreifenden Übungstreffen ein, bei welchem über 60 Hundeführer mit ihren pelzigen Freunden anwesend sein werden.


Das könnte Sie auch interessieren

TZ-ePaper

ePaper lesen

Lesen Sie das ePaper der Torgauer Zeitung bequem zu Haus oder unterwegs.

Jetzt 14 Tage lang unverbindlich testen!

 
Sommerakademie 2020: Mehr Umsatz leicht gemacht
24.08.2020, 08:00 Uhr - 25.08.2020, 14:00 Uhr
Sommerakademie 2020: Fit am Telefon
25.08.2020, 08:00 Uhr - 26.08.2020, 15:00 Uhr
Sommerakademie 2020: Crashkurs Arbeitsrecht von A-Z
25.08.2020, 17:00 Uhr - 26.08.2020, 20:15 Uhr
Sommerakademie 2020: Mehr Umsatz leicht gemacht
26.08.2020, 09:00 Uhr - 14:00 Uhr
Sommerakademie 2020: Crashkurs Umsatzsteuer
26.08.2020, 15:30 Uhr - 19:00 Uhr
Sommerakademie 2020: Business-Knigge
27.08.2020, 08:00 Uhr - 16:00 Uhr
Sommerakademie 2020: Crashkurs Buchführung
27.08.2020, 08:00 Uhr - 28.08.2020, 15:00 Uhr
Sommerakademie 2020: Das Schiff richtig steuern
28.08.2020, 08:00 Uhr - 12:00 Uhr
Sommerakademie 2020: Betriebsprüfung im Lohn
31.08.2020, 16:00 Uhr - 18:00 Uhr
ÖPNV-Mobilitätsangebote für Unternehmen
01.09.2020, 14:00 Uhr - 17:00 Uhr
Aktuelle Entwicklungen im Gewerberaummietrecht
01.09.2020, 17:00 Uhr - 19:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
02.09.2020, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
5G Roadshow – 1. IHK-Mobilfunkforum
02.09.2020, 13:30 Uhr - 17:00 Uhr
Gründerabend
16.09.2020, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Die Jagd nach dem Geld
17.09.2020, 13:00 Uhr - 15:00 Uhr
Spezielle Anforderungen der Funkanlagen-Richtlinie
05.10.2020, 14:00 Uhr - 15:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
07.10.2020, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
14.10.2020, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
04.11.2020, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
11.11.2020, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
ÖPNV-Mobilitätsangebote für Unternehmen
01.12.2020, 14:00 Uhr - 17:00 Uhr
Patentsprechtag: Schützen Sie Ihre Innovationen
02.12.2020, 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Gründerabend
09.12.2020, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

AKTIONEN

epaper

TZ-Probelesen

Torgau-Plus

Wanderführer

Feste und Gäste

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga