Samstag, 28. März 2020
Freitag, 21. Februar 2020

DOMMITZSCH

Hoffen auf frostige Nächte

Schon bevor Klärchen sich anschickt, das Panorama der Renaissancestadt zu erhellen, sind Bagger und Lkws der Firma T-Süptitz Transporte gegenüber in Aktion. Foto: PR

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Trossin. Bei Tilo Süptitz und seinem Transportunternehmen plant man Demontageaufträge auch mal mit Wetterkarte. 22 Uhr spielt dabei keine unwichtige Rolle.

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Das könnte die letzte eiskalte Nacht mit Temperaturen unter 0 Grad Celsius sein, denkt sich Tilo Süptitz an einem Abend Ende Januar und ruft sofort einige seiner Mitarbeiter an. Man müsse die Gelegenheit nutzen, wenn der Boden rund um die Baustelle auf der östlichen Elbseite gefroren ist. Nur so kommen die schweren Fahrzeuge seiner Spedition überhaupt auf diesem Areal vorwärts, sinken nicht ein. Und die gewaltigen Maschinen sind für den Rückbau der alten Rohrbrücke und des Anlegers absolut notwendig. Mit ihnen allerdings auch das Weckerklingeln mitten in der Nacht, denn wenn die Sonne am Vormittag wieder kräftiger wird, weicht die kalte Erde der Elbwiesen wieder auf ...

Es sind Aufträge wie dieser in Torgau, die Tilo Süptitz und seine Mannschaft seit nunmehr fast 30 Jahren mit Herzblut und stets zuverlässig in die Hand beziehungsweise die Baggerschaufel nehmen. Nicht selten hofft man in der Branche aber auch, der Zufall möge einem gewogen sein: Schließlich kann ein starker Wind den vorher gut durchdachte Demontage eines zig Meter hohen Industrieschornsteins zur gefährlichen Millimeteraktion machen. „Wir denken vorher an alles, prüfen die Flächenverhältnisse und schätzen Risiken ab. Aber letztlich gehört auch ein Quäntchen Glück zu diesem Job“, erklärt der Chef des 20-Mann-Unternehmens mit Sitz in der Trossiner Ortschaft Roitzsch. Kippt eine solche Esse auf einem von oberirdischen Gasleitungen durchzogenen Firmengelände nur eine Armlänge zu weit nach links oder rechts, ist die Katastrophe perfekt. Doch glücklicherweise musste man sich in den drei vergangenen Dekaden mit einem solchen Ausgang nicht auseinandersetzen. Statt mit Unfallmeldungen machte T-Süptitz Transporte zuletzt mit der Unterstützung einer sächsischen Biathlon-Hoffnung Schlagzeilen. Denn das grüne Unternehmenslogo prangt in dieser Saison am oberen Ende der Gewehrtasche von Verfolgungsweltmeisterin Denise Herrmann – wo es von den Kameras der Fernsehteams direkt entdeckt und in die ganze Sportwelt hinausgetragen wurde. Macht das stolz? „Klar! Am Tag danach haben viele bei mir angerufen und gesagt, dass sie es toll finden, dass eine nordsächsische Firma auf diese Weise den Sport unterstützt. Und sie ist ja auch im weitesten Sinne von hier, kommt aus unserem Freistaat und zeigt großartigen Einsatz und beste Leistungen. Es war mir einfach ein Bedürfnis, diesen Sponsoringvertrag mit ihrem Management um Tobias Angerer zu vereinbaren“, so der eigentlich eher im Motorsport engagierte Unternehmer, der auch anderen heimischen Vereinen bereits Spenden zugutekommen ließ. „Ich muss inzwischen nicht mehr mein ganzes Geld in Trucks stecken. Es macht mir Freude, ja, aber irgendwann musste es mal wieder was Neues sein.“. Neu ist sein Sohn Tom in der Familienfirma schon lange nicht mehr; eigentlich sei er vom Kinderwagen in den Bagger gesprungen, schmunzelt Tilo Süptitz. Und auch, wenn man sich zwischendurch auch mal nicht ganz einig sei, er sei froh darüber, ihn auch morgens – noch vor Sonnenaufgang – auf Baustellen wie an der Elbwiese startklar zu wissen.    


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