Samstag, 4. April 2020
Freitag, 6. März 2020

TORGAU

Weg mit alten Renovierungsregeln!

Junger Meister, frisches Denken, moderne Unternehmensführung.Foto: Brillux RD

Von unserer Redakteurin Julia Sachse

Losswig. Laminat verlegt man längs zum Fenster. Kleine Räume streicht man hell. Große Muster wirken nicht unter niedrigen Decken ...

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Loßwig. Laminat verlegt man längs zum Fenster. Kleine Räume streicht man hell. Große Muster wirken nicht unter niedrigen Decken ...

Wer sagt eigentlich, dass man sich an derlei Regeln heute noch halten muss? Althergebrachte Inneneinrichtungstipps wie diese mögen aus mancherlei Persepektiven plausibel erscheinen und ja, die Räume, die nach ihnen gestaltet werden, haben oftmal einen durchaus harmonischen Stil. Aber ist es auch der ihres Bewohners? Wenn ein Heavy-Metal-Fan sein Wohnzimmer gern mit einer schwarzen Decke versehen haben möchte, obwohl die Höhe des Raumes unter drei Metern liegt – wer sollte es ihm verbieten, den Farbeimer samt Pinsel einfach in die Hand zu nehmen und zugunsten seiner eigenen Wohlfühlatmosphäre loszulegen? Der „Schöner Wohnen“-Gott? Wohl eher nicht.

Beton zum Originalparkett?
Auch Martin Eifert, seit fünf Jahren Malermeister mit dem Hang zum Außergewöhnlichen, tüftelt in seinem Büro in Loßwig am liebsten schon vorab via Software an den Aufträgen jener Kunden, die etwas ganz Besonderes aus ihrem Zuhause machen wollen: einen Wellnesstempel im mediterranen Stil, ein edles Intermezzo aus industriellen und glamourösen Designelementen oder eine schlicht elegante Hausbibliothek. Der kleinste gemeinsame Nenner dafür ist stets die Idee des Kunden und dann fällt Martins Blick auf das Gesamtkonzept. „Ich kann die Wände in Spachteltechniken verschiedenster Art beispielsweise im angesagten Betonlook bearbeiten. Aber passt das dann auch zum Originalparkett, das gewünschtermaßen drinbleiben soll? Wirkt der Effektputz an der vorgesehenen Wand überhaupt, wenn dort kaum natürliches Licht hinfällt und das bisherige Beleuchtungskonzept keine Lampen oder Strahler vorsieht? Ich rede mit allen Kunden darüber, wie ihre Ideen auch am besten wirken können, zeige ihnen gern vor Ort alternative Borten und Stuckelemente und demonstriere indirekte Beleuchtungssysteme“, erklärt der 29-Jährige. „Wenn spezielle Wünsche geäußert werden, dann sollten sie im fertigen Raum auch gut zur Geltung kommen, sonst verfliegt ihre Faszination.

Schön, aber auch nützlich!
Ein stimmiges Gesamtbild aber spiegelt immer auch Aspekte des Bewohnerlebens wider, ohne künstlich zu wirken oder deplatziert.“ Deshalb dürfen beispielsweise kleine Bäder eben doch dunkel gestrichen werden. „Da muss man allerdings drauf achten, dass Feuchträume besondere Farben benötigen und bestimmte Bereiche, wie die Anschlussstellen von Armaturen und dergleichen anfällig für Schäden sein können, weshalb sich hier statt fugenloser Anstriche doch eher Fliesenspiegel anzubringen lohnen könnte.“ Und in Wohnräumen sei aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen inzwischen mineralische Farbe das Must-have Nummer eins.


Fragen Sie sich: Passt das zu uns?
Und die großmotivigen Tapeten? „Haben, am richtigen, exponierten Ort, durchaus das Zeug zum Hingucker. Strukturen wie Vlies oder auch Marmoroptik verleihen  jedem Raum, egal, wie groß oder klein, etwas Herrschaftliches, sollten dann aber auch passende, eher zurückhaltende Möbel und Deko-Accessoires als ‚Partner‘ antreffen.“
Sein ganzheitlicher Anspruch stellt Martin nicht nur in Sachen Material vor ganz moderne Herausforderungen. Er ist der Spezialist für die Gestaltung der Wände, teilweise noch für die Decken, greift aber auch gern auf Partner aus der regionalen Wirtschaft zurück, wenn die Decke gespannt statt gestrichen werden soll. Oder wenn mehr als LED-Bänder für eine smarte und individuell steuerbare Lichtsituation sorgen soll.

Alles wollen – alles können!
Es braucht vielleicht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen, aber um ein Zuhause zu schaffen, brauche es ein nicht minder großes Netzwerk an fachkundigen Helfern. „Ich kann nicht alles selber machen, aber ich kann Handwerker vermitteln, die da ansetzen, wo meine Grenzen sind “, ergänzt der Jungunternehmer. Und so werden aus Grenzen schließlich Möglichkeiten. Was es dazu braucht? Einfach nur Mut! Sich selbst gegen die vermeintlichen Konventionen durchzusetzen. Und ebenso mutigen Experten anspruchsvolle Visionen zur Verwirklichung aufzutragen. Schließlich wohnen Sie ja dann darin, nicht die Renovierungs-Jury Anno dazumal.

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