Donnerstag, 30. Juni 2022
Donnerstag, 12. März 2020

Schlager und Spionage vom Virus geplagt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern/Torgau. Der MDR-Schlagerabend in der Belgeraner Freilichtbühne und die Vorstellung eines Buchs im Torgauer DIZ über die Stasi-Spionage im Westen sind dem Corona-Virus zum Opfer gefallen.

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Das hatten die Belgeraner ganz gewiss nicht auf ihren Wunschzetteln zu stehen: Nachdem in der vergangenen Woche der MDR-Wunschbriefkasten im Getränkemarkt Storm aufgestellt worden war, um damit die musikalische Basis für die Show „Musik für Sie“ zu legen, kam am Mittwochabend die Absage. Grundlage ist der Erlass des sächsischen Gesundheitsministeriums, der seit Donnerstag 8 Uhr gilt. Der Freistaat reagiert damit auf die steigende Zahl von Corona-Fällen. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sollen große Menschenansammlungen vermieden werden.

Uta Bresan sollte am 3. April in Belgern die Show moderieren. Auf bis zu 1500 Schlagerfans hatte sich der Veranstalter in der Freilichtbühne eingestellt. Nachdem die Torgauer Zeitung darüber am Samstag berichtet hatte, gab es innerhalb kürzester Zeit einen Ansturm auf die kostenlosen Karten.

Bürgermeisterin Eike Petzold bedauerte die wegen des Corona-Virus getroffene Vorsichtsmaßnahme. Gleichwohl versicherte sie am Donnerstag im Gespräch mit der Heimatzeitung, dass wegen der enormen Kartennachfrage und der bereits erfolgten Recherchen zur Show die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werde.

Auch Dr. Heribert Schwan bekommt die Auswirkungen von Corona zu spüren. Zuerst die Absage der für den Freitag geplanten Buchvorstellung „Spione im Zentrum der Macht“ im Stasi-Unterlagenarchiv in Leipzig. Nun auch die Absage der Buchvorstellung für den kommenden Samstag im Torgauer Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ). Schwan ist der Biograf Helmut Kohls und hat zahlreiche Bücher verfasst, darunter etliche Beststeller. Mit „Spione im Zentrum der Macht“ geht er der Frage nach, wie Tausende Stasi-Agenten die westdeutschen Regierungen seit Adenauer bespitzelten. Mehr als 70 000 Seiten Stasi-Akten hat der Autor verarbeitet, um das Ausmaß der DDR-Spionage im Westen nachzuvollziehen. Nach DIZ-Angabe ist auch jene Lesung nur aufgeschoben.

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