Mittwoch, 21. Oktober 2020
Freitag, 20. März 2020

NORDSACHSEN

Nordsachsens Feuerwehren trotz Corona im Einsatz

Auch die Arbeit der Feuerwehren wird durch den Corona-Virus beeinflusst. Foto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Nordsachsen. Wie wirkt sich die aktuelle Krise auf die Arbeit der regionalen Feuerwehren aus? Sind sie einsatzfähig, können Ausbildungen durchgeführt werden und welche Sicherheitsmaßnahmen gilt es im Einsatz zu beachten? Die TZ fragte nach.

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Kinderbetreuung, Homeoffice, Quarantäne. Aktuell gibt es viele Gründe, das Haus nicht verlassen zu können. Angesichts der Corona-Krise haben viele Menschen ihr Leben komplett umstrukturiert und in die eigenen vier Wände verlagert. Aber was, wenn irgendwann die Sirene heult? Dann müssen die Kameraden ausrücken, denn schließlich lassen sich Feuer nicht von zu Hause aus löschen. Doch wie sind die Wehren in der Region in der Krisenzeit aufgestellt? Und mit welchen Sicherheitsmaßnahmen kann man sich als Feuerwehrmann vor einer Ansteckung bewahren? Die TZ fragte nach.

Zahlreiche Maßnahmen

„Wir haben aufgrund der Corona-Situation seit vergangener Woche unseren kompletten Dienst- und Ausbildungsbetrieb bis vorerst 16. April ausgesetzt“, erzählt  Torgaus Stadtwehrleiter Thomas Bein. Dies gelte natürlich nicht nur für die aktiven Feuerwehrleute, sondern auch für die Jugend-, die Alters- und Ehrenabteilung. Das Ansteckungsrisiko sei einfach zu hoch. „Wir sind ja zum Glück bei den Aktiven alle ausgebildete Feuerwehrleute, da ist das verschmerzbar, wenn die Ausbildungen einen Monat aussetzen.“

Auf die Einsatzfähigkeit der Torgauer Kameraden hat das Corona-Virus und die damit einhergehenden Maßnahmen jedoch keine Auswirkungen. Keiner der Feuerwehrleute befinde sich aktuell in Quarantäne, man sei voll aufgestellt, heißt es von der Wehrleitung.

Und um dies auch in Zukunft beizubehalten, wurden zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Das Gerätehaus ist für Fremde geschlossen, an den Eingängen stehen Desinfektionsmittel-Spender und die maximale Besetzung der Feuerwehrautos wurde heruntergeschraubt. „Wir fahren jetzt in einem Gruppenlöschfahrzeug, in das normalerweise neun Kameraden passen, mit der Mindestbesetzung von fünf plus einem Fahrer. Zu größeren Einsätzen rücken wir also dann mit mehr Autos als sonst aus und auch der Einsatzort wird  entsprechend größer, da wir uns nur noch in kleinen Gruppen beieinander aufhalten.“

Außerdem ist Thomas Bein aktuell bei jedem größeren Einsatz als Einsatzleitung mit dabei. Seine Stellvertreter, Ray Richter und Peter Krause, bleiben vorerst zu Hause, um bei einer möglichen Infektion Beins für ihn einzuspringen. „Damit stellen wir sicher, dass immer einer von uns verfügbar ist.“
Und Vertreter der Torgauer Feuerwehr sind auch Mitglieder des Krisenstabs der Stadt Torgau und bleiben somit stets über die aktuellen Geschehnisse und Maßnahmen auf dem neuesten Stand.

Grünes Licht in Dommitzsch

Seine Maßnahmen erarbeitet hat die Torgauer Feuerwehr unter anderem zusammen mit den Dommitzscher Kameraden. Und dementsprechend ähnelt sich das Vorgehen der beiden Wehren auch. Kleinere Besetzung der Feuerwehrautos, ein gesperrtes Gerätehaus und Desinfektion am Eingang. „Außerdem haben wir unsere Schutzausrüstung angepasst“, sagt Wehrleiter Bernd Schlobach. Atemschutzmasken und Schutzanzüge lägen nun stets bereit und könnten von den Kameraden im Ernstfall direkt verwendet werden.
Was die Einsatzfähigkeit anbelangt, kann man auch in Dommitzsch grünes Licht geben. „Ein Krankheitsfall ist noch nicht eingetreten und die meisten unserer Kameraden sind  noch arbeiten“, sagt Wehrleiter Schlobach. „Aber das kann sich natürlich schnell ändern. Man muss jetzt einfach schauen, wie sich die ganze Sache entwickelt.“

Mockrehna auf Sparflamme

Seine Stirn ordentlich in Sorgenfalten gelegt hat Mockrehnas Gemeindewehrleiter. Denn während in Torgau und auch Dommitzsch alles in Ordnung ist, kann er in der Pumphutgemeinde nicht unbedingt für eine komplette Einsatzfähigkeit der Wehr garantieren. Zwar befinde sich noch keiner der Feuerwehrleute in Quarantäne, die geschlossenen Kitas und Schulen bereiten dem Wehrleiter jedoch Kopfzerbrechen.

„Viele unserer Kameraden müssen zu Hause ihre Kinder hüten. Die Väter sind mit den Kleinen zuhause, die Mütter bei der Arbeit. Ich weiß im Moment nicht, ob unsere Tageseinsatzbereitschaft gesichert ist oder nicht.“ Bisher musste die Mockrehnaer Wehr seit Beginn der Corona-Krise noch zu keinem Einsatz ausrücken, „und ich will es auch gar nicht testen.“

Was die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung angeht, ist man jedoch bei den Wehren in der Gemeinde Mockrehna vorbereitet. „Ich habe das Material bekommen und an die einzelnen Ortswehren weitergegeben. Allerdings ist es gar nicht so einfach, solche Maßnahmen umzusetzen, wenn man sich nicht zu Schulungen treffen darf.“

Beilrode lädt ein

Auf der anderen Seite der Elbe ist man angesichts der aktuellen Corona-Krise deutlich besser aufgelegt. Zwar steht faktisch bei der Beilroder Feuerwehr der Ausbildungs- und Dienstbetrieb, genau wie bei den anderen Wehren der Region auch, still, doch ansonsten wirkt sich die Situation kaum auf die Arbeit der Kameraden aus.

„Wir sind voll einsatzfähig und auch die Schutzmaßnahmen sind für uns gut umsetzbar“, erklärt Maik Labitzke, Beilrodes Wehrleiter. Einweghandschuhe unter den Einsatzhandschuhen ziehe man sowieso seit jeher an und die Fahrzeuge hätten ohnehin nicht genügend Sitze für eine kritische Anzahl an Feuerwehrleuten. „Aber natürlich wurden alle unsere Kameraden in die nötigen Sicherheitsvorkehrungen eingewiesen.“

Auch wenn das neue Feuerwehrgerätehaus in Beilrode eigentlich nicht für Außenstehende zugängig ist, laden die Kameraden am kommenden Donnerstag explizit dorthin ein. Denn am 26. März ist ebenda von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr das Deutsche Rote Kreuz mit einer Blutspendenaktion zu Gast.  „Wir werden natürlich alle Vorsichtsmaßnahmen treffen, aber diese Aktion wollten wir, gerade in dieser Krisenzeit, nicht absagen.“


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