Montag, 13. Juli 2020
Mittwoch, 25. März 2020

TORGAU

Der Gewerbering - Nahezu ausgestorben statt geschäftiges Treiben

Heller Sonnenschein und gespenstische Ruhe am Dienstag im Gewerbering. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Die sächsische allgemeeinverfügung wirkt sich auch auf die Fimren im Gewerbering Torgau aus. Was noch geöffnet hat und was geschlossen ist, erkundete die TZ vor Ort.

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Eine nahezu sonntägliche Ruhe herrschte gestern am späten Vormittag im Gewerbering. Lediglich das einladend geöffnete Tor der Ziesmann-Baugeräte GmbH und ein Lkw der Abfallwirtschaft Torgau- Oschatz lassen einen Werktag vermuten. Die Ausgangsbeschränkungen zeigen Wirkung, dennoch wird hier noch gearbeitet.

Volle Auftragsbücher

Aktuell werden nur noch gewerbliche Aufträge in der Lackiererei Seidat ausgeführt. Die Lackierung und Aufbereitung privater Fahrzeuge ist vorerst ausgesetzt. „Was wir an Fahrzeugen aber schon auf dem Hof haben, wird noch fertig gemacht“, sagte Inhaber Dirk Seidat. Die Mitarbeiter befinden sich bereits in Kurzarbeit, einige bummeln Überstunden ab. Von Montag bis Freitag ist das Büro noch besetzt.
„Wir haben noch das komplette Programm im Angebot“, informierte Andreas Brauer, Niederlassungsleiter der DEKRA in Torgau. Bei den Öffnungszeiten bleibt vorerst von Montag bis Freitag alles beim alten, samstags ist momentan geschlossen.
Wer einen Bagger benötigt, wird auch in Zeiten von Corona bei Ziesmanns fündig.„Wir sind froh, dass wir noch öffnen dürfen“, meinte Carolin Ziesmann, Vertriebs- und Marketingleiterin. So könne momentan das volle Spektrum an Dienstleistungen angeboten werden. Dafür stehen die normalen Öffnungszeiten zur Verfügung. Der Verantwortung für die 35 Mitarbeiter wolle man auch während der Corona-Krise gerecht werden. „Wir finden individuelle Lösungen, wenn es um die Kinderbetreuung geht“, so Ziesmann.
„Momentan brummt der Laden, wir arbeiten auch am Samstag“, bemerkte Geschäftsführer Christian Stange vom Brennservice Stange zur aktuellen Lage. Alles fährt runter, nur Stange schiebt Sonderschichten? Er wolle eben so viel wie möglich an Aufträgen vom Hof bekommen, so lange es noch ginge, begründete Christian Stange den scheinbaren Widerspruch. So bereitet er sich auch schon auf einen möglichen Auftragsrückgang vor, hat unter anderem Gespräche mit Banken geführt. „Wir hoffen, dass der Fall nicht eintritt, aber wenn, dann erwischt es uns wenigstens nicht eiskalt“, so Stange.
Auch Roy Lovasi beliefert wie sein Nachbar vom Brennschneidservice nur gewerbliche Kunden. Der Inhaber des Schweiß- und Montage-Service Lovasi berichtet von aktuell gut gefüllten Auftragsbüchern. Das Abstandsgebot ist für ihn kein Problem, weil die insgesamt 13 Mitarbeiter in Früh- und Spätschicht eingeteilt sind. „Zukunftssorgen mache ich mir keine“, blickte der Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft.

Ohne Kontakt

Sämtliche Verkäufer der Torgauer Filiale des Mercedes-Autohauses GRUMA sind im Homeoffice. Ein Verkauf von Fahrzeugen findet nicht statt, die Interessenten werden lediglich beraten. In der Werkstatt werden noch alle Arbeiten ausgeführt und neue Aufträge angenommen. Man habe alle Möglichkeiten genutzt, um den Kontakt der Kunden untereinander und mit den Mitarbeitern zu minimieren, informiert Centerleiter Holger Nicklisch. „Bis jetzt läuft es noch“, meint Nicklisch.
Beim Autohaus Tuschla werden momentan in der Werkstatt die letzten vorhandenen Aufträge abgearbeitet. Dies seien hauptsächlich Durchsichten, wie Inhaber Enrico Tuschla mitteilte. „Schon vereinbarte Termine haben wir abgesagt“, so Tuschla. Dabei achte man besonders auf die kontaktlose Fahrzeugübergabe. Der Verkauf liegt komplett brach. Die Verkäufer sind im Homeoffice und können von dort den Kunden höchstens noch telefonisch beraten. Sein Autohaus öffnet er vorerst von Montag bis Freitag zu den gewohnten Zeiten.
Der Geruch von Lösungsmitteln liegt in der Luft, aber in der Halle der Lackiererei Krause geht es ruhig zu.  „Das ist normal“, versichert Seniorchef Siegfried Krause. Momentan fehle ein Mitarbeiter und es kämen weniger Lauf- und Privatkunden. „Wir sind ganz normal da“, lässt er sich von der aktuellen Krise nicht aus der Ruhe bringen.
Die Torgauer Filiale des Fahrzeugteilehändlers A.T.U. und dessen Werkstatt sind laut einem Aushang an der Tür vorerst bis zum 4. April gänzlich geschlossen. Generell friert der Konzern zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden alle Standorte im Bundesgebiet bis zum 14. April ein. „Einzelne Filialen könne aber durchaus zeitiger wieder öffnen“, erläutert Pressesprecher Markus Meißner. Zur Aufrechterhaltung der Grundversorgung wurden zehn Schwerpunkt-Werkstätten, davon eine in Leipzig, für absolute Notfälle eingerichtet. Dies betrifft zum Beispiel Reparaturen an Rettungsfahrzeugen.

Hier geht bis zum 4. April nichts mehr: Die torgauer Filiale von A.T.U.

Service satt

Keine Probefahrt, kein Verkauf und keine Waschaktion – die behördlichen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich auch beim Autohaus Maluche aus. Dennoch steht die Werkstatt momentan weiterhin mit dem vollen Programm bereit. „Auf Wunsch holen wir das Auto beim Kunden zu Hause ab und  bringen es auch zurück“, bietet Roland Maluche an. Der Geschäftsführer führt weiterhin aus, dass der Verkauf zumindest online weitergehen könne. Dabei wird das Kundenfahrzeug kontaktlos übergeben. Aktuell gelten noch die normalen Öffnungszeiten, die aber bereits intern diskutiert werden.

Auch im Auto-Center Torgau steht nur noch die Werkstatt mit ihrer vollen Bandbreite zur Verfügung. Dies betrifft ebenfalls die Werkstätten des dazugehörigen MAN-Stützpunktes und des Audi-Betriebes im Husarenpark. Die drei Standorte sind voll besetzt und gut ausgelastet. Termine werden vorerst weiterhin vergeben. Dagegen findet der Verkauf und die Beratung zu Fahrzeugen und Ersatzteilen nur noch online oder per Telefon als Notlösung statt. „Der Kunde muss schon sehr genau wissen, was er für ein Auto will“, sagte Klaus-Dieter Kersten. Der Geschäftsführer des Auto-Centers betonte dies, weil Probefahrten momentan nicht möglich sind. Trotz des auf die Werkstatt beschränkten Angebotes bleiben die normalen Öffnungszeiten bestehen.

Ob Eingangsschleuse, ...
Bodenmarkierungen, ...
noch mehr Bodenmarkierungen, ...
oder Hinweisschilder – die Autohäuser im Gewerbering setzen das Abstandsgebot je nach Platzangebot in den eigenen Räumen konsequent um.

 


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