Samstag, 3. Dezember 2022
Dienstag, 31. März 2020

Tattoo-Kunst im alten Wildschützer Konsum

"Mimi" hofft, dass der Corona-Spuk bald vorbei sein wird.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Wildschütz. Michelle „Mimi“ Stolley zog es aus Leipzig in den Mockrehnaer Ortsteil.

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Das war nun wahrlich kein Start nach Maß: Ende Februar erst eröffnet, musste Michelle Stolley (24 J.) ihr Geschäft auch schon wieder schließen. Wenn auch nur vorübergehend wegen der Corona-Epidemie.

 

Umfunktioniert

 

Den ehemaligen Konsum des Mockrehnaer Ortsteils hat „Mimi“ – so lautet ihr Künstlername – zu einem Tattoo-Studio umfunktioniert. Glitzernde Totenköpfe, rot-schwarze halbdurchsichtige Vorhänge, eine schwarze Sitzecke und ein Motorrad. Die großen Schaufenster fluten den Innenraum mit reichlich Licht. Nur reichlich Kunden fehlen in diesen schwierigen Tagen. Leider.

Dabei war „Mimi“ von der Resonanz der ersten beiden Wochen regelrecht geplättet. Über die Sozialen Medien hatte sich das Angebot schnell herumgesprochen. Termine für ihre anfangs vier, später drei festen Tätowierer standen im Buch. Doch dann kamen die vom Gesetzgeber festgelegten Einschränkungen. Für „Mimi“ nachvollziehbar, gehe es doch um Gesundheit. Fürs Geschäft natürlich alles andere als gut.

 

Lebensmittelpunkt

 

Im Sommer des vergangenen Jahres hatten Michelle Stolley und ihr Mann Michael den ehemaligen Konsum erworben und zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht. Zuvor in Böhlen wohnend konzentrierte sich das Geschäftsleben beider bislang auf die Messemetropole Leipzig. Hier betrieb „Mimi“ zuletzt einen Nachtclub, wurde diesbezüglich von der BILD-Zeitung als Deutschlands wohl jüngste Club-Besitzerin vorgestellt.

Dass das Paar nun ausgerechnet in Wildschütz – in Sichtweite der Alten Schule – einen neuen Anlauf nimmt, lag an dem jähen Ende des Clublebens in der Leipziger Bornaischen Straße; hervorgerufen durch einen Brand.

Ihren Tätowierern bietet „Mimi“ in Wildschütz nun eine geschäftliche Basis. Die Künstler mieten sich für Projekte ein. So passiert es schon mal, dass Tätowierer selbst von weither den Weg nach Wildschütz auf sich nehmen.

„Mimis“ Aufgabe beschränkt sich dabei nicht nur auf die Vermietung der Räumlichkeiten. Sie berät Kunden bei der Auswahl der zu stechenden Motive. Zudem sorgt die gebürtige Hamburgerin dafür, dass dem Motivwunsch ihr jeweils bester Wander-Künstler zugeordnet wird.

 

Zur Person:

Michelle „Mimi“ Stolley ist 24 Jahre alt. Mit 18 Jahren absolvierte sie eine Ausbildung zur Sexualberaterin. Später folgte sie dem Rat ihrer Mutter und erlernte „etwas Bodenständiges“. Um Fachkraft für Schutz und Sicherheit zu werden, absolvierte sie eine dreijährige Ausbildung, kam dort auch mit Krav Maga – das ist eine moderne israelischen Selbstverteidigungskunst, die bevorzugt Schlag- und Tritttechniken einsetzt, aber auch Grifftechniken, Hebel und Bodenkampf beinhaltet (Wikipedia) – in Kontakt. Selbst ein Tattoo-Fan, war für sie die Brücke zu jener Kunst schnell geschlagen. Am 28. Februar eröffnete ihr Studio „No Name INK“. „Mimi“ hat vier große Hobbys: Makeup, Hunde, Autos und Audenhainer Schützengilde.

 

 

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