Dienstag, 9. März 2021
Mittwoch, 1. April 2020

Kein Stillstand in Torgaus Fitness-Tempeln

Gähnende Leere in den Fitnessstudios sind dieser Tage der Normalzustand. Und trotzdem wird versucht, die Mitglieder beim Sportmachen zuhause so gut es geht zu unterstützen. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Injoy, Lady Gym und Fit & Fun kümmern sich trotz coronabedingter Schließung um ihre Mitglieder. Die Vorgehensweisen sind dabei jedoch ganz unterschiedlich.

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Normalerweise herrscht in dieser Zeit des Jahres Hochbetrieb in deutschen Fitnessstudios. Es wird trainiert, geschwitzt und Gewicht verloren, um sich die perfekte Strand-Figur für den Sommer anzueignen. Doch stattdessen herrscht in den Fitness-Tempeln der Republik aktuell gähnende Leere. Auch sie sind von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus betroffen und mussten ihre Pforten schließen. Dabei bildet natürlich auch  Torgau keine Ausnahme. Seit knapp drei Wochen kann in den drei großen Studios, dem Lady Gym in der Innenstadt, dem Injoy im Brauhauspark sowie dem Fit & Fun in der Eilenburger Straße, nicht mehr trainiert werden. Doch auch wenn aktuell alle drei das gleiche Schicksal teilen, unterscheiden sie sich doch im Umgang damit.

Solidarität im Lady Gym

„Wir müssen uns natürlich erst einmal selbst alle in die Situation hineinfinden“, erzählt Henry Goldammer, Inhaber des Lady Gyms. „Aber mittlerweile kommen wir damit doch ganz gut klar.“ Er und seine Mitarbeiter legen vor allem Wert darauf, die Studio-Mitglieder in dieser Krisenzeit nicht im Regen stehenzulassen. So wird stets fleißig mit ihnen telefoniert und auch studioeigene Whatsapp-Gruppen wurden gegründet. Dort werden dann Ratschläge zum Training zu Hause ausgetauscht, Trainingspläne versendet, Inspirationsvideos geteilt und teilweise auch einfach ein bisschen geplauscht –, aber auch Hilfe, gerade für die älteren Mitglieder, im normalen Alltag angeboten.

Ob man beim Lady Gym zukünftig auch noch andere Wege nutze, wie etwa Trainings-Sessions mit Videoübertragung, stehe noch nicht fest. „Wir müssen schauen, was wir in Zukunft anbieten können, um unsere Mitglieder weiter fit und motiviert zu halten. Da sind wir im Moment noch in der ,Ideenfindungsphase’ und lernen ständig dazu“, sagt Goldammer.

Doch auch wenn aktuell im Lady Gym außer Renovierungsarbeiten in den Umkleiden und im Trainings-Bereich aktuell nicht viel los ist, zahlen dessen Mitglieder bereitwillig ihre Beiträge weiter. „Darüber sind wir wirklich unheimlich dankbar und sind somit auch in der Situation, die Krise, aus jetziger Sicht, völlig ohne Kurzarbeit der Mitarbeiter  zu überstehen.“ Diesen solidarischen Akt seiner Kunden bezeichnet Goldammer als einen großen  Vertrauensvorschuss in die Zukunft. Sobald die Krise überstanden ist, verspricht er, können diese so lange kostenfrei trainieren, wie sie in der Krise das Lady Gym mit ihren weitergezahlten Mitgliedsbeiträgen solidarisch unterstützt haben.

Zusammen mit seiner Mitarbeiterin Lisa-Marie Wenzel schwingt Henry Goldammer den Pinsel und verpasst den Umkleideräumen des Lady Gym einen neuen Anstrich.

Online-Training mit dem Injoy

Das Team des Torgauer Injoy Sport- und Wellnessclub steht seinen Mitgliedern nicht nur telefonisch zur Seite, sondern faktisch virtuell. Auch wenn in dem Studio im Moment keine Kurse und kein Trainingsbetrieb stattfinden können, will man die Kundschaft möglichst fit durch die Krisenzeit bringen und hat aus diesem Grund auf der Website www.injoy-torgau.de ein umfangreiches Online-Kursprogramm bereitgestellt. „Diese Workouts finden zum Großteil durch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht statt, da viele unserer Mitglieder keine Trainingsgeräte zu Hause haben“, erklärt Geschäftsführer Oliver Göttert das Prinzip der Videos. Die Besucher der Website können sich so einfach Inspirationen für ihr eigenes Training abholen.

Falls noch Fragen offen sein sollten, ist auch das komplette Team vom Injoy Torgau montags bis freitags im Studio vor Ort und telefonisch von 9 Uhr bis 13 Uhr erreichbar. „Um direkt nach der Krise wieder voll durchstarten zu können, bilden sich unsere Mitarbeiter in der restlichen Zeit mit Hilfe von E-Learning weiter. Außerdem wird die Zeit genutzt, um Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen zu erledigen, die im normalen Tagesgeschäft oftmals hintenan stehen.“

Der Trainingsbetrieb des Torgauer Injoy ist zwar seit dem 18. März eingestellt, die an das Studio angeschlossene Physiotherapie jedoch nach wie vor geöffnet. „Wir ergreifen dort natürlich alle möglichen Maßnahmen, um unsere Mitarbeiter und Patienten zu schützen. Schließlich gibt es genug Menschen mit einem akuten Leiden, die auf die Therapie angewiesen sind.“ Der Rehasport hingegen, fügt Oliver Göttert hinzu, sei im Moment jedoch ausgesetzt, da sich bei den Kursen zu viele Personen auf engerem Raum befänden.

Was den Umgang mit den Mitgliederbeiträgen anbelangt, fährt man beim Injoy Torgau die gleiche Taktik wie das Lady Gym. Die Beiträge werden in der Krisenzeit weiter abgebucht. Im Anschluss daran haben die Mitglieder die Möglichkeit, aus mehreren Varianten der Gutschrift zu wählen. So können sie zum Beispiel die entsprechende Zeit der Schließung nachträglich kostenfrei trainieren und dabei den Zeitraum individuell für sich wählen.

Oliver Göttert (r.) und sein Team des Injoy Torgau. Foto: Privat

Fit & Fun streamt live

In der Eilenburger Straße, beim Fitness-Studio Fit & Fun, begegnet man der Corona-Krise mit einer digitalen Volloffensive. Innerhalb kürzester Zeit haben Geschäftsführer Paul Georg und sein Team so ein Internetportal für die Mitglieder zur Verfügung gestellt, in welchem diese vom Bauch-Beine-Po-Training bis zu verschiedenen Yoga-Posen zahlreiche Trainingsarten abrufen und so auch zu Hause durchführen können. Und die Zumba-Kurse des Fit & Fun werden sogar per Live-Stream direkt zu den Mitgliedern nach Hause übertragen. So treffen sich bis zu vier Mal pro Woche die rund sechs bis zehn Kursmitglieder online, um beim Zumba gemeinsam zu trainieren.

„Für unsere Kunden ist die Zeit jetzt genau so schlimm wie für uns“, erklärt Paul Georg. „Wir haben hier teilweise Leute, die schon seit 20 Jahren regelmäßig bei uns trainieren. Für die ist so eine temporäre Schließung eine wahnsinnige Umstellung und denen wollen wir dann so gut es geht durch diese Zeit helfen.“ Dies passiert zum einen durch das Online-Training, aber auch durch den ständigen Kontakt mit den Mitgliedern. Mithilfe von E-Mail, SMS, Briefen oder Social Media hält man diese ständig auf dem Laufenden. Zum Beispiel über die Laufenden Renovierungs-Arbeiten, die man beim Fit & Fun in der Zeit ohne Betrieb durchführt.

Wie die Mitglieder dann im Nachhinein für den wochenlangen Ausfall des Studiobetriebs entschädigt werden, dass müsse man erst noch entscheiden. „Wir haben dabei mehrere Möglichkeiten im Kopf, die wir dann individuell mit unseren Mitgliedern abstimmen. Doch schon jetzt ist der größte Teil unserer Kunden angesichts der Situation wirklich verständnisvoll und steht uns auch weiterhin zur Seite.“

Im Moment ist das Fit & Fun zwar komplett leer, doch Paul Georg und sein Team haben den Mitgliedern Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, um auch online trainieren zu können.

 

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