Sonntag, 9. August 2020
Freitag, 3. April 2020

DOMMITZSCH

"Wir haben sehr zeitig reagiert"

Bürgermeisterin Heike Karau

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Die Bürgermeisterin Heike Karau spricht im TZ-Interview über Home-Office der Verwaltung, über Bürgerkontakte und über ständige Kontrollen im Dommitzscher Stadtgebiet. 

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Dommitzsch. Das Corona-Virus hat auch die Arbeit in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Landkreis auf den Kopf gestellt. TZ sprach mit der Dommitzscher Bürgermeisterin Heike Karau darüber, wie die Behörde trotzdem funktioniert und ihre Aufgaben im Interesse der Einwohner erledigt. 

 

TZ: Was hat sich mit der Corona-Krise im Rathaus verändert?

H. Karau: Wir haben schon relativ zeitig einen Krisenstab gebildet mit Amtsleitern, Mitarbeitern der Verwaltung und Vertretern der Feuerwehr. Am Freitag, dem 13. März, wurde die Lage prekär. Wir hatten schon am 11. März eine erste Zusammenkunft, weil abzusehen war, dass sich die Lage zuspitzt. Neben dem achtköpfigen Krisenstab gibt es eine erweiterte Gruppe, mit der wir über Whats App in Kontakt sind und an die wir wichtige Informationen weiterleiten. Dazu gehören auch die Kindereinrichtung und die Gemeinden Elsnig und Trossin, die aber eigenständig agieren. 

 

Was gab es am 11. März schon zu regeln? 

Es stand so gut wie fest, dass sämtliche Veranstaltungen abgesagt, Spielplätze, Sporteinrichtungen, das Museum sowie das Mehrgenerationenhaus zu schließen sind. Wir hatten Bekanntmachungen zu veröffentlichen, Schilder zu drucken, Absperrbänder auszubringen. Alles musste gemanagt und koordiniert werden. Wir haben unsere Homepage im Internet aufgerüstet, Allgemeinverfügungen, Elternbriefe und Hygienevorschriften eingestellt, um die Bürger auf dem Laufenden zu halten. 

 

Haben Sie einen Überblick über Corona-Fälle im Stadtgebiet und werden solche Zahlen ebenfalls veröffentlicht?

Die Veröffentlichung dieser Daten überlassen wir dem Landkreis. Stadtverwaltung, Feuerwehr und Krisenstab bekommen täglich aktuelle Zahlen – mit eindringlicher Bitte des Landrates aber nur zum internen Gebrauch. Auch vom Sächsischen Städte- und Gemeindetag gibt es ein tägliches Lagebild und die neuesten Informationen zum Thema Corona. 

 

Also haben Sie das Gefühl, von den übergeordneten Behörden gut informiert zu werden? 

Ja, wir fühlen uns gut informiert. Allerdings wissen wir manchmal nicht, wie wir manche Vorschriften und Regelungen auslegen sollen, wie sie praktisch umzusetzen sind. Dazu haben wir eine Bürgermeister-Chat-Gruppe, in der wir uns austauschen, wie es die Kollegen handhaben. Die meisten sonstigen Themen wurden runter gefahren. 

 

Wie läuft die Arbeit der Mitarbeiter im Rathaus? 

Um den 16. März herum hatte ich die Beschäftigten gebeten, keinen Urlaub zu nehmen, weil der Arbeitsaufwand sehr hoch war. Dann gab es aber die Empfehlung, andere  Strukturen einzuführen und ein A-Team und ein B-Team zu bilden. Während die eine Gruppe wöchentlich zu Hause arbeitet oder Überstunden abbummelt, befindet sich die andere Gruppe im Rathaus. Falls eine  Quarantäne nötig wäre, stände somit immer noch ein Mitarbeiter-Team zur Verfügung. Das gilt auch für das Kita-Personal. Wir haben mittlerweile technisch aufgerüstet. Über einen Stick können die Mitarbeiter zuhause auch alle Programme nutzen, mit denen sie im Rathaus arbeiten. Jeder hat also genauso Zugriff auf die Daten wie sonst auch. Das klappt bestens. 

 

Und wie klappt der Umgang mit den Bürgern? Wie werden Sprechzeiten abgesichert? 

Das meiste läuft nun telefonisch oder elektronisch. Viele Dinge, die nur im direkten Kontakt und mit Vorlage des Personalausweises erfolgen können, sind verschoben. Für dringende Fälle, wie Beurkundung bei Sterbefällen, wird ein Termin vereinbart. Dazu haben wir im Foyer des Rathauses einen Tisch aufgestellt. Alles wird nach jedem Bürgerbesuch desinfiziert. Wir haben auch eigens ein Besucher-Kontrollbuch eingeführt, um alles rückverfolgen zu können. Solche Termine halten sich aber in Grenzen. 

 

Hat sich schon alles eingespielt? Ist Routine eingekehrt?

Das nicht. Gerade die Lösung mit dem Stick funktioniert erst seit etwa  einer Woche. Das B-Team hat also erst jetzt Gelegenheit, damit im Home -Office zu arbeiten. Insgesamt bestehen beide Gruppen aus 16 Mitarbeitern. Was Post und Essenversorgung betrifft, klingeln die Boten kurz und stellen diese Dinge dann auf die Treppe, so dass auch hier persönlicher Kontakt vermieden wird. 

 

Wie funktioniert die Arbeit der Stadträte?

Wir hätten am Montag Sitzung gehabt, der Termin fällt aus. Zum Glück sind derzeit keine gravierenden Beschlüsse zu treffen. Die Sanierung des Landambulatoriums läuft, die Arbeiten im Info-Center sind abgeschlossen. Die Einweihung wäre Ende März gewesen. Die neuen Spielplätze sind ausgeschrieben und für den Abriss der Wohnblöcke in der Straße des Friedens bahnte sich eine Terminverschiebung an. Sollten doch kurzfristige Entscheidungen nötig sein, gibt es einen Umlauf-Beschluss oder eine Eilentscheidung. 

 

Die Stadt hat ein Helfernetzwerk eingerichtet. Wie ist der Zuspruch? 

Wir haben Bürger gelistet, die helfen wollen. Auch das Team im Mehrgenerationenhaus möchte uns unterstützen. Es sind alle Möglichkeiten geschaffen. Noch gibt es aber keine Anfragen von hilfsbedürftigen Personen. Doch das kann noch kommen, wenn die Situation schlimmer wird. 

 

Werden die Corona-Regeln in Dommitzsch durch die Bewohner eingehalten? 

Gewerbetreibende, Händler und Bürger sind sehr diszipliniert. Ein paar Jugendliche wurden in den ersten Tagen ermahnt. Ansonsten muss man allen Einwohnern ein großes Dankeschön aussprechen, dass sie die Einschränkungen berücksichtigen. Wir kontrollieren mindestens zwei Mal täglich – auch am Wochenende. Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der übrigen Verwaltung, Mitglieder der Feuerwehr und einige Stadträte sind dafür als Ortspolizei eingesetzt. Wir haben extra Ausweise erstellen lassen, mit denen sich die Ordnungshüter legitimieren können.


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