Samstag, 4. Juli 2020
Montag, 13. April 2020

TORGAU

Der Geburtstag des berühmten Homöpathen

Ein Kunststich aus einem Kalender aus dem Jahre 1857. Er zeigt den Festakt zur Enthüllung der Hahnemann-Gedenktafel am 11. April 1855 in Meißen. Foto: Privat

von Siegried Letzel

Torgau. Das Leben und Wirken Samuel Hahnemanns: Am vergangenen Freitag, dem 10. April, vor 265 Jahren wurde Dr. Samuel Hahnemann in Meißen geboren.

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Am vergangenen Karfreitag, war der 265. Geburtstag von Dr. Samuel Hahnemann, einem der geschichtsträchtigsten Bürger Torgaus. Schon am Montag diese Woche konnten wir in der TZ lesen, wie er mit seiner von ihm selbst entwickelten und erfolgreichen Heilmethode während der Choleraepidemie von 1831 für Aufsehen sorgte.

Eigentlich sollte der heutige Teil der TZ-Serie rund um den Begründer der Homöpathie von dessen Geburtstagsfeier mit vielen internationalen Gästen des Internationalen Hahnemannzentrums Torgau in der Wintergrüne 4 berichten. Diese musste jedoch aus verständlichen Gründen  abgesagt werden und so lesen Sie heute an dieser Stelle verschiedene Geschichten, die mit dem Geburtstag des berühmten Mediziners in Verbindung gebracht werden.

Das Ölgemälde wurde 1835 von Dr. Samuel Hahnemanns Ehefrau Mélanie gemalt.

Am 10. April 1805, Hahnemann war noch keine vier Monate in Torgau, feierte er seinen 50. Geburtstag. Leider sind von den Festlichkeiten keine Einzelheiten überliefert. Torgau schien es ihm schnell angetan zu haben, denn er wurde zum ersten Mal in seinem Leben sesshaft. Zuvor hatte er rund 20 Mal seinen Wohnort gewechselt. Nun war er sehr glücklich in seinem, wie er schrieb, ,lieben bequemen Freihaus’ in der Pfarrgasse (heute Pfarrstraße). Weiter noch: „Ich lebe im Zirkel einer mir theuern Familie – einer Frau von seltener Güte und sieben fast erwachsener, froher, unterrichteter, folgsamer, unschuldvoller Töchter, die mich auf Händen tragen und mir mein Leben (auch schon durch Musik) versüßen – zudem kann ich, was sich mir an Kranken anvertraut, fast ohne Ausnahme schnell, leicht und auf Dauer heilen und so eine Menge Menschen glücklich machen – durch den, der die wunderbaren Mittel schuf und in meine Hand legte. Bin ich nicht fast zu beneiden?”

Die Sicherheit, eine Heimat in Torgau gefunden zu haben, ließ Hahnemanns ohnehin schon beachtliche Schaffenskraft regelrecht explodieren. In diesen wenigen Jahren bis 1811, die er hier verbrachte, betrieb er eine stetig anwachsende Arztpraxis. Zudem entwickelte er seine Heilmethode der Homöopathie in Theorie, Schrift und Praxis.

50 Jahre später in Meißen. Hahnemann war 1843 in Paris verstorben, aber er war in seiner Geburtsstadt nicht vergessen. 1855 fanden hier und in Wien große Geburtstagsfeiern zum 100. statt, bei denen ihm viel Ehre zuteil wurde.
In Meißen stand noch das Geburtshaus von Samuel. Und dort wurde am 11. April eine Gedenktafel ihm zu Ehren enthüllt. Ursprünglich war der Festakt für den 10. April geplant, denn dieses Datum gibt Hahnemann in seiner Autobiografie als seinen Geburtstag an. Jedoch fanden die Veranstalter heraus, dass im Taufregister der Frauenkirche in Meißen der 11. April, früh, eingetragen ist. Tatsächlich war es wohl nahe Mitternacht, als der Junge das Licht der Welt erblickte.

Der eigentliche Festakt begann mit einem Umzug, an dem auch der Stadtrat mit von der Partie war. Die Häuser am vom Stadtrat passend hergerichteten Festplatz (heute der Hahnemann-Platz) vor dem Geburtshaus waren schön geschmückt, eine Rednerbühne war aufgebaut. Es herrschte ein reges Treiben. Die Reden, die gehalten wurden, sind bis heute überliefert. Nach der Enthüllung der Tafel war die Veranstaltung beendet und man ging noch rasch in den Festsaal vom „Hirsch“ zum Festmahl.

Am 10. April wird bis heute weltweit an den Begründer der Homöopathie gedacht und der „World Homeopathy Day“ gefeiert. Es gibt zahllose Veranstaltungen rund um den Globus, bei denen sich Interessierte ganz ungezwungen treffen und etwas über die Heilmethode erfahren, lernen und sich austauschen können. Torgau macht da keine Ausnahme:

Nächstes Jahr wird die letzte Auflage von Hahnemanns Organon der Heilkunst, sein grundlegendes Lehrbuch,  herausgegeben erst durch Richard Haehl im Jahre 1921, 100 Jahre alt. Wäre es für Torgau nicht auch ein schöner Anlass, am 10. April ein schönes Fest zu feiern? Das IHZT in der Wintergrüne 4 freut sich wie eigentlich jedes Jahr, wenn Sie vorbeikommen und es sich gut gehen lassen. Möge dann die Wintergrüne besucht sein wie 1855 Meißens Hahnemann-Platz.

 

Info

Dr. Samuel Hahnemann und die von ihm ins Leben gerufene Heilkunde der Homöopathie sind ein wichtiger Teil von Torgaus Geschichte.  Mehrere Jahre seines Lebens verbrachte er in der Elbestadt und verfasste hierzahlreiche Artikel über die Homöopathie und gab im Jahr 18010 auch die erste Ausgabe des „Organon“ heraus. In diesem hielt er die Prinzipien seiner neuen Heilmethode fest, das Werk ist heute in seiner erweiterten 6. Auflage auf jedem Schreibtisch eines Homöopathen zu finden.

Seit 2014 beherbergt Torgau außerdem den Verein „Internationales Hahnemann-Zentrum Torgau“, der das gleichnamige Zentrum in der Wintergrüne betreibt und dort in einer Ausstellung zahlreiche Exponate aus der Zeit Hahnemanns präsentiert.

Der Kurator dieser Ausstellung, Siegfried Letzel, wird Ihnen, liebe Leser in den kommenden Wochen regelmäßig Geschichten aus dem Leben und Wirken Hahnemanns näherbringen und Sie so über die Geschichte der Homöpathie, und damit auch die Geschichte Torgaus, aufklären. Letzel ist Bachelor of Science in Biologie, nicht mehr praktizierender Heilpraktiker und war Mitglied der Gründungsredaktion der heute am mit 65 000 Abonnenten am weitesten verbreiteten Homöopathiezeitschrift „Homeopathy4Everyone“.

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