Montag, 17. Mai 2021
Mittwoch, 22. April 2020

Eric Dörge braucht die Torgauer Handball-Familie

Knapp vier Jahre ist diese Bild alt. Es zeigt Eric Dörge im Dress der Torgauer Junioren beim Spiel gegen MoGoNo in der Sporthalle am Wassersturm. Foto: TZ/Archiv

Von unserem Redakteur Norbert Töpfer

Handball.  Eric Dörge ist mit 19 Jahren einer der jüngsten Spieler im Handball-Team des VfB Torgau. Er steht im VfB-Tor und ist zweifacher Co-Trainer.

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Eric Dörge ist mit 19 Jahren einer der jüngsten Spieler im Handball-Team des VfB Torgau. In der Bezirksklasse Leipzig stehen die Männer von Trainer Christian Hofmann nach vier Siegen hintereinander auf Rang fünf. 
Der Torwart spielt seine zweite Saison in diesem Team und ist natürlich ärgerlich darüber, dass jetzt, mitten in dieser Erfolgsserie, die Zwangspause wegen des Corona-Virus den Höhenflug der Männer aus der Wasserturmhalle stoppt. Die Entscheidung, ob die Saison vorzeitig beendet wird, ist aber noch nicht gefallen. Im Nachwuchsbereich ist dagegen bereits Schluss. 


Zeit gut einteilen


Eric Dörge muss sich seine Zeit gut einteilen. Denn er geht in die zwölfte Klasse eines Gymnasiums in Leipzig, wohnt aber in Torgau. Das bedeutet für ihn: 6.12 Uhr mit dem Zug ab Torgau, Rückkehr gegen 15.45 Uhr. 
„Zum Glück habe ich es nicht weit zum Bahnhof“, erklärt der Keeper, der sich allerdings die Zeit gut einteilen muss, weil er ein vernünftiges Abitur ablegen möchte. Doch mit seiner Liebe zum Handball wird das für den Torgauer eine Herausforderung werden. Denn er hat im Normalfall sechs Tage in der Woche irgend etwas mit Handball zu tun. Nur mittwochs treibt Dörge mal keinen Sport.


Das reicht nicht


Zum Glück für ihn übt das Männer-Team unter Trainer Christian Hoffmann nur freitags. Dazu kommen natürlich die Punktspiele am Wochenende: Als Torwart in der ersten Mannschaft und teilweise als Kreisläufer im zweiten Team. 
Doch diese Aktivitäten reichen Dörge offenbar nicht. Denn der junge Mann ist auch Co-Trainer bei den Frauen des VfB Torgau sowie bei der B-Jugend des Vereins. „Stress ist das für mich nur manchmal, wenn ich viel für die Schule tun muss.“ 
Echte Probleme hat er als noch sehr junger Übungsleiter nur selten. „Bei den Jungs der B-Jugend gibt es überhaupt keine Probleme. Im Frauen-Team verhalten sich einige der jungen Mädels manchmal mir gegenüber sehr spaßig nach dem Motto: Du bis ja auch nicht viel älter. Aber das sind keine Probleme. Ich gehe gern zu jeder Trainingseinheit und freue mich auch auf die Spiele, egal ob bei den B-Jugendlichen, bei den Frauen oder in meinen Männer-Mannschaften.“ 


Freundin ist ein Glücksfall


Ein Glücksfall für ihn: Seine Freundin Gabriela Astaschow spielt im Team der Frauen, ist also selbst „handballverrückt.“ Für die Mädels ist es allerdings noch schwierig, in der Bezirksklasse zu bestehen, weil sie erst die zweite Saison in dieser Liga bestreiten. „Unsere Mannschaft trifft oft auf Frauenmannschaften, deren Spielerinnen bereits sechs, sieben Jahre und länger dabei sind“, erklärt Dörge. 


Klasse Saison


In der ersten Männer-Mannschaft spielt der junge Keeper bisher ein klasse Saison. Er bekommt von Coach Hoffmann die längsten Einsatzzeiten. Mit seinen Torhüter-Kollegen Marcel Borisch (30) und Mike Krondorf (40) versteht er sich gut. „Wir beraten uns oft in den Auszeiten, was besser werden muss, damit wir gewinnen. Das hat zuletzt ja ganz ordentlich geklappt.“ 
Die Zwangspause ärgert Dörge: „Wir waren so gut drauf. Die Abwehr hat gut gestanden, auch weil wir uns mit den Feldspielern super abgestimmt haben. Und jetzt fehlt uns das Training, die Spielpraxis. Da geht natürlich auch die Fitness mit der Zeit flöten. Das individuelle Training reicht nicht aus. Aber damit müssen auch unsere Gegner fertig werden.“ Erik geht ab und zu in diesen Zeiten joggen. „Aber es fehlt der Kontakt mit den Jungs.“ 


Kein Hüne


Zu den Hünen wie die meisten Bundesliga-Torhüter zählt Dörge nicht, denn er misst nur 1,84 Meter. „Ich bin eher der kräftigere Typ im Kasten. Auch wenn ich vielleicht dick wirke, glaube ich, doch ganz beweglich zu sein.“ Sein Vorbild ist Niklas Landin (31), der Weltmeister aus Dänemark im Kasten des THW Kiel. 
Seine erfahrener Mitspieler Philipp Ritz lobt den jungen Keeper: „Eric ist schon jetzt ein richtig guter Torwart. Er hat aber das Leistungsvermögen, noch stärker zu halten. Wenn er seine Fähigkeiten besser nutzt, könnte er sogar höherklassig spielen.“


Es kann schnell vorbei sein


Für Dörge könnte die Zeit in Torgau aber auch schnell zu Ende gehen. Er möchte ein eher ungewöhnliches Studium absolvieren. „Ich will soziale Arbeit mit jungen Leuten leisten. Zum Beispiel Jugendliche, die im asozialen Milieu gelandet sind, wieder in geordnete Bahnen bringen.“ Wo er studieren wird, weiß Dörge noch nicht. „Leipzig wäre günstig, um weiter in Torgau Handball spielen zu können. Das machen einige meiner Teamkollegen. Aber es ist auch möglich, dass ich mich für eine Stadt weit weg von Torgau entscheide. Dann müsste ich wohl dort auch spielen.“


Tolle Stimmung in Torgau 


Fällt seine Entscheidung zugunsten der Leipzig-Variante, könnte sich Dörge einen Wunsch erfüllen:  „Ich würde gern mit meinen Teamkollegen in der Bezirksliga Leipzig spielen.“ In dieser Spielklasse haben bereits einige seiner Mitstreiter gespielt. 
Dörge freut sich über die relativ gute Zuschauerresonanz in Torgau. „Es macht immer Spaß. Durch die zahlreichen jungen Spieler im Team kommen viele junge Leute und feuern uns an. Dazu schauen auch viele unserer Angehörigen zu. Wir sind in Torgau wie eine große Handball-Familie. Die Stimmung ist klasse, nicht zu vergleichen mit den Auswärtsspielen, wo wir oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen.“ 


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