Donnerstag, 29. Oktober 2020
Mittwoch, 22. April 2020

DREIHEIDE

50 Jahre Geflügel- und Kaninchenzucht in Großwig

Dank des Vereinsheims können die Großwiger Züchter in ihren eigenen vier Wänden regelmäßig zu Ausstellung einladen. Foto: Privat

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Großwig. Der Rassegefülgel- und Rassekaninchenzuchtverein Großwig wird in diesem Jahr 50. Grund genug, einen Blick in dessen bewegte Vergangenheit zu werfen.

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Eigentlich sollte es bei den Großwiger Rassegeflügel- und Rassekaninchenzüchtern im Moment heiß hergehen. Die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier des Vereins sollten auf Hochtouren laufen, denn  eigentlich sollte in nicht einmal zwei Wochen im Zinnaer Musikcafé groß gefeiert werden. Dabei liegt die Betonung jedoch auf dem Wort „eigentlich“, denn aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie musste die  Feier abgesagt und auf den 19. September verschoben werden. Der Anlass, 50 Jahre Rassegeflügel- und Kaninchenzüchterverein Großwig, bleibt jedoch ein besonderer und ist Grund genug, einen Blick in dessen bewegte Vergangenheit zu werfen.

Ein guter Start

Die Erfolgsgeschichte der Großwiger Züchter nahm ihren Anfang am    28. Februar 1970. Der damalige Schlosser Willi Stier hatte in die Großwiger Gaststätte „Zum Deutschen Haus“ eingeladen und brachte dort die Idee vor, eine eigene Kleintierzüchtersparte zu gründen. 13 Großwiger waren an diesem Tag zugegen und die Reaktion auf den Vorschlag fiel durchweg positiv aus.
Noch am gleichen Tag wurden mehrere Mitgliederanträge ausgefüllt und so war der Grundstein für Kleintierzüchtersparte gelegt. Willi Stier, der bei der Gründung die Initiative übernommen hatte, leitete deren Geschicke als Vorsitzender noch bis ins Jahr 2017 und steht dem heutigen Vorsitzenden, Christian Thiemann, nach wie vor als Stellvertreter mit Rat und Tat zur Seite.

Noch im selben Jahr präsentierten die Großwiger Züchter zum ersten Mal ihr Können. Am 7. und 8. November nahmen sie mit insgesamt 14 Ausstellern an einer Kleintierschau in Klitzschen teil. Ihre Mitzüchter aus anderen Vereinen konnten die Großwiger überzeugen und hatten so schnell in der Szene Fuß gefasst. Ein Jahr später, am 6. und 7. November 1971, folgte dann die erste eigene Schau in der Großwiger Gaststätte Brenne. Ein großer Erfolg für die Züchtersparte, der auch von der Gemeinde mit einer großzügigen Geldspende belohnt wurde.

Willi Stier war einer der Gründer des Rassegeflügel- und Rasseknaninchenzuchtvereins Großwig – und bis 2017 auch sein Vorsitzender.

 

Wachsende Selbständigkeit

Um in der damaligen DDR nicht immer auf die Lieferungen von Futtermittel für die Kaninchen und das Geflügel angewiesen zu sein, erhielten die Großwiger Züchter im Juli 1982 ihr erstes eigenes Gelände. Der ehemalige Sportplatz in Großwig wurde an den Verein übergeben und daraufhin zu einer kleinen Gartenanlage umfunktioniert. Die über 1,2 Hektar wurden in mehrere Parzellen aufgeteilt, die von den Zuchtfreunden bewirtschaftet wurden. 1984 erhielt die Gartenanlage „Pappelhain“ dank staatlicher Zuschüsse sogar einen Wasser- und Stromanschluss. Bis ins Jahr 1998 bewirtschafteten die Züchter die Anlage, bis sie dann aufgrund von Eigentumsansprüchen aufgelöst werden musste.

Den wohl größten Schritt in Richtung Unabhängigkeit machte der Rassegeflügel- und Kaninchenzüchterverein Großwig dann im Jahr 1991, als er den Beschluss fasste, sein eigenes Vereinsheim zu errichten. Vom damaligen Torgauer Flachglaskombinat wurden daraufhin Raumzellen gekauft und im November 1991 an der Großwiger Betonstraße aufgestellt. Der Grundstein für das auch heute noch vorhandene Vereinsheim war gelegt und am 7. und 8. November 1992 wurde so zum ersten Mal in die eigenen Räumlichkeiten der Züchter eingeladen.
Zu dem ausgebaut, was die Großwiger auch heute noch als das Züchter-Vereinsheim kennen, wurde es dann im Jahr 2001. In gerade einmal zehn Wochen wurde das Gebäude hochgezogen, dass auch heute noch die Züchter beherbergt und in das regelmäßig zu Kaninchen- und Geflügelschauen eingeladen wird.

Renoviert werden musste es in den Folgejahren natürlich trotzdem und so bekam es unter anderem 2003 eine neue Wärmedämmung und 2014 einen komplett neuen Fußboden.

Beim Bau des Vereinsheims wie auch den Renovierungen packten alle mit an.

 

Den Züchtern geht es gut

Nicht nur das Vereinsheim, sondern auch der Rassegeflügel- und Kaninchenzüchterverein Großwig selbst steht heute, 50 Jahre nach seiner Gründung, gut da. Aktuell besteht er aus 28 Mitgliedern, darunter auch ein Jungzüchter unter 18 Jahren und ein Preisrichter. „Unsere aktuelle Lage kann man durchaus als positiv bezeichnen“, erzählt ein optimistischer Christian Thiemann. „Unser Vereinshaus ist in Schuss und unser Verein gut aufgestellt. Und auch die Corona-Krise hat uns, abgesehen von der Verschiebung unserer Jubiläumsfeier, nicht so schwer  getroffen wie andere Vereine.“ Denn dadurch, dass die Ausstellungssaison erst wieder im Oktober so richtig losgeht und alle Züchter aktuell mit der Pflege ihrer Jungtiere beschäftigt sind, macht sich der Lockdown kaum bemerkbar. „Unser Problem ist nur, dass wir uns nicht zu unseren monatlichen Vereinsversammlungen treffen können. Ich hoffe, dass das im Mai wieder möglich ist.“
Auch für die Tiere des Zuchtvereins ist 2020 bislang ein wirklich gutes Jahr „Wir hatten bei den Kaninchen dieses Jahr wirklich viele Jungtiere  und auch beim Geflügel eine gute Schlupfrate. Das liegt vor allem an dem milden Winter, der den Tieren viel Sonne beschert hat. Wir sind also rundum gut aufgestellt und freuen uns jetzt natürlich umso mehr auf unsere Feier im September.“

Der Rassgeflügel- und Rassekaninchenverein Großwig besteht aktuell aus 28 Mitgliedern.

 


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