Freitag, 29. Mai 2020
Montag, 27. April 2020

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Der "Faszination Games" auf der Spur

Dr. Benajmin Bigl in der Ausstellung "Aufbruch ins Abenteuer auf Schloss Hartenfels. Diese ist im Moment zwar geschlossen, soll jedoch nach der Krise verlängert werden. Foto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Nordsachsen. Die Landeszentrale für politische Bildung will mit einer neuen Veranstaltungsreihe verschiedene Aspekte von Computerspielen beleuchten – Das MPZ+ streamt Auftakt.

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Videospiele sind ein Massenmedium. Dies wurde in der Vergangenheit nicht nur durch zahlreiche Studien belegt, auch Verkaufszahlen großer Titel wie Fifa oder Call of Duty, die regelmäßig millionenfach über die Ladentheken gehen, zeigen, dass Games mittlerweile in der modernen Gesellschaft Fuß gefasst haben. Und auch in Nordsachsen scheint das Interesse an dem virtuellen Zeitvertreib groß zu sein. Sage und schreibe 1800 Personen, darunter auch mehrere Schulklassen, besichtigten zwischen der Eröffnung Mitte Dezember 2019 und der coronabedingten Schließung Mitte März die Ausstellung „Aufbruch ins Abenteuer“, die sich auf Schloss Hartenfels mit der Geschichte und Wirkung von Videospielen auseinandersetzt. Konzipiert wurde die Ausstellung vom Medienpädagogischen Zentrum Plus des Landkreises, dass nun in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung und den sächsischen SAEKs das Thema „Computerspiele“ noch weiter vertiefen möchte. Die erste Veranstaltung in Nordsachsen steht dabei kurz bevor und findet, aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie, komplett im Internet statt.

Verschiedene Blickwinkel

„Unser Ziel ist es, wie auch schon bei der Ausstellung im Schloss, den Menschen Videospiele näherzubringen“, erklärt Dr. Benjamin Bigl, der Leiter des MPZ+, die Hintergründe der Reihe „Faszination Games“.

Man wolle sowohl denjenigen, die sich für Spiele interessieren, neue Aspekte ihres Lieblingsmediums aufzeigen, aber auch allen anderen mit Vorbehalten einen Zugang zu Games zeigen. „Computerspiele sind Teil unserer Kultur und das Massenkommunikationsmedium des 21. Jahrhunderts“, bringt Bigl die Relevanz des Projektes auf den Punkt. „Gaming ist mehr als Zocken und stumpfes Ballern. Mit maßvollem Spielen kann jeder virtuelle Abenteuer erleben. Egal ob allein, im Team oder weltweit vernetzt.“

Und um den Menschen im Freistaat dies auch zu zeigen, lädt im Laufe der kommenden zehn Monate die Landeszentrale für politische Bildung zu insgesamt sechs Veranstaltungen ein, die sich mit verschiedenen Aspekten des Mediums auseinandersetzen. Das Frauenbild in Videospielen wird dabei genauso beleuchtet wie die politische Ebene von Games und das große Thema der Computerspiel-Sucht.

Gestartet wird im Netz

Seinen Anfang nimmt die Reihe am 13. Mai. Eigentlich sollte der Auftakt in der  Eilenburger Volkshochschule stattfinden, wurde aufgrund der Corona-Pandemie allerdings komplett digitalisiert und ins Internet gestreamt. Thematisch widmet man sich bei dieser Online-Veranstaltung der lehrreichen Komponente von Videogames und stellt das Ganze unter den Titel „Was man beim Spielen alles lernen kann“. Dazu wird Benjamin Bigl (MPZ+), der in der Vergangenheit zahlreiche Studien und Forschungsprojekte dem Medium Computerspiele widmete, einen kurzen Vortrag halten, ehe dann René Meyer die virtuellen Gäste zu einer Führung durch das Haus der Computerspiele mitnehmen wird.

Dieses Museum gilt mit mehr als 1000 Konsolen und Heimcomputern als die weltweit größte Sammlung historischer Spielsysteme und hat auch schon die Ausstellung im Schloss mit den Exponaten versorgt. „Der perfekte Ort also, um zu zeigen, wie im Idealfall Computerspiele dazu beitragen können, Kompetenzen zu fördern, logisches Denken zu erlernen sowie sich kreativ zu entfalten.“
Den Abschluss des Ganzen bildet dann noch eine Gesprächsrunde, die  auch das Publikum an den Bildschirmen einbinden soll. „Wir haben eine Vertreterin der Landeszentrale für politische Bildung als Moderatorin mit an Bord, die offene Fragen sammelt und dann an uns stellt.“

Spannender Testlauf

Die virtuelle Auftaktveranstaltung in zwei Wochen ist im Moment für alle Beteiligten noch eine Art Testlauf, um die Möglichkeiten eines solchen Online-Formats auszutesten. Um den Einstieg so niedrigschwellig wie möglich zu halten, wird das ganze ohne vorherige Anmeldung oder ähnliches auf einer normalen Website übertragen, auch die Vorinstallation von separaten Programmen ist nicht nötig, der Link wird einige Tage vorher über die sozialen Netzwerke und andere Webseiten geteilt. „Wir wollen unser Angebot so vielen Leuten wie möglich zugänglich machen, um das Thema in die breite Masse zu tragen. Ich bin wirklich gespannt, wie das Projekt ankommt und wie viele Menschen uns bei unserer virtuellen Tour durch das Haus der Computerspiele begleiten werden.“


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