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Mittwoch, 29. April 2020

MOCKREHNA

Sichere Handgriffe bei der Zwischenprüfung

Azubi Morris aus Schildau legte sich bei seiner Zwischenprüfung mächtig ins Zeug.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Doberschütz/Taura. Fünf Forstwirt-Azubis aus dem Forstbezirk Taura gaben in dieser Woche ihr Bestes. Auch der Schildauer Morris Keller stellte zur Zwischenprüfung unter Beweis, was er gelernt hat.

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Da fällt wegen Corona für die Zwischenprüflinge des Forstbezirks Taura ihr  „Auswärtsspiel“ in Morgenröthe-Rautenkranz in diesem Jahr schon mal flach und schon bekommen sie es mit zwei ihnen wohlbekannten und gestrengen Prüfern in der Doberschützer Ausbildungsstätte zu tun. Was bleibt da noch vom Heimvorteil? „Eine ganze Menge“, lacht Forstwirtschaftsmeister Philipp Henzschel. Gemeinsam mit Thomas Voland bereitet er die fünf Schützlinge auf die in 13 Monaten stattfindende Abschlussprüfung in Morgenröthe-Rautenkranz vor, zu der es dann keine Alternative mehr gibt.

„Unsere angehenden Forstwirte sollen sich bewusst einer solchen Aufgabe stellen, um die Eigenheiten einer Prüfung kennenzulernen“, betonte Jan Glock, Leiter des Forstbezirks Taura. Gemeinsam mit Referendar Benjamin Moldenhauer überzeugte er sich gestern Vormittag vom Leistungsstand seiner Azubis. Von denen absolvierten drei bereits am Dienstag ihren praktischen Teil der Zwischenprüfung. Für den Schildauer Morris Keller und den Eilenburger Jan Karges wurde es gestern mit Dienstbeginn 6.45 Uhr ernst. Henzschel und Voland machten die beiden Azubis mit den Aufgaben vertraut, die vor ihnen liegen. Kurz nach 8 Uhr waren die Vorbereitungen beendet. Die Fahrt ins Prüfungsgebiet an der sogenannten Soldatenbrücke in Battaune stand an. Konnte der theoretische Teil der Zwischenprüfung in der vergangenen Woche noch gemeinsam und mit gebotenem Corona-Sicherheitsabstand in Doberschütz abgelegt werden, musste der praktische Teil – die Holzernte – in Kleingruppen erfolgen.

Morris stand als erster vor einer etwa 20 Meter hohen Lärche, der der Lärchenborkenkäfer mächtig zugesetzt hatte. Ein klarer Fall für die Säge. Doch neben der sicheren Fällung mussten sich die Azubis auch in der Sortierung beweisen. Nach Ansicht von Thomas Voland, dem Vize-Vorsitzenden des Prüfungsausschusses in Sachsen, die Königsdisziplin. Denn mit anhand diverser Kriterien durchgeführten Holzbewertung würden die finanzielle Weichen für jeden Forstbetrieb gestellt.

Die Auszubildenden sortierten ihr geschlagenes Lärchenholz gestern lediglich nach drei Kategorien. „Im späteren Berufsleben kommen da noch einmal zwei hinzu“, erläuterte Philipp Henzschel. Im Anschluss ans Entasten, das Vermessen und die Einschätzung der Holzqualität verteidigten sie ihre Handgriffe und Entscheidungen in einem Prüfungsgespräch.

Prüfer Henzschel und Voland wie auch Forstbezirksleiter Jan Glock zeigten sich mit den Leistungen zufrieden. Vor allem die sicher gesetzten Handgriffe beim Fällen beeindruckten Glock. In zwei bis drei Wochen, so Henzschel, würden die Azubis über die Ergebnisse informiert – ein Gradmesser für jeden einzelnen. Mehr nicht, aber auch nicht weniger; denn eine gute Endnote bedeute heutzutage recht gute Chancen, zumindest befristet von Sachsenforst übernommen zu werden. Das war nicht immer so. Doch auch in der Forstwirtschaft werden mehr und mehr junge Fachkräfte benötigt. Erst recht, wenn es um die Aufarbeitung der Dürreschäden und den forcierten Waldumbau geht. In diesem Jahr bepflanzt der Forstbezirk Taura 100 Hektar. Mit der fast beendeten Frühjahrspflanzung stehen bereits 55 Hektar auf der Habenseite. Aktuell laufen noch die Buchen- und Eichensaaten.

„Auf die jährlich bei uns zu vergebenden fünf Azubi-Stellen als Forstwirt kommen im Durchschnitt 50 Bewerbungen“, sagt Jan Glock, der am 15. Januar mit der Sichtung der Bewerbungen begann. Sachsenweit gibt es in diesem Jahr 50 Azubis, die eine Endprüfung ablegen. Das Interesse an einer Arbeit in der Forstwirtschaft ist ungebrochen. Da kommt die Nachricht, dass der Ausbildungsstätte des Forstbezirks in Doberschütz wohl schon im kommenden Jahr gravierende Veränderungen bevorstehen, wie gerufen. Das Areal soll saniert und modernisiert werden, um den nachfolgenden Forstwirtgenerationen weiterhin gute Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten.


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