Freitag, 29. Mai 2020
Sonntag, 3. Mai 2020

TORGAU

Das Torgauer Museum steht in den Startlöchern

Museumssleiterin Cornelia König rückt schonmal den Plexiglas-Schutz zurecht, der ab morgen die Kassiererin vor einer möglichen Corona-Infektion schützen soll.Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Seit mittlerweile sieben Wochen ist das Stadt- und Kulturgeschichtliche Museum corona-bedingt geschlossen. Nun steht jedoch die Wiedereröffnung vor der Tür.

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Eigentlich sollte das Stadt- und Kulturgeschichtliche Museum Torgau aktuell kurz vor der Hochsaison stehen. Tag für Tag sollten Dutzende Gäste durch die Ausstellungen in der Wintergrüne 5 wandern und die Torgaus Geschichte eintauchen. Stattdessen: gähnende Leere. Der Corona-Virus hat dafür gesorgt, dass seit Mitte März nun schon keine Besucher mehr im Museum willkommen geheißen werden dürfen. Doch das soll nun ein Ende haben. Ab Dienstag, 5. Mai, stehen die Pforten wieder offen und geschichtsinteressierte Torgauer, aber auch Touristen, die sich in diesen schwierigen Zeiten nach Torgau verirren, können wieder einen Blick in die Ausstellungen werfen. Und um das Museum bis dahin sowohl für die Besucher als auch die Mitarbeiter möglichst corona-sicher zu machen, herrscht dort schon jetzt Hochbetrieb.

Lange Liste

„Wie jede andere Einrichtung haben natürlich auch wir zahlreiche Vorschriften bekommen“, erklärt Museumsleiterin Cornelia König und blickt dabei auf mehrere dicht beschriebene Papiere in ihrer Hand. Dort seien jedoch keine speziellen Museums-Maßnahmen enthalten, sondern vor allem das, was man seit  einiger Zeit schon aus Supermärkten und ähnlichem kennt. „Das umzusetzen, ist aber schon schwer genug. 1,5 Meter Sicherheitsabstand an der Kasse, ausreichend Desinfektionsmittel, ein Tröpfchenschutz aus Plexiglas im Kassenbereich, Masken für unsere Mitarbeiter und mehr. Wir orientieren uns dabei an Brandenburg, wo bereits seit dem 22. März die Museen wieder geöffnet sind.“

Auch die Anzahl der Besucher ist natürlich vorgeschrieben. Pro 15 Quadratmeter darf ein Besucher in das Museum gelassen werden. „Bei uns werden das wahrscheinlich dann um die zehn Besucher sein“, sagt Cornelia König. „Aber so viele werden wahrscheinlich sowieso nicht gleichzeitig kommen.“ Denn auch wenn die Museumsleiterin sich sehr darüber freut, nach dieser langen Durststrecke die Türen endlich wieder aufschließen zu dürfen, erwartet sie keine großen Besucheranstürme. „Touristen sind ja im Moment so gut wie keine unterwegs. Aber vielleicht gibt es ja doch den einen oder anderen Torgauer, der sich die Zeit jetzt bei uns vertreiben möchte.“

Der stellvertretende Museumsleiter Duy-Linh Molnar (r.) und Hausmeister Frank Winter waren die letzten Tage fleißig und bastelten mehrere Plexiglas-Schutzwände für Torgaus unterschiedliche Museen.

 

Neue Ausstellung

Und für genau die trifft das Museumsteam aktuell die finalen Vorbereitungen. Ein Plexiglas-Schutz ist gebastelt, das Foyer neu gemalert und eine komplett neue Sonderausstellung steht zur Ansicht bereit. „Die wollten wir eigentlich genau in der Woche eröffnen, in der wir schließen mussten. Das war wirklich schade. Aber immerhin haben die Torgauer jetzt noch die Chance, sie sich anzuschauen. Bislang hat sie noch niemand gesehen.“

Die Sonderausstellung handelt von der brandenburgischen Kurfürstin Elisabeth von Dänemark im Konflikt um Glaube und Macht. Entgegen dem Willen ihres Ehemannes, Kurfürst Joachim I., bekannte sich Elisabeth von Dänemark 1527 zum Luthertum, was zum Bruch mit dem am Katholizismus festhaltenden Kurfürsten und schließlich ihrer Flucht an den sächsischen Hof führte. Viele Jahre verbrachte Elisabeth anschließend in Torgau und Wittenberg … Wer an dieser Sonderausstellung interessiert ist, muss jedoch schnell sein. Lediglich bis zum 17. Mai ist diese noch in Torgau zu sehen, danach wandert sie wieder zurück ins Archiv der Zitadelle Spandau, welche sie erarbeitet hat.

Aufgeschoben, nicht aufgehoben

Und eigentlich hätte im Anschluss direkt die nächste Sonderausstellung in den Startlöchern stehen müssen. Unter dem Titel „Götter, Geister und Geishas“ wären zahlreiche historische asiatische Miniaturen zu sehen gewesen, Interessenten müssen sich nun jedoch noch ein Jahr gedulden. „Wir haben uns gemeinsam dafür entschieden, sie ins Jahr 2021 zu verschieben. Ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind museumspädagogische Veranstaltungen, die im Moment restlos abgesagt sind. Da wäre es schade gewesen, die Ausstellung einfach so zu zeigen“, erklärt die Museumsleiterin.

Und so geht es dann, was die Sonderausstellungen anbelangt, erst Ende Juli oder Anfang August im Museum weiter, wenn man sich dann dem Jahr der Industriekultur in Sachsen widmet. „Dafür haben wir seit letztem Jahr selbst eine Ausstellung erarbeitet, die die Historie mehrerer Torgauer Betriebe beleuchtet. Diese richtet sich vor allem an Besucher aus Torgau und soll eine Art Dankeschön an diese sein.“

Viel Rückendeckung

Denn auch wenn das Stadt- und Kulturgeschichtliche Museum seit nunmehr  sieben Wochen geschlossen ist, hatte es doch stets Rückendeckung. „Wir freuen uns wirklich sehr, dass sowohl die Stadt als auch der Kulturraum Leipziger Land bei ihren Förderungen bleiben und uns auch in der Krise unterstützen. Und auch das Feedback, dass wir im Rahmen der Museumsserie in der TZ erhalten, ist wirklich toll. Die wollen wir auf jeden Fall auch nach der Öffnung am Dienstag weiterführen, wenn auch nicht mehr in einer solch hohen Frequenz.“
Weitergehen soll in den kommenden Wochen auch die Öffnung der anderen Einrichtungen des Torgauer Museumspfades. Schon jetzt werden fleißig Plexiglas-Schutzscheiben für die Katharina-Luther-Stube, das Bürgermeister-Ringenhain-Haus und das Lapidarium gezimmert, sodass diese dann in absehbarer Zeit ebenfalls ihre Pforten wieder öffnen können. 

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