Mittwoch, 27. Mai 2020
Samstag, 2. Mai 2020

NORDSACHSEN

In Zeiten von Corona…#37

In Zeiten von Corona…Foto: Repro: TZ

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

In meinem Wochenrückblick geht es um eine bessere Normalität für Landwirte, Schulen auf Buckelpisten, schrumpfende Verwaltungen, gute Laune und erfrischende Kritik.

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In Zeiten von Corona…

…würde sich eine Berufsgruppe wahrscheinlich den Abschied von der Normalität wünschen. Unsere Landwirte leiden seit Jahren unter mangelnden Niederschlägen.

Lange Trockenzeiten sind für sie zur traurigen Normalität geworden, genauso wie die jedes Jahr wiederkehrende und notgedrungene, man möchte fast schon sagen, Bettelei um Unterstützung vom Staat.

Da birgt die neue Normalität, mit der wir alle gerade hadern, möglicherweise einen Lösungsansatz. Denn sehr viele Menschen denken angesichts geschlossener Grenzen sehr intensiv über ihr Konsumverhalten nach.

Ein Schluss könnte lauten: Lokal ist besser. Wenn sich dazu noch die Bereitschaft gesellt, so vorhanden den einen oder anderen Euro mehr für lokal erzeugte Produkte auszugeben, könnten die Landwirt auch dann leben, wenn die Erträge sinken beziehungsweise der Aufwand drastisch steigt, um das aktuelle Niveau zu halten.

Zuletzt am Donnerstag berichtete die TZ über den Fortgang des Breitbandausbaus in der Region. Je länger die aktuelle Situation andauert, desto dramatischer wird deutlich, wie wichtig dieser Ausbau ist. D

as neudeutsch so genannte Home-Schooling wäre super, wenn Lehrer und Schüler in Videokonferenzen gemeinsam den Lehrstoff durchgehen könnten. Stattdessen fahren Lehrer Aufgaben mit dem Auto aufs Dorf, weil die Datenautobahn vielerorts schlechter gepflastert ist als die S 23.

Vielleicht kann das schlechte Internet auch als Erklärung dafür herhalten, dass die erste Schulwoche nach den „Corona-Ferien“ grundsätzlich nicht am Montag beginnen darf. Nach sieben Wochen kann diese Verzögerung ja unmöglich an fehlender Vorbereitunszeit liegen.

Internet ist auch eine entscheidende Zutatfür die „Zukunftsstrategie 2030“ unseres Landkreises. Sechs Millionen Euro schießt der Freistaat dafür zu, insgesamt sollen 7,2 Millionen Euro in das Projekt gesteckt werden, das im Kern aus der heute analog ausgerichteten Verwaltung eine Behörde machen soll, die die Möglichkeiten der Digitalisierung voll ausschöpft.

„Wir haben durch die Einschränkungen der Corona-Krise erlebt, was mit digitalen Angeboten alles machbar ist. Allerdings mussten wir in dieser Ausnahmesituation meist ad hoc entscheiden. Die Zukunft wollen wir nun ganz bewusst gestalten – modern, leistungsfähig und bürgernah“, hat der Landrat dazu verlauten lassen.

Klingt gut. Wie diese Zukunftsstrategie konkret aussieht, wissen nur wenige. Am 13. Mai soll sie zunächst den Kreisräten präsentiert werden. Ich wünsche mir, dass die Digitalisierung einen Teil zum schlanken Staat beiträgt. Dem Landratsamt steht eine enorme Ruhestandswelle bevor, die Technik sollte dabei helfen können, dass daraus keine Einstellungswelle wird.

Um eine ganz andere Art der Einstellung geht es bei Stefan Bräuer. Nach dem er in einem TZ-Interview von seiner gescheiterten Gute-Laune-Tour durch Oschatz berichtet hatte, glühten die sprichwörtlichen Telefondrähte und siehe da, gechartert vom Bundestagsabgeordneten Marian Wendt feierte der Entertainer an drei Stationen mit Torgauer Bürgern. Schöne Idee, coole Umsetzung. Punkt.

Punkten können aktuell auch die Kritiker der Corona-Politik machen. Denn die (Zu)Stimmung im Land gerät ins Wanken. Das liegt am vor allem regional spürbaren Missverhältnis zwischen Corona-Zahlen (Stand Donnerstag 30 Infizierte im ganzen Landkreis Nordsachsen) und den Lockdown-Maßnahmen. Es liegt aber auch daran, dass es einer Demokratie eben innewohnt, die Regierungsmeinung nicht als heilig zu betrachten.

Ich freue mich ganz ehrlich über jeden Widerspruch, denn nur so entstehen Fragen und Antworten, die zukunftsweisend sind. Eine Diskussion die zu gar nichts führt, ist die, ob die Ausbreitung des Virus in Deutschland wegen oder trotz der getroffenen Maßnahmen unter Kontrolle gehalten werden kann. Das endet in Rechthaberei.

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