Freitag, 29. Mai 2020
Mittwoch, 6. Mai 2020

NORDSACHSEN

Markierte Laufwege und strenge Abstandsregeln

Die Treppenläufe sind markiert, im Schulhaus sind Laufwege ausgewiesen. Hier ein Foto aus der Grundschule Arzberg mit Schulleiterin Silke Dolecek Foto: Nico Wendt

Von TZ-Team

Nordsachsen. Der Freistaat Sachsen hat die Corona-Schutz-Verordnung gelockert. Seit Mittwoch dürfen unter anderem auch wieder die 4. Klassen den Unterricht an Grund- und Förderschulen besuchen. TZ hörte sich an den Schulen um. 

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Nordsachsen. Der Freistaat Sachsen hat die Corona-Schutz-Verordnung gelockert. Seit Mittwoch dürfen unter anderem auch wieder die 4. Klassen den Unterricht an Grund- und Förderschulen besuchen. Welche Regeln es dazu gibt und wie das an den Schulen gehandhabt wird, dazu hörte sich TZ im Altkreis Torgau um . Es konnten jedoch nicht alle befragt werden. 

 

Bettina Kretschmer, Grundschule Nordwest: Bei uns sind ab sofort sowohl alle 41 Viertklässler als auch alle 15 Lehrer wieder in der Schule und auch alle sehr glücklich darüber, dass es nun endlich weitergeht. Wir haben die Kinder in vier Gruppen aufgeteilt, unterrichten sie in unseren vier größten Räumen und erklären ihnen auch jeden Morgen, dass das Händewaschen das A und O ist. Außerdem hat jedes Kind, damit wir nicht immer und immer jeden einzelnen Tisch desinfizieren müssen, seinen festen Platz und auch in der Pause wird auf den Sicherheitsabstand geachtet. Die Kinder gehen damit super um und haben sich sehr gefreut, wieder in die Schule kommen zu dürfen. Nun bleibt nur zu hoffen, dass dann auch bald unsere Zweit-, Dritt- und vielleicht auch noch unsere Erst-Klässler bald wieder kommen dürfen.

 

Olivia Köppchen, Grundschule Weidenhain: Wir sind alle überglücklich, dass bei uns endlich wieder Leben ins Schulhaus einzieht. 20 unserer 21 Viertklässler sind ab sofort wieder im Unterricht und haben sich sehr darüber gefreut, sich endlich wieder mit ihren Freunden austauschen zu können. Nicht nur über die sonst alltäglichen Dinge, sondern auch vermehrt über Fake-News, Verschwörungstheorien und andere Dinge, die mit dem Corona-Virus zu tun haben. Um den Kindern diese Ängste und Unsicherheiten zu nehmen, haben wir deshalb ab sofort jeden Montag die so genannte „Schulleitergesprächsrunde“, bei der ich mit den Kids sachlich über Themen wie zum Beispiel die Mundschutzpflicht oder Ähnliches spreche. Doch auch wenn aktuell noch  gewisse Ängste vorherrschen, ist das Verständnis der Kinder für unsere Sicherheitsmaßnahmen doch gegeben. Sie desinfizieren sich fleißig die Hände, halten sich an die Abstandsregeln und auch an die von uns festgelegten Laufwege im Schulhaus werden beachtet. Natürlich muss man sehen, wie sich die ganze Sache in den nächsten Tagen entwickelt, aber bisher ist der Schulbetrieb bei uns wieder super angelaufen.

Conny Majatschek, Förderzentrum an der Promenade: Bei uns kommen vier weitere Klassen des Förderschwerpunktes „Lernen“ zurück. Davon je zwei vierte und  achte Klassen. Diese werden wie schon die neunten Klassen in Lerngruppen aufgeteilt. Zu Beginn werden die Kinder belehrt, wie sie sich zu verhalten haben. Eine gewisse räumliche Entspannung ergibt sich mit der Außenstelle am Südring. Dort hin verlagern wir eine der vierten Klassen. Problematisch ist der höhere Personalbedarf durch die Einteilung in Lerngruppen. Darum sind die Lernzeiten auch versetzt. Mundschutz ist nur dann zu tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Gerade beim Thema Mindestabstand ist erhöhte Aufmerksamkeit bei der Aufsicht notwendig. Generell plane ich nur Schritt für Schritt, also aktuell bis zum 22. Mai. Eine Klasse mehr im Gebäude wäre noch vertretbar, aber dann ist Schluss. Einerseits gehen uns dann die Räume aus, andererseits die Lehrkräfte. Leider fällt bei all den Verordnungen der Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ komplett hinten runter. Dabei haben wir von den Kindern die meisten in der Notbetreuung.

Janine Schramm, Grundschule Weßnig: Wir sind recht gut vorbereitet. Unsere vierte Klasse kommt zurück. Die wird in zwei Lerngruppen aufgeteilt und natürlich zu erst über die Verhaltensregeln belehrt. Ich werde die Fächer Mathematik und Englisch unterrichten, meine Kollegin Ulrike Hommel die Fächer Deutsch und Sachkunde. Der Stoff wird dabei in neunzigminütigen Einheiten gelehrt. Wir richten uns ganz nach den Schülern und wechseln die Fächer in den Blöcken mit Bewegungseinheiten ab. So könnte zum Beispiel eine Matheaufgabe auf englisch gestellt werden. 

Für die Bewegung gehen wir auch nach draußen, was sich in Weßnig ja anbietet. Grundsätzlich müssen wir aber erstmal schauen, auf welchem Stand die Kinder sind. Für die Kinder wird es feste, zugewiesene Räume geben. Dabei müssen wir sie ständig beaufsichtigen, denn garade  das Abstandhalten dürfte ihnen schwer fallen. Die Betreuung auch nach der Schule im Hort sichern wir über ein Schichtsystem ab. Zumindest haben wir jetzt erstmal einen Fahrplan und eine Erstausstattung an Desinfektionsmitteln und Schutzmasken. 

Christian Pirl, Pro Montessori: Wir richten uns ganz klar nach den vorgegebenen Regeln. Erste Erfahrungen haben wir ja bereits mit den fünf Schülern der zehnten Klasse gesammelt. Nun kommen jeweils acht Schüler der vierten und der neunten Klasse noch dazu und bekommen zu Anfang die notwendige Belehrung. Aufgrund der geringen Schülerzahl brauchen wir die Klassen nicht in Lerngruppen zu unterteilen. So haben wir nur den Unterrichtsablauf angepasst. Dabei wenden auch wir Blockunterricht an. 

Allerdings umfasst bei uns ein Block die normale Schulzeit von 8 bis 14.30 Uhr. Bei uns stellen sich die Schüler mit dem jeweiligen Lehrer den Tag frei zusammen und entscheiden, wann sie in welchem Umfang die Kernfächer behandeln. Dies sind Deutsch, Mathematik, Englisch und die Naturwissenschaften. Grundsätzlich freuen sich unsere Kinder, dass es wieder losgeht. Zur Infektionsabwehr haben wir Desinfektionsmittel zur Verfügung und auch Mund-Nasen-Bedeckungen. Zusätzlich haben wir die Essenszeiten gestreckt, um hier Begegnungen zu vermeiden. Die eigentliche Herausforderung für die Lehrer ist das Weiterführen des Home-Schoolings in den anderen Klassen.

 

Silke Dolecek, Grundschule Arzberg: Wir haben 16 Schüler der 4. Klasse, die wir in zwei Gruppen zu je acht Kindern aufteilen, um 1.)  den Abstand einhalten zu können und 2.) um den versäumten Lernstoff individueller vermitteln zu können. 

Im Einsatz sind vier Lehrer. Sollten demnächst alle Grundschüler zurück kommen, wird es mit Abstandsregelungen und Räumlichkeiten allerdings knapp. Wir haben die Treppenwege markiert. An einer Seite wird hochgelaufen, auf der anderen Seite hinunter gegangen.

 Es wurde im Vorfeld eine Generalreinigung durch eine Firma veranlasst, um Fenster, Böden und Tische zu säubern und zu desinfizieren. Wir stellen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Das Mehrgenerationenhaus und einige Muttis haben zudem weitere Masken zur Verfügung gestellt. Wer möchte, kann sie tragen. Es besteht aber keine Pflicht dazu im Unterricht. 

Der Bestand an Masken ist ausreichend. Im Schulbus ist das Tragen aber Pflicht. Am ersten Tag erfolgte erst einmal eine Belehrung. Die Kinder konnten darüber reden, wie sie die Situation empfunden haben, was sie belastet hat und wie sie mit den Hausaufgaben klar gekommen sind. Gelehrt werden jetzt nur die Hauptfächer Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Englisch. Außerdem steht einmal in der Woche 1 Stunde Musik auf dem Plan. Täglich haben die Kinder fünf Unterrichtsstunden. 

 

Kathleen Bauer, Grundschule Beilrode: Von 44 Schülern der 4. Klassen waren heute 41 anwesend. Drei Schüler fehlten krankheitsbedingt. Wir haben die Kinder in vier Lerngruppen eingeteilt. Es erfolgte eine Belehrung zum Infektionsschutz. Jede Lerngruppe hat ein eigenes Klassenzimmer. 

Wir achten auf ausreichend Abstand zwischen den Schülerarbeitsplätzen, haben gestaffelte Einlasszeiten, ausgewiesene Laufwege  und Bewegungsrichtungen im Schulhaus. Außerdem gibt es Aufsichten im  Gebäude und zur Toilettenbenutzung, um Gruppenbildungen zu vermeiden.  Wartebereiche vor den Toiletten wurden eingerichtet und zusätzliche Desinfektionsspender an den Eingängen angebracht. 

Das Landesamt für Schule und Bildung hat für die Schüler der 4. Klassen und für alle Lehrer Mundschutz, sowie Händedesinfektionsmittel bereitgestellt. Die Mundschutzmasken wurden heute (am Mittwoch Anmerk. d. Red) an die Schüler verteilt. Ihnen ist das Tragen eines solchen aber freigestellt. Es sind alle Lehrer im Einsatz, um vormittags den Unterricht, die Aufsichten und am Nachmittag die Hortbetreuungszeit in der Schule abzusichern. 

In der Klassenstufe 4 ist das Bildungsangebot auf die Kernfächer: Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Englisch fokussiert. Wir werden aber auch die Fächer Kunst und Musik hinzuziehen.


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