Freitag, 29. Mai 2020
Sonntag, 10. Mai 2020

NORDSACHSEN

In Zeiten von Corona…#43

In Zeiten von Corona…Foto: Repro: TZ

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

…darf die Meinungsfreiheit nicht unter die Räder kommen. Virologen und Epidemiologen errechnen mögliche Verläufe, stellen Statistiken auf, geben Handlungsempfehlungen. Gehandelt aber wird vom Staat. Das wird unterschiedlich gewertet.

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In Zeiten von Corona…

…darf die Meinungsfreiheit nicht unter die Räder kommen. Virologen und Epidemiologen errechnen mögliche Verläufe, stellen Statistiken auf, geben Handlungsempfehlungen.

Gehandelt aber wird vom Staat.

Sehr viele Menschen empfinden das als richtig, nicht wenige als alternativlos. Viele andere wiederum sind überhaupt nicht einverstanden mit dem Weg, der eingeschlagen wurde und dessen Verlauf über die nächste Woche hinweg keineswegs absehbar ist. Dass diese Frauen und Männer ihren Unmut auf die Straße bringen, ist richtig und ein Zeichen von Demokratie. Dass sie es bis zum Ende tun durften, auch.  

Ein Befund des Spaziergangs und der Stunden danach ist: Die Polarisierung unserer Gesellschaft wächst. Sie driftet auseinander. Aluhut-Träger, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker auf der einen Seite stehen gehirngewaschenen, naiven Mainstream-Opfern gegenüber. Jeder glaubt zu wissen, wie der andere tickt und spart sich das Zuhören.

Das wiederum hat mit Demokratieverständnis nichts zu tun und erinnert mich ganz stark an die teilweise Familien spaltenden Diskussions-Schützengräben zu Hochzeiten der Asyl-Krise. Ich hatte ehrlich gedacht, die Lernkurve sei auf beiden Seiten steiler!

Und gleich noch ein Appell an die Vernunft. In dieser Woche hat die TZ über die Familie Bucolli berichtet, die vor etlichen Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland geflüchtet ist, nun in Belgern lebt und deren Asylantrag abgelehnt wurde. Weil sich die Bucollis inzwischen integriert haben und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten, machen sich zahlreiche Belgeraner für ihren Verbleib stark.

Gegen das Gesetz – wenn ein Asylantrag abgelehnt ist, ist er abgelehnt. Doch das Gesetz ist meiner Meinung nach nicht Schuld daran, dass eine gut integrierte Familie möglicherweise gehen muss. Es sind die, die den Rechtsstaat ausnutzen und die Gerichte mit Klagen gegen Asylentscheidungen überziehen.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Stand 2018) wird fast jede zweite Entscheidung angefochten. Damit fehlen natürlich die Ressourcen, sich um die Fälle zu kümmern, bei denen eine nähere Betrachtung sinnvoll wäre.

Es ist mir an dieser Stelle ein Bedürfnis, zwei Herren zu gratulieren und Danke zu sagen. Dr. Hans Brock ist seit dieser Woche 90 Jahre jung und ich schätze ihn nicht nur als aufmerksamen Leser, sondern auch als Autor sowie kritischen Leserbriefschreiber und seit Corona auch als kompetenten Interviewpartner. Harald Lehnert veröffentlichte in dieser Woche seinen 100. Wetterrückblick in der TZ. Mein Kollege Christian Wendt hat dazu mit ihm ein sehr lesenswertes Interview geführt.


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