Freitag, 29. Mai 2020
Dienstag, 12. Mai 2020

NORDSACHSEN

In Zeiten von Corona…#45

In Zeiten von Corona…Foto: Repro: TZ

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

…sind Gewissheiten selten geworden. Deshalb gibt es heute drei Beispiele dafür, dass es sie noch gibt. Eins aus dem Fußball, eins aus der Immobilien-Branche und eins aus der Finanzwelt.

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In Zeiten von Corona…

…sind Gewissheiten selten geworden. Umso mehr ist es hervorzuheben, dass sich die Fußballer in Sachsen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen konnten.

Das, was in den vergangenen Wochen als Vorschlag auch in der TZ vorgestellt wurde, ist seit gestern Gewissheit. Hartenfels Torgau kann den Sekt also nicht nur kaltstellen, sondern jetzt auch die Korken knallen lassen – denn der Aufstieg ist geschafft. Belgern und Doberschütz-Mockrehna können durchschnaufen, sie müssen nicht absteigen.

Auf unserer heutigen Lokalsportseite sind alle Regelungen übersichtlich dargestellt.

Einen beruhigenden Eindruck von Beständigkeit bieten auch die Torgauer Wohnstätten. Nachdem die Obdachlosenunterkunft in der Wolffersdorffstraße verschwunden ist, wird dort unübersehbar am neuen Wohnungsbauprojekt des städtischen Unternehmens gewerkelt.

Für Beständigkeit in der Region steht die Sparkasse Leipzig. Seit geraumer Zeit werden Kunden dort wieder persönlich beraten. Von Vertriebsdirektor Marcel Kollmann wollte ich wissen, welche Vorkehrungen getroffen wurden und sprach mit ihm über Kreditnehmer in Corona-Schieflage.

 

TZ: Die Übergabe der Spenden-Schecks unserer gemeinsamen Aktion „Wir Packen’S an!“ musste wegen Corona abgesagt werden. Haben die Gewinner-Vereine ihr Geld inzwischen trotzdem bekommen?
 

Marcel Kollmann: Aber ja, alle Preisgelder sind überwiesen worden. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten wir die Vereine leider noch nicht besuchen. Wir haben die Gewinner auch angeschrieben und angekündigt, dass wir das nachholen werden, sobald es die Lage wieder zulässt.

Ist die Sparkasse auch weiterhin bei „Wir Packen’S an!“ im Boot?

Davon gehe ich fest aus! Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass wir noch mehr Bewerbungen haben werden als zuletzt. Denn die Menschen sind in den letzten Wochen und Monaten spürbar enger zusammengerückt, der Zusammenhalt ist gewachsen und das wird sich auch in tollen Ideen für die Vereine der Region niederschlagen.

Wie haben sich die Entwicklungen der zurückliegenden Wochen insgesamt auf die Arbeit der Sparkasse ausgewirkt?
Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden ist uns das Wichtigste. Deshalb gelten schon seit vielen Wochen in unserer Sparkasse Maßnahmen zum Infektionsschutz, beispielsweise Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren, Abstand halten und gängige Hygieneregeln einhalten.

Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe in unserem Geschäftsgebiet, die Grundversorgung unserer Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden mit Finanzdienstleistungen aufrechtzuerhalten.

Deshalb fiel die Entscheidung, unsere  mitarbeiterbesetzten Standorte vom 20. März an auf 22 Bargeldcenter zu reduzieren. Diese Standorte sind zu den gewohnten Servicezeiten geöffnet. Seit diesem Montag sind wir in diesen Sparkassenfilialen, in Torgau ist es die am Friedrichplatz, auch wieder für persönliche Beratungsgespräche vor Ort da.

Gemäß der Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen sind bei Beratungsgesprächen sowohl Kunden als auch Berater verpflichtet, einen Nase-Mund-Schutz zu tragen.

Die Servicebereiche in unseren Filialen sind mit Plexiglasschutzscheiben ausgestattet, es gibt Spender mit Desinfektionsmittel und Flächen werden regelmäßig desinfiziert. In den anderen 53 Filialen halten unsere Kundenberater den Kundenkontakt über das Telefon. Auch unsere internen Abläufe haben sich geändert, beispielsweise haben wir Besprechungen konsequent auf Telefon- und Videokonferenzen umgestellt, um das Infektionsrisiko zu senken.

Kann sich das Virus über Geldscheine übertragen?
Es gibt keine Belege dafür, dass das Virus über Geldscheine oder Münzen übertragen wird. Die Bundesbank empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern beim Umgang mit Geld die gleichen Maßnahmen bezüglich Handhygiene wie bei allen anderen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs.

Das Tragen von Handschuhen unserer Kundenberaterinnen und -berater ist eine weitere Maßnahme zur Prävention. Auch wenn Bargeld vordergründig kein Übertragungsmedium ist, empfehlen wir in diesen Tagen das bargeldlose Bezahlen.

Können Sie messen, ob dieser Empfehlung nachgekommen wird?

In den Monaten März und April zahlten unsere Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe jeweils insgesamt rund zwei Millionen Mal mit der Girocard. Zum Vergleich: Im Februar waren es rund 1,9 Millionen bargeldlose Transaktionen. Das ist jetzt kein großer Unterschied, allerdings muss man weitere Faktoren betrachten, um die Zahlen wirklich einordnen zu können.

Bedingt durch die Schließung des Einzelhandels Mitte März konnte ein Konsum außerhalb des Internets nur sehr eingeschränkt, beispielsweise im Lebensmittel- sowie Drogeriebereich, stattfinden. Trotz reduzierter Einsatzmöglichkeiten bleibt das Niveau für bargeldlose Transaktionen weitestgehend konstant. Das spricht für Akzeptanz und Einsatz dieser Bezahlmethode.         

Gab es auf der anderen Seite auch ein spürbares Plus bei Bargeldabhebungen – vergleichbar mit Hamsterkäufen?

Nein, ein solches Verhalten haben wir nicht registriert. Unsere Kunden gehen sehr besonnen mit der Situation um.

Zahlreiche Menschen sind von Kurzarbeit betroffen. Erreichen die Sparkasse viele Anträge auf Stundung von Krediten?

Die Sparkasse Leipzig ist der wichtigste Finanzpartner für Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden in der Region. Wir helfen unseren Kundinnen und Kunden mit Ratenaussetzungen für ihre Darlehen und Verbraucherkredite für bis zu zwölf Monate. Voraussetzung ist, dass ihnen durch die Corona-Pandemie Einnahmen ausfallen. Aktuell liegen uns 1700 Anträge auf Aussetzung von Kreditzahlungen vor.

Auf unserer Internetseite haben wir dafür extra ein Portal eingerichtet, über das mit wenigen Klicks die entsprechenden Informationen übermittelt werden können. Von Unternehmen werden wir zudem unter anderem wegen Förderkrediten der KfW und der Bürgschaftsbank angesprochen. Bis zum Anfang dieser Woche sind in unserem Haus mehr als 300 Anträge auf Fördermittel und Bürgschaftsübernahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 164 Millionen Euro eingegangen.
 


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