Freitag, 29. Mai 2020
Dienstag, 12. Mai 2020

TORGAU

Stadtbibliothek nimmt vielfältiger denn je den Betrieb wieder auf

Genau so wie Bibliotheksleiterin Claudia Eilenberger können ab sofort auch die Besucher wieder in den vielen Büchern, CDs und anderen Medien stöbern. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Die Freude über die Wiedereröffnung ist bei Mitarbeitern und Gästen groß, einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings.

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Zwar lässt es sich durch die große Stoffmaske in ihrem Gesicht kaum erkennen, doch trotzdem merkt man direkt auf den ersten Blick, dass Claudia Eilenberger strahlt. Seit dieser Woche ist die Leiterin der Torgauer Stadtbibliothek zusammen mit ihrem Team wieder im Dienst und freut sich wahnsinnig darüber, die Menschen endlich wieder persönlich mit Lesestoff versorgen zu können. Als kleinen Wermutstropfen gibt es dabei zwar noch so einige Einschränkungen, doch im Großen und Ganzen herrscht nur gute Laune im Barockpalais. Sowohl unter den Mitarbeitern, als auch unter den Gästen.

Um die Mitarbeiter der Bibliothek, wie auch die Gäste, zu schützen, wurde ein Spuckschutz aus Plexiglas an der Ausleih-Theke angebracht.

 

Vielfältige Maßnahmen

„Wir sind wirklich froh, dass wir nun wieder öffnen konnten und auch froh darüber, wie die ersten beiden Tage abgelaufen sind“, erzählt Claudia Eilenberger. Laut ihrer Aussage habe das Team des Bibliothek Sorge gehabt, bei der schon vorher angekündigten Wiedereröffnung überrannt zu werden und  die gebotenen Sicherheitsmaßnahmen nicht einhalten zu können. „Diese Angst war zum Glück unbegründet, da hat uns auch das Wetter am Montag ziemlich in die Hände gespeilt.  Die Leute kamen immer nach und nach und waren auch allesamt sehr vernünftig, was die Maßnahmen angeht.“

Denn davon gibt es, wie in den meisten anderen öffentlichen Einrichtung auch, so einige. Ein Spuckschutz an der Theke, ausreichend Desinfektionsmittel für Kunden und Mitarbeiter, Maskenpflicht sowie eine „Einbahnstraßen-Regelung“, die auch auf den Gängen für den nötigen Abstand sorgen soll. „Das Feedback unserer Nutzer fiel gut aus. Das Verständnis ist da und man ist froh, endlich wieder die Bibliothek betreten und neue Bücher abholen zu können.“
Doch nicht nur das Ausleihen des neuen Lesestoffs wird jetzt nach der mehrwöchigen Schließung von vielen Torgauern nachgeholt, auch die Rückgabe ist für diese ein wichtiges Thema. „Obwohl wir alle Medien bis Ende Mai verlängert haben und dadurch niemand Angst haben muss, in Verzug zu geraten, haben wir wirklich schon viel zurückbekommen. Und das ist auch gut so.“

Denn im Moment kommen die Bücher, sobald sie in der Bibliothek abgegeben werden, nicht direkt ins Regal, sondern müssen erst einmal in „Quarantäne“, sprich in ein abgesondertes Regal. Dort verbleiben sie für insgesamt 72 Stunden, bis sie dann vom Personal gereinigt und wieder zum Ausleihen bereitgestellt werden. „Das ist vom Deutschen Bibliotheksverband so vorgeschrieben und da halten wir uns auch dran.“

Die Besucher müssen ab sofort den Nebeneingang auf der linken Seite benutzen, um mithilfe des Einbahnstraßen-Systems optimal durch die Bibliothek geführt zu werden. Außerdem sind am Eingang noch einmal alle Corona-Sicherheitsmaßnahmen aufgeführt.

 

Größere Auswahl

Auch wenn ein Großteil des Bibliotheks-Teams während der Zeit der Schließung zu Hause in voller Kurzarbeit war, war man hinter den Kulissen nicht ganz untätig. So wurden nicht nur zahlreiche Kleinigkeiten in der Bücherei, wie etwa das Umsortieren des Sortiments und dergleichen, erledigt, auch der Bestand wurde deutlich erhöht. „Wir haben eine Vielzahl neuer Bücher bestellt und auch im Bereich Gaming sind wir nun deutlich breiter aufgestellt. Hatten wir früher nur Wii- und WiiU-Spiele im Angebot, können sich jetzt auch Besitzer einer Xbox One, einer Nintendo Switch und eine PS4 über unseren erweiterten Bestand freuen.“

Und auch die Auswahl in der Onleihe, dem Online-Ausleih-Service der Torgauer Stadtbibliothek, wurde deutlich vergrößert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Menschen auch von zu Hause genügend Lesestoff haben, was auch dadurch noch verstärkt wird, dass dieses Angebot noch bis Ende Mai komplett kostenlos nutzbar ist. „Und das wird auch wirklich gut genutzt, die Zahlen sind stark nach oben gegangen. Wir haben dort ja nicht nur E-Books und Hörbücher im Angebot, sondern auch viele Lehrbücher und dergleichen. Dass passt natürlich mit dem aktuell herrschenden Homeschooling sehr gut zusammen.“

Ein Wermutstropfen

Doch bei all den guten Nachrichten gibt es doch auch noch eine große Einschränkung, die zwar notwendig ist, jedoch gerade bei den Stammgäste für reichlich Unmut sorgen könnte. Denn obwohl  der Ausleihservice ganz „normal“ weiterläuft, ist das Verweilen in der Bibliothek bis auf weiteres komplett gestrichen. „Wir sind kein Ort zum Schmökern mehr“,  fasst Claudia Eilenberger zusammen. Märchenkeller, Lesecafé, Internetplätze, Sitzecken, alles ist abgesperrt und für die Besucher nicht zugänglich Die Zeit, die man sich in der Bibliothek aufhält, soll auf das nötigste reduziert werden.

Jeweils vier Mitarbeiter sind ab sofort zeitgleich in der Bibliothek tätig. Drei an der Theke und einer am Einlass. „Wir haben zum Glück noch Unterstützung eines Bundesfreiwilligendienstlers bekommen, worüber wir sehr dankbar sind. So können wir, trotz anhaltender Kurzarbeit 50, weiterhin für einen reibungslosen Ablauf in der Bibliothek sorgen und die Leute zu unseren normalen Öffnungszeiten mit Büchern und anderen Medien versorgen. Wir freuen uns auf jeden Gast, der uns auch in dieser schwierigen Zeit die Treue hält und uns besuchen kommt.“ 

 

 

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