Mittwoch, 27. Mai 2020
Dienstag, 12. Mai 2020

OSTELBIEN

Kiefer-Probleme nerven!

von unserem Redakteur Christian Wendt

Ostelbien. Eins weiß ich jetzt ganz genau: Schreibtische für Kinder niemals in der Kiefer-Massivholzausfertigung kaufen!

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Nach fünf Wochen Corona-Ferien von der Redaktionsstube habe ich in meiner eigenen Stube nun endlich auch den letzten Filzstiftstrich von der Arbeitsplatte herunterbekommen. Das Zeug nervt genauso wie das Corona-Virus. Nur war ich eben täglich damit direkt konfrontiert. Gelbe Striche, grüne, blaue. Dazwischen noch ein bisschen bunter Glitzerkleber ... Selbst eine Arbeitsauflage vermochte das nicht zu verhindern. Doch Home-Office bedeutet, sich an die neue Situation anzupassen und sich mit dem zufriedenzugeben, was verfügbar ist.

Und der alte Schreibtisch war verfügbar. Auf dem Dachboden unter Tonnen von dem hervorgegraben, was man meint, ganz bestimmt noch irgendwie gebrauchen zu können. Dass ich den alten Schinken noch einmal brauchen würde, hätte ich nicht gedacht. Doch nach zwei Tagen Küchenarbeit – ich meine das Schreiben am Küchentisch – wurde mein Küchenstuhl buchstäblich zu meinem Intimfeind. Das konzentrierte Arbeiten auf dem Möbel, auf dem eigentlich nur zum Essen Platz genommen wird, machte sich im Gesäß und Rücken bemerkbar. Ein Pseudo-Kissen machte die Situation auch nicht besser, sodass ich nach Alternativen suchen musste.

Und da war sie nun: Mit Farbe und unzähligen Einhorn-Aufklebern aufgehübscht sowie in Einzelteilen zerlegt. Natürlich wusste niemand mehr, wo die Schrauben waren. So musste es ein Griff in Opas Schraubenkiste richten. Dickes Lob dabei an meine Familie, die die Operation Arbeitsplatz-Umzug von der Küche in die Stube in die Hand nahm und mich damit überraschte.

Jetzt war im Grunde genommen alles wie an meinem gewohnten Arbeitsplatz. Per Laptop und Telefon ist es relativ einfach, den Kontakt zur Außenwelt zu halten. Um so leichter natürlich, als dass Corona-Virus sehr viele Möglichkeiten bietet, über die Region zu schreiben. Stillstand? Von wegen! Nicht für einen Lokal-Redakteur. Als da wäre beispielsweise die Geschichte mit dem Belgeraner Pfarrer, der mit Musik den Kontakt zu seinen Gemeindemitgliedern aufrecht hält. Doch trotz Corona dreht das Leben in den Kommunen natürlich seine gewohnten Runden. So bot sich natürlich auch die Gelegenheit, über einen aus Audenhain kommenden Deutschen Meister auf dem Gebiet der Taubenzucht oder die Azubi-Zwischenprüfung des Forstbezirks Taura zu schreiben. Nicht zu vergessen der Aufstieg auf den Großtrebener Kirchenturm oder der Goldene Dautzschener Kirchturm. An Geschichten mangelt es definitiv nicht, mitunter vielleicht an der Motivation, sich nach dem Mittag gleich wieder an den Rechner zu setzen. Dafür schaut man im Homeoffice auch schon mal zu später Stunde noch einmal ins E-Mail-Postfach.

Freilich wurde das Telefon in den vergangenen Tagen weitaus häufiger benutzt als vorher. Kommt ja niemand bei mir vorbei und berichtet. Doch allzu große Veränderungen in meinem Arbeitsalltag verspürte ich bislang nicht. Übrigens: Was ich auf jeden Fall bis zum Ende der Corona-Krise noch erledigen muss, ist das restlose Entfernen aller Aufkleberreste auf meinem Schreibtisch. Die rubbeln sich derart schwer ab, dass selbst manche Stadt- und Gemeinderatssitzung leichter zu ertragen ist. Ich befürchte nur, dass mich diese Aufgabe deutlich länger fordert, als es das Corona-Virus kann.     


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