Sonntag, 9. August 2020
Freitag, 15. Mai 2020

MOCKREHNA

In Wildschütz wird jetzt wieder tätowiert

Inhaberin Michelle „Mimi“ Stolley und Tätowierer David sind heilfroh, dass sie wieder ihrer Arbeit nachgehen können. Foto: TZ/Leukhardt

Von unserem Redakteur

Wildschütz. Nachdem es kurz nach der Eröffnung corona-bedingt schließen musste, nimmt das Wildschützer Tattoo-Studio No Name Ink jetzt wieder Fahrt auf.

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Michelle „Mimi“ Stolley ist happy. In ihrem Gesicht, das vor wenigen Wochen vor allem von Sorgenfalten geprägt war, ist nun trotz der weißen Gesichtsmaske große Freude zu sehen. Denn die Inhaberin des Wildschützer Tatoo-Studios „No Name Ink“, das aufgrund der Corona-Pandemie gerade einmal zwei Wochen nach seiner Neueröffnung schließen musste, kann seit Montag vergangener Woche endlich wieder Kunden empfangen.

Große Freude

„Wir sind mega froh, dass es jetzt endlich wieder weitergeht“, berichtet „Mimi“, der ein riesiger Stein vom Herzen gefallen ist, als sie hörte, dass Tattoo-Studios wieder öffnen dürfen. Dadurch, dass sie mit ihrem frisch eröffneten Geschäft in ihrem eigenen Haus in Wildschütz untergekommen ist und dadurch keine Miete bezahlen muss, kratzte die Krise zwar noch nicht an ihrer blanken Existenz, ein finanzielles Desaster war der fast zweimonatige Ausfall dennoch.

Doch daran will die 24-Jährige erstmal nicht mehr denken, sie konzentriert sich lieber auf das, was in den nächsten Tagen und Wochen ansteht. Denn das Terminbuch von „No Name Ink“ ist bis Anfang Juni rappelvoll. „Ich hätte ja eigentlich gedacht, dass die Leute aufgrund von Corona deutlich vorsichtiger sind und wir erstmal nur vereinzelt Termine bekommen. Aber ganz im Gegenteil. Ein Großteil unserer Kunden waren schon ganz heiß drauf, endlich wieder unter die Nadel zu kommen.“ Das sei teilweise sogar so weit gegangen, dass man bei „Mimi“ nach einem illegalen Termin gefragt habe. „Völlig ausgeschlossen“, sagt sie dazu nur entschlossen.

Die große Nachfrage nach Terminen nun direkt nach der Wiederöffnung rührt vor allem von der Tatsache her, dass bei „No Name Ink“ in erster Linie große Tattoo-Projekte realisiert werden, die mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen. „Wir hatten vor der Schließung viele Sachen, angefangen, die nun endlich fortgeführt werden können. Daher wollen die Leute jetzt auch so schnell wie möglich wieder Termine haben.“

Hygiene steht über allem

Doch auch wenn es um die Auftragslage des Wildschützer Tattoo-Studios aktuell mehr als gut steht, hat Inhaberin „Mimi“ den Besucherverkehr auf ein absolutes Minimum reduziert. Beratungsgespräche dürfen nur stattfinden, wenn gerade kein anderer Kunde im Laden ist, außerdem ist momentan nur eine der beiden Tattoo-Stationen in Betrieb. Aus Sicherheitsgründen. Die werden bei „No Name Ink“ großgeschrieben. Sowohl Mimi als auch ihre Tätowierer und deren Kunden müssen die komplette Zeit im Laden Mundschutz tragen, das komplette Interieur wird regelmäßig desinfiziert und einmal am Tag mit einem Dampfreiniger behandelt. „Außerdem arbeiten wir natürlich nur mit Wegwerfprodukten. Aber das ist im Tattoo-Studio normal, hier wird immer großer Wert auf Hygiene gelegt.“

Eine wichtige Maßnahme beim Umgang mit ihren Kunden ist für „Mimi“ auch der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern. Diesen jedoch beim Tätowieren einzuhalten, ist unmöglich. Daher versuchen die Tätowierer, das Corona-Ansteckungsrisiko auf anderem Wege zu minimieren. „Ich versuche, mich so wenig wie möglich mit den Kunden zu unterhalten“, erklärt Tätowierer David. „Das ist zwar ungewohnt, aber notwendig. Außerdem achtet man jetzt noch stärker auf die Hygiene als vorher schon.“ 

Das Corona-Tattoo

Ein echtes Schmankerl erwartet „Mimi“ und ihren Tätowirer David in den kommenden Wochen. Dann steh nämlich ein ganz spezielles Corona-Tattoo auf dem Plan. Eine Flasche des gleichnamigen Bieres, versehen mit Taucherbrille und Atemschutzmaske wollte sich einer ihrer Kunden aufgrund der aktuellen Pandemie auf die Wade stechen lassen. Warum, das weiß „Mimi“ auch nicht so genau. „Er fand es eben cool. Und ich muss sagen, ich finde es eigentlich auch ganz lustig.“

Und so stürzen sich „Mimi“ und ihr Team mit einem Schmunzeln hinter den Masken in die kommenden Wochen. Sie haben Lust, wieder zu arbeiten, als brandneues Studio einen Kundenstamm aufzubauen und ihrer Leidenschaft, den Tattoos, nachzugehen. „Ich bin gespannt, wie es nun weitergeht und freue mich auf die nächste Zeit.“ 

Dieses spezielle "Corona-Tattoo" hat sich ein Gast vom Team von No Name Ink entwerfen lassen und bekommt es demnächst auch gestochen.

 

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