Freitag, 29. Mai 2020
Montag, 18. Mai 2020

TORGAU

Auftragshoch trotz Krisenlage

HIT Holz von oben. Foto: Detlev Schulz

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Auch das Unternehmen HIT Holz ist von der Corona-Krise betroffen. Doch während sich vielerorts die Auftragsbücher leeren, produzierte man dort in den letzten Monaten voll.

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Die Corona-Krise hat der Wirtschaft übel mitgespielt. Vielerorts müssen vor allem kleine Unternehmen um ihre Existenz bangen, sich mit Kurzarbeit retten oder sogar Personal entlassen. Doch auch größere Betriebe sind vor Schäden durch eine Wirtschaftskrise nicht gefeit. Das zeigt sich am Beispiel eines der größten Arbeitgeber der Region, HIT Holz. Auch diese Firma hatte in den letzten beiden Monaten deutliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen, sagt Christian Pospiech, einer der beiden Geschäftsführer, und weiter: „Die Krise ist noch nicht vorbei – auch nicht für HIT Holz.“

Alle ziehen mit

Und trotzdem ist man in dem holzverarbeitenden Unternehmen am Rande Torgaus doch froh, die Corona-Pandemie bislang einigermaßen glimpflich überstanden zu haben. Einen Corona-Fall gab es im Werk bislang noch nicht, auch sind keine Mitarbeiter aufgrund längerer Quarantäne-Maßnahmen ausgefallen. „Wir hatten zwar eine Handvoll Verdachtsfälle die wir sofort getestet haben, aber die haben sich als negativ herausgestellt. Zum Glück.“

Ob dies einfach nur Glück war oder mit den von HIT Holz ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen zusammenhängen, lässt sich nur schwer sagen. Das Unternehmen gibt jedoch, nach Aussage des Geschäftsführers, sein Bestes, um die Angestellten vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen. „Wir haben all unsere Mitarbeiter ausreichend eingewiesen, die Reinigungsfrequenz der Sanitärbereiche erhöht, wir haben zusätzliche Raucherkabinen aufgestellt, um Grüppchenbildung zu vermeiden, haben die Schichtübergaben soweit wie möglich angepasst und vieles mehr. Das hat bisher wirklich gut geklappt, dank all unserer Kollegen. Sie haben teilweise auch persönliche Opfer gebracht.“

Was er damit meint, ist nicht etwa das Tragen einer Maske oder häufigeres Händewaschen, sondern zum Beispiel die Bereitschaft der polnischen Angestellten, aufgrund des von Polen verhängten Ausreisestopps für ein paar Wochen in Deutschland zu bleiben undsomit ihre Familien nicht zu sehen. Aber auch deutsche Mitarbeiter aus der Region hatten Zusatzbelastungen, beispielsweise durch geschlossene Kindergärten. „Wir können wirklich dankbar sein, dass unsere Mitarbeiter unsere Firma so unterstützt haben.“

Kaum Stillstand

Denn auch wenn man vielerorts aktuell von einer regelrechten Wirtschaftskrise spricht, konnte sich HIT Holz, zumindest was die Auftragslage bei dem Hauptprodukt Paletten anbelangt, nicht beschweren. „Die Palette ist entscheidend für die Versorgung des Handels in der momentanen Lage“, bringt es Christian Pospiech dabei auf den Punkt. „Ohne sie kann man keine Dinge liefern und deshalb haben wir in den vergangenen Monaten einen kontinuierlichen Absatz eines unserer Hauptprodukte, der Europalette, erfahren. Das, was die Privatleute mit Klopapier machten, also Hamsterkäufe, machen große Firmen, zum Beispiel in der Lebensmittel- oder Chemiebranche, mit Paletten. Dadurch konnten wir auch in den letzten zwei Krisen-Monaten voll weiterproduzieren.“

Der jüngste Absatz-Boom lässt die Torgauer Firma relativ gestärkt in die kommenden Wochen starten. Kurzarbeit sei deshalb bislang noch keinerlei Thema bei HIT Holz gewesen. Dennoch merkt man mittlerweile bei HIT Holz, dass die Lager der Kunden so langsam voll werden und die Paletten-Nachfrage sinkt. Auch andere Produkte des Torgauer Holzverarbeiters wurden wegen Corona und dem warmen Winter in den letzten Monaten kaum nachgefragt. „Deshalb sind auch wir schon jetzt finanziell stark betroffen, da uns wichtige Gewinne aus den Bereichen Pellets, Briketts und Hobel fehlen.“

Lärmschutz noch Thema

Obwohl die Produktion von HIT Holz trotz der Krise in den vergangenen Wochen teilweise sogar über dem Normalniveau lief, wurden sämtliche Nebenprojekte des Unternehmens zunächst gestoppt, um die Entwicklung der Krise zu beobachten. Eines wurde jedoch direkt wieder aufgenommen: der Umbau der Rundholzplätze, um die Lärmbelastung auf die umliegenden Ortschaften zu minimieren. Damit wurde bereits Anfang des Jahres begonnen. Im Februar besichtigten Mitglieder der Süptitzer Bürgerinitiative sowie mehrere Personen aus Torgaus Stadt- und Dreiheides Gemeindeverwaltung die Firma (TZ berichtete) und gaben zum Fortschritt der Maßnahmen ein positives Feedback ab. „Dieser Umbau ist im Gange, verläuft jedoch aufgrund der Krise verzögert. Eigentlich sollte Rundholzplatz 2 bereits im April komplett erneuert sein, dass wird jetzt wahrscheinlich im Sommer der Fall sein. Dann entscheiden wir auch, ob wir den Platz 1 komplett abschalten. Und nächstes Jahr werden wir dann über Phase 2 entscheiden, die unter anderem die Einhausung des Rundholzplatzes 2 enthält. Das hatten wir eigentlich alles noch in diesem Jahr vor, mussten den Zeitplan jedoch anpassen.“

Wenn die Krise überstanden ist, dann möchte sich die HIT-Geschäftsführung auch wieder um persönliche Termine, sowohl mit der Bürgerinitiative wie auch mit Dreiheides neuer Bürgermeisterin, Karsta Niejaki, kümmern. Bis dahin besteht sowohl mit dem Landratsamt als auch mit den Süptitzer Bürgern Kontakt per E-Mail über die extra eingerichtete Adresse, die in der Vergangenheit auch regelmäßig zur Mitteilung von Lärmspitzen genutzt wurde.

Bewährtes Geschäftsmodell

Bis man seinen Fokus bei HIT Holz jedoch wieder auf solche Projekte lenken kann, dauert es wahrscheinlich noch eine Weile. Bis dahin will man sich vor allem auf das Tagesgeschäft konzentrieren, um die Krise gut zu überstehen und vielleicht sogar gestärkt aus ihr hervorgehen. „Unser Geschäftsmodell hat sich in der Krise bewährt, das HIT-Holz-Team hat gezeigt, dass es schnell auf alle Herausforderungen reagieren kann“, sagt Christian Pospiech dazu. „Die Unterstützung seitens Gesellschafter, Banken und Behörden ist positiv. Unsere Banken haben uns mehrfach signalisiert, dass sie HIT Holz in der Krise unterstützen werden. Wir arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, dass wir diese Krise meistern und die Arbeitsplätze bei HIT Holz sichern werden.“

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