Dienstag, 26. Mai 2020
Mittwoch, 20. Mai 2020

NORDSACHSEN

In Zeiten von Corona…#52

In Zeiten von Corona…Foto: Repro: TZ

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

…nähern wir uns in großen Schritten dem Vatertag. Dank der rechtzeitig verfügten Wiedereröffnung der Gaststätten haben Sachsens Gastronomen die Möglichkeit, diesen Feiertag für sich zu nutzen. Doch das ist nicht ganz ohne. Genauso, wie das Sporttraining in diesen Tagen…

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In Zeiten von Corona…

…nähern wir uns in großen Schritten dem Vatertag. Dank der rechtzeitig verfügten Wiedereröffnung der Gaststätten haben Sachsens Gastronomen die Möglichkeit, diesen Feiertag für sich zu nutzen.

Und ganz ehrlich: Jeder, der mit seinem Rad und entsprechendem Abstand zu den Begleitpersonen am Donnerstag gastronomisch einkehrt, kann dankbar sein, einkehren zu dürfen. Es gibt auch Wirte, denen der Vatertag zu heiß ist. Denn die Auflagen sind nicht von Pappe und bedeuten einigen Aufwand, wie mein Kollege Nick Leuckhardt im Interview von Karl-Friedrich Potzelt erfahren hat.

Ich habe mich gefreut zu lesen, dass sich der „Entenfang“-Wirt von der Krise nicht beeindrucken lässt, sondern unverdrossen weiterkämpft.

Um sportliche Erfolge wollen bald auch Torgaus Vereine wieder kämpfen. Dazu gehört gutes Training. Christian Kluge hat sich Anfang der Woche umgehört, wie es aktuell um die Trainingsmöglichkeiten in Hallen steht.

Mein Respekt gilt den Vereinsfunktionären, die sich für diese Möglichkeit durch Vorschriften wühlen und den Hunger der Behörden nach Hygiene- und anderen Konzepten stillen. Mein Kollege Christian Kluge hat das aufgeschrieben:

Die gute Nachricht zuerst: In vielen Sportarten läuft der Trainingsbetrieb langsam, aber sicher wieder an. Vor allem im Freiluftbereich. Denn nun die schlechte Nachricht: Bei der Nutzung der Sporthallen ist so viel zu beachten, dass hier noch

Sand im Getriebe ist.

Zunächst mal ein Blick auf die Individualsportarten, die es etwas leichter haben. „Wir trainieren seit Donnerstag wieder im Hafenstadion mit den Sportlern der U14, U16 und U18“, berichtet Mario Erdmann, Abteilungsleiter der Leichtathleten vom SSV 1952 Torgau. Am Montag waren dort beispielsweise 27 Nachwuchssportler zwischen 17 und 19 Uhr aktiv.

„Für jeweils fünf Sportler ist bei uns ein Trainer zuständig“, sagt Erdmann. „Jetzt steht vor allem erst einmal Grundlagentraining auf dem Programm. Also Beweglichkeit, Kraft, Koordination oder auch Sprünge. Mit unseren jüngsten Aktiven warten wir mit dem Training noch ab.“

Bevor es für die Jugendlichen wieder losging mit der Leichtathletik, musste die zunächst einen Fragebogen ausfüllen und unterschreiben – und der muss jede Woche erneuert werden.
 

Die U12-Leichtathleten starten am 29. Mai

Wie die Perspektive für die jüngeren SSV-Athleten aussieht, ist auch auf der Homepage des Torgauer Vereins nachzulesen. Dort steht unter anderem: „Die Altersgruppe der U12 wird am Freitag, dem 29. Mai 2020, in das Training einsteigen.

Zunächst kann hier nur freitags trainiert werden, weil der geforderte Schnitt bezüglich Übungsleiter/Sportler (1:5) einzuhalten ist. Alle jüngeren Sportler der U10 und U8/U6 müssen sich leider noch weiter gedulden, da aufgrund der strengen Regeln und Vorgaben ein freudbetontes, spielerisches Training für diese Altersgruppen kaum zu realisieren ist.“

Weiter zu einer anderen Abteilung des SSV 1952 Torgau. „Wir sind noch nicht wieder in unserer Halle, aber alle sind schon ganz heiß darauf, wieder an die Tische zu gehen“, sagt Tischtennis-Abteilungsleiter Thomas Zausch. Schon letzten Donnerstag wurde bei der Stadt ein Konzept eingereicht, wie die Corona-Regeln eingehalten werden können.

Jetzt wird beim SSV das Messband benötigt

Etwas neidisch schauen die Torgauer hinüber zum SV Borsdorf, wo die Zelluloid-Künstler schon seit 18. Mai wieder in ihrer Zweifelder-Sporthalle trainieren können. Thomas Zausch und seine Mitstreiter müssen nun erst einmal mit dem Messband in ihre Sporthalle.

Denn auf der vorletzten der zehn Seiten mit Corona-Regeln, die der Deutsche Tischtennis-Bund seinen Vereinen übermittelt hat, steht unter dem Thema Trainingstische: „Die maximale Zahl der Tische ist abhängig von den behördlichen Vorgaben zur maximalen Personenzahl bezogen auf eine bestimmte Fläche. Innerhalb dieser Vorgaben gelten ca. 5 x 10 Meter pro Tisch als Richtmaß, was ca. 50 qm für zwei Personen entspricht.“ In der Torgauer Halle stehen insgesamt 14 Tische.

Übrigens hat Zausch die Hoffnung auf die Ausrichtung der Kreis-Kinder- und Jugendspiele im Tischtennis noch nicht aufgegeben. Ursprünglicher Termin war Mitte Juni. „Ich hoffe, dass es kurz vor den Sommerferien noch die Möglichkeit der Austragung gibt.“ Mit einer begrenzten Anzahl von Teilnehmern, um die Corona-Vorschriften einhalten zu können. Das wäre dann ja ein weiteres positives Signal in Zeiten, in denen es vor allem die Kinder schwer haben, ihren Lieblingssport zu betreiben.

Und wie ist es nun eigentlich dem SSV-Riesentalent Annabell Raue ergangen. „Sie wird nach Himmelfahrt eine Trainingsstunde bei Zweitliga-Spieler Alexander Flemming in Leipzig haben und eine weitere Ende Mai“, erzählt Zausch.
Zwischenzeile: Die Kegler sind in den Startlöchern

Nun zur Kegelabteilung des SSV 1952 Torgau. Wie ist dort die Lage? „Wir möchten am kommenden Montag wieder mit dem Training beginnen“, erklärt Abteilungsleiter Mario Holike. „Ich erstelle gerade die Richtlinien und Hygieneregeln. Wir haben nur vier Bahnen, der Sicherheitsabstand zwischen den Sportlern ist gegeben.“

Auf acht Seiten hat die Dachorganisation, der Deutsche Kegler- und Bowlingbund (DKB), vorgegeben, wie es jetzt weitergehen soll. Nur ein Kegler pro Bahn, Sportgeräte am besten selbst mitbringen und einiges mehr. Und ganz wichtig: „Es gibt derzeit kein öffentliches Kegeln“, wie Holike betont. Generell ist der Zutritt zu allen Sporthallen und Freiluft-Sportanlagen in allen Sportarten streng geregelt.

Zu den Mannschaftssportarten, die wieder andere Vorschriften und Probleme haben. „Wir trainieren noch immer auf der Freiluftanlage an der Wasserturmsporthalle“, sagt Thomas Richter, Präsident der Torgauer VfB-Handballer. Die Fußballer des Nordsachsenligisten SC Hartenfels Torgau sind schon länger wieder im Trainingseinsatz.

Beide Sportarten haben nun aber ein Problem: Die Umkleiden und Duschen sind aufgrund der Hygienevorschriften dicht. Wer trainieren will, muss in Sportkleidung an- und abreisen. Was das heißt, bekamen erst vor einer Woche die Eilenburger Oberliga-Kicker zu spüren. Sie waren 90 Minuten im Dauerregen zugange und durften dann klitschnass nach Hause fahren.

In Oschatz und Delitzsch sind die Hallentüren noch zu

Die Torgauer Zeitung (TZ) hat inzwischen bei der Stadtverwaltung und dem Landkreis nachgefragt, wie es mit der Nutzung der verschiedenen Sporthallen weitergehen wird. Antwort von Peter Stracke, dem Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit beim Landratsamt Nordsachsen: „Der Landkreis Nordsachsen verwaltet elf Sporthallen. Vorwiegend trainieren dort neben dem allgemeinen Schulsport die Sportarten Basketball, Fußball, Handball und Volleyball sowie Gymnastik, Tanz und Gesundheitssport.“

Und ab wann kann dort unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder trainiert werden? „Möglich ist die Nutzung seit Freitag, dem 15. Mai 2020, gemäß der Allgemeinverfügung Vollzug des Infektionsschutzgesetzes Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie; Anordnung von Hygieneauflagen zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus vom 12. Mai 2020.

Darunter fallen jedoch einige Ausnahmen. So öffnen die Sporthalle des Johann-Walter-Gymnasiums, des BSZ Torgau und des Förderschulzentrums Torgau erst ab 25. Mai ihre Türen. Die Sporthalle und die Turnhalle des BSZ Oschatz sowie die Sporthalle am Gymnasium Delitzsch erlauben die Öffnung aktuell nicht.“

Die Pressestelle der Stadtverwaltung Torgau ließ auf die TZ-Fragen vom Montag verlauten: „Leider können wir Ihre Anfrage nicht in der von Ihnen gewünschten Zeit beantworten. Wir befinden uns aktuell noch in der Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Erst wenn uns von dort eine endgültige Aussage zum Hygienekonzept für die Eröffnung der Sporthalle vorliegt, können wir Ihnen Ihre Fragen beantworten. Bitte haben Sie Verständnis. Wir bemühen uns um eine schnellstmögliche Antwort.“

Der MSC Pflückuff lädt zum freien Training

Für alle Motorsportler bleibt abschließend noch der Hinweis auf die Wiedereröffnung der Motocross-Strecke des MSC Pflückuff vom 21. bis 23. Mai in Neiden. Dann steht die Piste „Am Österreicher“ für interessierte Piloten an drei Tagen zwischen neun und 18 Uhr für ein freies Training bereit. Verbindliche Anmeldungen sind im Vorfeld über die Vereinshomepage möglich und auch nötig. Zuschauer sind nicht zugelassen!

 


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