Montag, 13. Juli 2020
Donnerstag, 28. Mai 2020

NORDSACHSEN

In Zeiten von Corona…#57

In Zeiten von Corona…Foto: Repro: TZ

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

…wurde der Begriff Social Distancing geboren, also das Gebot, Abstand zu halten. Einsame Menschen hat das noch einsamer gemacht. Doch wie geht die Volkssolidarität mit dieser Situation um, schließlich ist ihr Motto: Miteinander füreinander.

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In Zeiten von Corona…

…wurde der Begriff Social Distancing geboren, also das Gebot, Abstand zu halten. Einsame Menschen hat das noch einsamer gemacht. Die Volkssolidarität hat sich mit ihrem Motto Miteinander füreinander eigentlich zur Aufgabe gemacht, Menschen zusammenzubringen.

Was aus diesem Vorsatz geworden ist, habe ich mit dem sehr aktiven Leiter der Torgauer Ortsgruppe Zentrum besprochen. Als ich Peter Deutrich erreichte, kam er gerade von einer Geburtstagsgratulation – natürlich maskiert, natürlich mit Abstand.

Etwas Abstand haben wir auch zu den Jahren 2005 bis 2007. Mein Kollege Nico Wendt lässt sie in seiner Serie über 30 Jahre Berichterstattung in der Heimatzeitung heute Revue passieren – mit einigen Überraschungen.

Unser Sportredakteur Christian Kluge berichtet darüber, unter welchen Bedingungen Torgaus Sportler wieder unters Hallendach dürfen.

Hier das Gespräch mit Peter Deutrich. Der langjährige Stadt- und Kreisrat betreut die Gruppe Zentrum der Volkssolidarität Torgau. Mit ihm sprach die TZ darüber, wie Corona das Miteinander füreinander verändert hat.

TZ: Wie sieht der Alltag einer VS-Gruppe in Zeiten von Corona aus?
 

Peter Deutrich: Wenig überraschend ist er sehr beschränkt. Wir hatten einen wunderbaren Arbeitsplan für das Jahr. Der ist hinüber. Ich nenne ein paar Beispiele. Das jährliche Frühlingsfest im  Brauhaushotel: ersatzlos gestrichen.

Unsere gemeinsamen Fahrten: gestrichen oder sehr vage. Die Gratulationen zu Geburtstagen war in den Seniorenheimen zunächst gar nicht möglich, die Bewohner dort waren richtiggehend kaserniert.

Wie verkraften die Senioren diesen Zustand?

Ich kann nur von denen sprechen, die ich treffe und da erleben ich ganz unterschiedliche Reaktionen. Menschen mit fortgeschrittener Demenz beispielsweise verstehen gar nicht, dass niemand mehr zu ihnen darf. Sie sind wirklich verstört und vereinsamen.

Andere wiederum sehen es gelassener und nur als eine weitere Prüfung in ihrem Leben nach Krieg, beschwerlichem Wiederaufbau und dem Neuanfang in einem anderen Staat nach 1989.
Gut möglich, dass sie deshalb sogar besser damit zurechtkommen, als die jüngere Generation, die mit unbegrenzten Möglichkeiten groß geworden ist.

Für viele alleinstehenden Senioren ist die Gratulation zum Geburtstag ein wichtiger Höhepunkt – fällt das derzeit komplett aus?

Nein. Aber ich habe großes Verständnis für die rigiden Vorkehrungen. Die Heime sind mit den Vorgaben überfordert worden. Inzwischen sind ja einige Lockerungen in Kraft, weitere stehen bevor.

Im Heim der Volkssolidarität ist  man kreativ: Bei Voranmeldung kann gratuliert werden, dann trifft man sich unter Einhaltung aller hygienischen Maßnahmen am offenen Fenster.

Glauben Sie, dass in absehbarer Zeit alles wieder wird, wie vor Corona?

Es wird eine neue Normalität geben, die hoffentlich strukturelle Verbesserungen für die Pflege mit sich bringt. Das Klatschen ist nett, bringt aber nichts, und dass jetzt schon wieder über die Finanzierung der Corona-Prämie für die Pflegekräfte diskutiert wird, finde ich unwürdig. Mein große Sorge ist, dass kommende Verbesserungen zu höheren Kosten für die zu Pflegenden führen – für viele alte Menschen in unserer Region ist aber jetzt schon die Grenze des Leistbaren erreicht.
 


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