Samstag, 28. November 2020
Mittwoch, 3. Juni 2020

DOMMITZSCH

Neuwahlen in Elsnig sind notwendig

Gemeindeamt in Elsnig.

von unserem Redakteur Nico Wendt

Elsnig. Im April diesen Jahres ist der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Elsnig, Karlheinz Herrmann, verstorben. Damit steht die Frage, wer künftig den Chefposten in der Kommune übernimmt.

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Elsnig. Im April diesen Jahres ist der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Elsnig, Karlheinz Herrmann, verstorben. Damit steht die Frage, wer künftig den Chefposten in der Kommune – der aufgrund der geringen Einwohnerzahl ehrenamtlich auszuüben ist – übernimmt. Die Torgauer Zeitung sprach mit dem stellvertretenden Bürgermeister Stefan Schieritz: 

TZ: Herr Schieritz, wie lautet in einem solchen Fall die gesetzliche Regelung?

Stefan Schieritz: Die besagt, dass bei einem Todesfall innerhalb von sechs Monaten Neuwahlen durchzuführen sind. Das Kommunalamt Nordsachsen hat uns auch angeschrieben, die gesetzlichen Hintergründe erläutert und uns gleichzeitig Empfehlungen bezüglich der Termine – die möglich sind – gegeben. 

Welche Empfehlungen gab es vom Kommunalamt? 

Es sind bei Neuwahlen viele Fristen zu beachten, es bedarf umfangreicher Vorbereitungen und die Corona-Krise stellt auch ein gewisses Wagnis dar. Wir haben deshalb gesagt, dass wir den Termin nicht unbedingt im Sommer durchboxen wollen. Auch wegen der Urlaubszeit. Wir orientieren uns bei der Wahl lieber in Richtung Herbst. 

Hat der Gemeinderat schon einen Beschluss gefällt?

Ja, wir haben uns vorige Woche getroffen und alle Weichen gestellt. Die Neuwahl soll am Sonntag, dem 20. September, stattfinden. Ein zweiter Wahlgang wäre am Sonntag, dem 18. Oktober, möglich. Damit kann das gesamte Prozedere jetzt eingeleitet werden, was mit viel bürokratischem Aufwand verbunden ist. Die Stadt Dommitzsch unterstützt uns im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft. Es sind unter anderem eine Wahlkommission zu bilden, Wahlhelfer zu bestimmen, Wahlbenachrichtigungen zu drucken, Wahlbekanntmachungen zu veröffentlichen und und und. 

Bis dahin kümmern Sie sich um die Amtsgeschäfte in der Gemeinde Elsnig?

Ja, ich habe bereits im November – als Bürgermeister Karlheinz Herrmann in den Krankenstand trat – die Arbeit übernommen. Nicht zuletzt durch die Corona-Krise hat die ehrenamtliche Tätigkeit bislang viel Zeit gekostet. Aber damit habe ich gerechnet. Es soll ja weitergehen in der Gemeinde. Beispielsweise steht die Sanierung von Bushaltestellen und Kinderspielplätzen an, Investitionen waren mit dem Gemeinderat festzulegen und ein neuer Haushaltsplan ist auch zu beschließen. Es bedeutet großen Aufwand, macht aber auch viel Spaß, weil mein Herz sehr an der Gemeinde hängt. 

Sie haben als selbstständiger Malermeister auch ein eigenes Unternehmen zu führen. Wie bekommen Sie alles unter einen Hut?

Das klappt schon. Vormittags bin ich fast täglich im Elsniger Gemeindeamt, um den Schriftkram zu erledigen. Der Nachmittag gehört meiner Firma. Ich habe engagierte Gemeinderäte hinter mir, mit denen es eine sehr gute Zusammenarbeit gibt, und ich bekomme große Unterstützung durch die Verwaltungsgemeinschaft Dommitzsch. Auch Gemeindemitarbeiterin Regina  Borkenhagen macht einen super Job. In der Corona-Krise fanden tägliche Gespräche mit der Kita statt. Wir haben eine Wehrleitergruppe gebildet, in der wir gerade gemeinsame Übungen für alle Ortsteile diskutieren und Mängel an Straßen sind auch zu beseitigen. Zudem ist der Breitbandausbau ein wichtiges Thema. 

Werden Sie als Bürgermeister-Kandidat zur Wahl antreten?

Ich werde meine Entscheidung später bekanntgeben, will dem nicht vorgreifen. Es wird auf jeden Fall eine Nominierungsveranstaltung geben. 

Müssen die Einwohner der Gemeinde Elsnig damit rechnen, dass es mit der Eigenständigkeit vorbei ist, falls sich doch niemand für das Ehrenamt findet?

Ich gehe fest davon aus, dass es am 20. September mehrere Bewerber geben wird. Die Eingemeindung von Elsnig in eine andere Kommune ist derzeit überhaupt kein Thema. Die Gemeinderäte zeigen auch mit ihrem Engagement, dass man gewillt ist, alle Aufgaben und Herausforderungen weiterhin zu lösen. Dabei wird auch viel Wert auf Transparenz gelegt. 

 


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