Samstag, 4. Juli 2020
Dienstag, 9. Juni 2020

DREIHEIDE

Eine spezielle Verbindung zum Süptitzer Denkmal

Dieses Bild des Denkmals auf den Süptitzer Höhen hält Karl-Heinz Henkel in Ehren. Für ihn hat das Bauwerk eine ganz persönliche Bedeutung. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Süptitz. Karl-Heinz Henkel ist nicht nur hobbymäßiger Ahnenforscher, sondern auch direkter Nachfahre von Süptitz erstem Denkmalwächter. Zusammen mit der TZ blickte er 150 Jahre in die Vergangenheit.

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Ein Bandprobenraum, eine Upcycling-Werkstatt, eine Aufenthaltsgelegenheit für Kinder und Jugendliche – die Pläne des Vereins „Teichminze“ für das Denkmalwächterhäuschen sind groß. In den kommenden Monaten und Jahren soll das alte Gebäude auf den Süptitzer Höhen wieder auf Vordermann gebracht werden, um eine Anlaufstelle für die Jugend des Dorfes zu werden. Interessiert begleitet werden die Anstrengungen der „Teichminzen“ dabei nicht nur von der Torgauer Zeitung. Auch Karl-Heinz Henkel, seines Zeichens ehemaliger Tischler-Meister aus Süptitz, freut sich darüber, dass in die alten Räum-
lichkeiten endlich wieder Leben einzieht. Denn der 72-Jährige hat eine ganz besondere Beziehung zu dem kleinen Häuschen neben dem Denkmal.

Der erste Wächter

160 Jahre ist es her, dass das Denkmal 1860 in Gedenken an die Schlacht auf den Süptitzer Höhen  errichtet wurde. Und vor genau so langer Zeit trat auch Karl-August Henkel dort seinen Dienst an. „Mein Urgroßvater war der erste Wächter des Ziethenschen Denkmals“, erzählt Karl-Heinz Henkel stolz. 27 Jahre lang lebte und arbeitete der Vorfahr des 72-jährigen Rentners auf den Süptitzer Höhen, bis er aufgrund seiner Familie wegzog.

Über die genauen Hintergründe der Arbeit seines Vorfahren auf den Süptitzer Höhen kann Karl-Heinz Henkel heute nur spekulieren. Einige Dinge, wie etwa den Dienstantritt oder die Dauer seiner Arbeit, kann er zwar mithilfe historischer Dokumente belegen, die Beweggründe seines Ahnen sind für seinen Urenkel heute jedoch reine Vermutungen. Das wichtigste Dokument bei der Recherche ist für ihn dabei ein 119 Jahre alter Trauschein seines Urgroßvaters Karl-August, in dem zahlreiche Informationen zu seiner Person vermerkt sind. Dass er Invalide war zum Beispiel. „Da er bereits mit 12 angefangen hat, das Tischler-Handwerk zu lernen, vermute ich, dass er sich dabei verletzt hat und nicht mehr arbeiten konnte. Um jedoch trotzdem weiter Geld zu verdienen, übernahm er den Posten auf den Süptitzer Höhen.“

Zu große Familie

Zu diesem Zeitpunkt war Karl-August gerade einmal 15 Jahre alt. Neun Jahre später legte er dann mit seiner Heirat den Grundstein für seine Familie, die ihn später auch zur Aufgabe seiner Arbeit als Denkmalwächter brachte.
„Die Familie wurde einfach zu groß“, erklärt Urenkel Karl-Heinz Henkel rückblickend. Insgesamt sechs Kinder, drei Söhne und drei Töchter, hatte Karl-August in die Welt gesetzt, zu viel für das kleine Denkmalwächterhäuschen. „Mein Großvater, Karl Friedrich Wilhelm, kam 1875 noch auf den Süptitzer Höhen zur Welt und lebte dort auch 13 Jahre. Am 22. März 1887 zog die Familie Henkel dann aber in die Bergstraße.“ Und von dort aus vergrößerte sich die Familie immer weiter und ist auch heute noch in Süptitz verwurzelt.

Stammbaum mit 600 Zweigen

Der große Wissensschatz über die Vergangenheit seines Urgroßvaters ist bei Karl-Heinz Henkel keine Einzelheit. Nachdem der ehemalige Süptitzer Tischler seinen selbstständigen Meisterbetrieb aufgab, beschäftigte er sich sehr intensiv mit dem Thema Ahnenforschung. Im Laufe der Jahre tauchte er immer tiefer in die Vergangenheit seiner Familie ein und baute seinen Stammbaum immer weiter aus. Mittlerweile umfasst dieser über 600 Einträge, die der Rentner alle fein säuberlich in ein Computerprogramm einträgt und archiviert. „Wenn man alt ist, dann will man wissen, wo man herkommt“, erklärt Henkel seine Leidenschaft. Bis ins 17. Jahrhundert reichen seine Recherchen, ein Stammbaum seiner direkten Vorfahren ziert auch die Wand seines Arbeitszimmers.

Bei dessen Erstellung setzt er nicht nur auf historische Dokumente, die er sich im Laufe der Jahre beschafft hat, sondern auch auf zahlreiche Gespräche mit näheren und auch entfernteren Verwandten. So ist jeder Zweig, um den sein Stammbaum wächst, eine neue spannende Geschichte, die er nach und nach erkundet. Und auch wenn er diese bereits zuhauf aufgedeckt hat, bleibt seine Verbindung zum Süptitzer Denkmal und die damit verbundene persönliche Historie doch eine ganz besondere.


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