Montag, 13. Juli 2020
Mittwoch, 10. Juni 2020

NORDSACHSEN

Positives Fazit nach den Abschlussprüfungen in der Region

Überall in der Region wurden in den letzten Wochen Abschlussprüfungen geschrieben. So auch am Johann-Walter-Gymnasium. Foto: TZ/Archiv (Leukhardt)

Von unseren Redakteuren

Nordsachsen. Zum größten Teil sind die Abschlussprüfungen an den Schulen der Region gelaufen. Wie das in Zeiten von Corona geklappt hat und ob die Schüler besser oder schlechter als sonst abschnitten, erfuhr die TZ von den Schulleitern sowie dem Schulamt.

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Final durchatmen können zwar weder die Lehrer noch die Schüler der Abschlussklassen in der Region noch nicht, ein paar mündliche Prüfungen stehen noch aus, doch der größte Teil ist an den Oberschulen und Gymnasien bereits geschafft. Die Durchführung war dabei alles andere als einfach. Nicht nur die vielen Wochen im Home-Schooling, die die Vorbereitung auf die Prüfungen erschwerten, stellten alle beteiligten vor Herausforderungen, auch das Schreiben der Prüfungen selbst, unter Corona-Bedingungen, bot so manchen Fallstrick. Wie die Schulen in der Region mit den Abschluss-Prüfungen in Zeiten von Corona umgingen und wie sich die Schüler schlugen, verrieten die einzelnen Schulleiter der TZ.

 

An der Oberschule Nordwest (NW) waren die Schüler gut auf ihre Prüfungen vorbereitet. Das bestätigte die Schulleiterin Evelin Noack. So habe die Konzentration auf die prüfungsrelevanten Fächer den Unterrichtsausfall durch die Schulschließung ausreichend kompensieren können. „Auch für uns Lehrer bot sich die Gelegenheit, wesentlich intensiver auf unsere Prüflinge eingehen zu können, als es sonst der Fall war“, blickt Evelin Noak zurück. So hätten die Lehrer die Aufgaben auch nach Hause gebracht, wenn LernSax mal nicht funktionierte. „Sie haben sich wirklich die größte Mühe gegeben“, wertet Noak. Weiterhin seien die meisten Schüler sehr dankbar gewesen für die Prüfungsvorbereitung, so Noak weiter.

Die Prüfungen selbst liefen wie folgt ab: Für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch waren nur die zu prüfenden Schüler im Haus. So konnte das gesamte Gebäude genutzt werden. Mit maximal sieben Schülern pro Raum war das Einhalten der Abstandsregeln kein Problem. Die Prüfungen Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik erfolgten in den Fachkabinetten. Damit stand zumindest ein Teil der Schulgebäude auch für den normalen Unterricht zur Verfügung. „Die Naturwissenschaften prüften wir im B-Trakt in den entsprechenden Laboren“, erläutert Evelin Noak. Dies habe drei Tage in Anspruch genommen.

Der Personaleinsatz war höher als sonst. Mindestens 50 Prozent aller Lehrer waren in die Aufsicht eingebunden. Schließlich seien mehr Prüfungsräume sowie auch Flure und Toiletteneingänge zu besetzen gewesen. „Von insgesamt 73 Prüflingen fiel nur einer wegen Krankheit aus“, sagt die Schulleiterin.

Wie die Ergebnisse ausgefallen sind, konnte Evelin Noak noch nicht sagen. „Momentan wird alles noch bewertet“ erläutert sie. Außerdem gäbe es Vorgaben vom Landesamt für Schule und Bildung, die solcherlei Aussagen nicht gestatten.

 

Auch an der Katharina-von-Bora-Oberschule waren die Schüler gut auf ihre Prüfungen vorbereitet. Genau wie in Nordwest läge es hier ebenso an der Konzentration auf die prüfungsrelevanten Fächer. „Dies wog den Unterrichtsausfall in diesen Fächern auf“, sagt Schulleiterin Heide Suk.

Das grundsätzliche Muster bei den Prüfungsabläufen unterschied sich nicht zu Nordwest: Ein Schulgebäude exklusiv für die Abschlussklassen während der Prüfungen in Deutsch, Mathematik und Englisch, maximal fünf Schüler pro Raum für das Einhalten der Abstandsregeln und Prüfung der Naturwissenschaften Chemie und Physik in den Fachkabinetten. Eine Ausnahme bildete das Fach Biologie.„Dafür haben sich in diesem Jahr sehr viele Schüler entschieden“,  sagt Heide Suk. Folglich habe man auch in diesem Fach nur die Prüflinge im Haus gehabt und sei auf andere Räume als nur das Biologie-Labor ausgewichen. Bei den anderen beiden MINT-Fächern konnte jeweils eine andere Klassenstufe wieder im  Schulgebäude unterrichtet werden.

Im Großen und Ganzen liefen die Prüfungen äußerst geschmeidig, lediglich vor den Englisch-Prüfungen kam man ins Rotieren. „Wir brauchten auf einmal 16 Abspielgeräte für die Hörtexte“, erläutert die Schulleiterin. Während man den Mehrbedarf an CDs im Ministerium einfach nachbestellte, seien für die Wiedergabe auch private CD-Player zum Einsatz gekommen.

Insgesamt seien die Prüfungsbedingungen dieses Jahr sogar besser gewesen als bisher – die Klingel wurde abgestellt und es tobten keine anderen Kinder in den Gängen und auf dem Hof herum. „So hatten unsere Prüflinge deutlich mehr Ruhe als in den Jahren davor“, macht Heide Suk klar. Auch sei eine gute Belüftung mit offenen Fenstern möglich gewesen, weil der Lärm vom Hof entfiel. „Ich wünsche mir, wir könnten die Prüfungen immer so abhalten“ blickt Heide Suk voraus.

 

Die Vorbereitungen waren auch am Förderzentrum an der Promenade wesentlich intensiver. So konnten die individuelle Betreuung und Einzelgespräche zwischen den Lehrern und den Schülern während der normalen Schulzeit erfolgen. Hierfür verhielten sich die meisten Schüler äußerst diszipliniert und beachteten die Hygieneregeln. „Lediglich einer musste sich zu Hause vorbereiten, da er sich nicht an die Regeln hielt“, sagt Conny Majatschek, Schulleiterin am Förderzentrum.

Bei den Abschlussarbeiten an sich habe es fast keine Einschränkungen gegeben. „Das lief alles wie immer“, schätzt Conny Majatschek die diesjährigen Abschlussarbeiten ein. Lediglich für die Deutsch-Prüfung sei man in die Aula ausgewichen, um den nötigen Abstand zwischen den Schülern zu wahren.

Ansonsten ähnle die lebenspraktisch orientierte komplexe Leistung einer Diplomarbeit: Sie wird selbstständig zu Hause erarbeitet und danach im Einzelgespräch verteidigt. „Klar, dabei sind die Maßstäbe nicht so hoch wie beim Studium, aber der Schüler muss eine Selbstständigkeitserklärung abgeben und auch Quellen angeben“, ordnet die Schulleiterin ein. So gebe es eben auch Bewertungskriterien, denen die Arbeit des Schülers unterworfen wird. „Einige sind regelrecht über sich hinaus gewachsen“, lobt sie die abgelieferten Ergebnisse. Dies sei so im Vorfeld nicht zu erwarten gewesen. Sonst unauffällige Schüler seien unterschätzt worden und überraschten in der Prüfung mit Spitzenleistungen.

 

Am Torgauer Johann-Walter-Gymnasium steckt man im Moment mitten in der Zweitkorrektur der schriftlichen Abiturprüfungen. Diese wird, im Gegensatz zu den „normalen“ Vorjahren, ebenfalls direkt im JWG anstatt an anderen Schule durchgeführt. Corona bedingt. Das sei zwar im Grunde kein Problem, erklärt Schulleiter Peter Nowack, sorge nur in bestimmten Fällen dafür, dass Lehrer in Kursen korrigieren müssten, in denen sie in diesem Jahr gar nicht unterrichtet hätten. Dafür hätten die Lehrer aber allesamt Verständnis und stellten sich dieser Aufgabe gewissenhaft.

Verständnis hatte auch ein Großteil der Schüler dafür, dass die Prüfungen, genauso wie die Vorbereitungen dafür, etwas anders abliefen als gewohnt. Lediglich im Fach Mathematik habe es leichten Unmut gegeben. „Da haben unsere Schüler sowohl im Leistungs- als auch im Grundkurs ein bisschen gestöhnt. Sie hatten das Gefühl, dass die Prüfung ein Niveau hatte, für das zu wenig Zeit eingeplant war.“ Diese Einschätzung wird zwar auch von Schulleiter Peter Nowack geteilt, er ist jedoch grundsätzlich froh über die Steigerung des Niveau. „Auf einem ähnlichen Level waren wir vor zehn Jahren schon einmal. Das gefällt mir gut.“

Abgesehen von diesem „Gestöhne“ über die Matheprüfung, wie Peter Nowack es bezeichnete, seien die Abiturprüfungen reibungslos abgelaufen. Lediglich zwei von knapp 80 Schülern hatten einen Nachtermin für eine schriftliche Prüfung in Anspruch genommen, alle anderen waren pünktlich angetreten. „Ich bin froh darüber, dass wir Abi geschrieben und uns nicht auf irgendeine Notvariante geeinigt haben“, zieht der Schulleiter sein Fazit.

 

„Wir haben uns richtig gefreut über den diesjährigen Abschlussjahrgang“, sagt Sylvia Brandt freudestrahlend. Die stellvertretende Schulleiterin des Beruflichen Gymnasiums am BSZ Torgau ist nicht nur froh, dass die Prüfungsphase nun schon seit anderthalb Wochen abgeschlossen ist, sondern auch, dass die Schüler sie so gut durchgestanden haben. „Alle haben sich für den Ersttermin entschieden, alle haben die mündlichen Prüfungen direkt wahrgenommen, niemand fühlte sich benachteiligt und es hat sich auch keiner krankgemeldet.“

Und auch was den Schnitt angeht, habe man sich trotz Corona nicht merklich verschlechtert. Genaue Noten wollte man zwar noch nicht verraten, es sei jedoch „wie eh und je“. Und um das zu feiern, wird bereits jetzt die feierliche Zeugnisübergabe geplant. Diese findet am 8. Juli, soweit es die Hygieneregeln erlauben, im Beruflichen Schulzentrum selbst statt.

 

Trotz Corona und den damit einhergehenden Auflagen und Hygiene-Regeln bereitete die organisatorische Vorbereitung und Umsetzung der Prüfungen an der Oberschule in Beilrode keine Probleme, wie Schulleiterin Silke Dartsch der Torgauer Zeitung bestätigte. Alle Schüler waren anwesend. Und die brauchten sich nicht zu sorgen, denn trotz Stundenausfälle seit März waren alle Prüfungsinhalte im Unterricht behandelt worden. Die Prüfungsanforderungen blieben gleich im Vergleich zu den letzten Jahren, laute die Einschätzung der Fachlehrer. Silke Dartsch: „Die Schüler fühlten sich gut vorbereitet. Die Noten werden dann am 15. Juni verkündet.“

 

Erleichterung gestern Nachmittag bei Rosemarie Krieglsteiner, der Leiterin der Oberschule in Mockrehna, als es in den Feierabend ging. Hinter ihr, dem Lehrerkollegium und den Zehnern lag der letzte (mündliche) Teil der Englischprüfung, die bereits am Freitag bei den Hauptschülern ihren Anfang nahm. In der kommenden Woche bekommen die Schüler dann sämtliche schriftlichen Prüfungsergebnisse mitgeteilt.

Die sich anschließenden mündlichen Tests beginnen am 23. Juni und enden am 9. Juli. In Mockrehna sah Krieglsteiner die Schüler trotz Corona bestens auf die Prüfungen vorbereitet. Grundlage dafür sei die im Zuge der Hygienemaßnahmen eingeführte Kleingruppenregelung, die ein intensives Lernen begünstigt habe. Sämtliche in den Prüfungen abgefragten Themengebiete seien während des Unterrichts ausführlich behandelt worden. Wegen der guten Vorbereitung habe man den Schülern schon im Vorfeld vielfach Ängste nehmen können, die wegen der Corona-Pandemie erwuchsen. Die bisher an den Tag gelegten Prüfungungsleistungen lassen darauf schließen, dass die Endergebnisse trotz aller Corona-Widrigkeiten nicht hinter denen der Vorjahre zurückfallen werden.

 

„Komplikationsfreier als erwartet“, so bezeichnet Roman Schulz vom Landesamt für Schule und Bildung den Ablauf der diesjährigen Prüfungen. Es habe keine Auffälligkeiten oder gar große Beschwerdewellen gegeben, lediglich über eine zu schwere Matheprüfung sei der eine oder andere Hinweis eingegangen.

Mit Noten unterfüttern kann Schulz sein Fazit der diesjährigen Prüfungsphase zwar noch nicht, man sei jedoch trotzdem froh, wie reibungslos diese 2020 abgelaufen ist. „Die Prüfungsklassen waren die ersten, die aus dem Lockdown zurückgekommen sind und dementsprechend gab es natürlich die Angst vor Infektionen, sowohl in der Schüler- als auch der Lehrerschaft. Keiner von uns hatte wirklich Erfahrungen mit einer solchen Situation und trotzdem wurde sie gut gemeistert. Dafür kann man  allen Beteiligten nur danken.“

 

Übrigens: Noch fernab irgendeiner Abschlussprüfung blickt man angesichts der beiden fünften Klassen in der Evangelischen Oberschule Belgern-Schildau zufrieden auf das erstes Jahr zurück. „Die Zusammenarbeit mit den Eltern lief sehr gut, sodass viele kleine und große Projekte im Schulhaus und auf dem Gelände angegangen werden konnten“, sagte Schulleiter Dr. Michael Glaubitz. Die moderne technische Ausstattung der Schule und die Tatsache, dass jeder Schüler ein eigenes iPad zur Verfügung habe, stellte sich als glücklicher Umstand im Umgang mit dem Corona-Lockdown heraus. „Auf diese Weise gelang es, alle Schüler mit Aufgaben, Anrufen und Live-Streams (eigener Youtube-Kanal, Anm. d. Red.) zu erreichen und Lernfortschritte sicherzustellen. Die Stimmung bei Lehrern, Schülern und Eltern gleiche nach wie vor einer frohen Aufbruchstimmung. 

 

Von Nick Leukhardt, Christian Wendt, Nico Wendt und Thomas Keil

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