Donnerstag, 24. September 2020
Freitag, 12. Juni 2020

OSTELBIEN

"Es ist damit zu rechnen, dass noch viel mehr Eigenheimbauer zu uns kommen"

Bürgermeister René Vetter und Gemeinde-Mitarbeiterin Laura Riedel beraten über aktuelle Fördermittelanträge für die Feuerwehr. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Trotz Corona-Krise hat sich in den letzten Monaten in der Gemeinde Beilrode viel getan. TZ sprach mit Bürgermeister René Vetter über aktuelle Großprojekte, weitere Investitionen, in Aussicht stehende Fördermittel und erschwerte Arbeitsbedingungen. 

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TZ sprach mit Bürgermeister René Vetter über aktuelle Großprojekte, weitere Investitionen, in Aussicht stehende Fördermittel und erschwerte Arbeitsbedingungen. 

TZ: Gleich vorweg: Ist nach der Corona-Pandemie mittlerweile wieder Alltag in der Behörde eingekehrt? 

R. Vetter: In der Gemeindeverwaltung und beim Zweckverband herrscht wieder Normalität, um die notwendigen Aufgaben erledigen zu können. Wir sind auch noch dabei, viel liegengebliebenes abzuarbeiten – sei es Fördermittelanträge oder Ausschreibungen. Ich hoffe, dass ab Sommer auch in den Schulen und Kitas wieder der gewohnte Ablauf herrscht – denn hier läuft noch der eingeschränkte Regelbetrieb. In diesem Zusammenhang nochmal ein großes Dankeschön an alle Erzieher, Lehrer und Eltern für das Engagement, Verständnis und für die gute Zusammenarbeit. 

Waren die Gemeinde-Mitarbeiter auch im Homeoffice? 

Wir hatten, wie auch alle anderen Verwaltungen, ein Schichtsystem mit wöchentlichem Wechsel eingeführt, dieses dann aber bereits am 20. April wieder aufgegeben. Für die Gemeindeverwaltung gilt nun ein Hygienieplan. Das heißt, das Betreten für Einwohner und Besucher ist nur mit Mund-Nase-Schutz möglich, 1,5-Meter- Abstände sind einzuhalten und es steht Desinfektionsmittel bereit. Auch die Turnhallen und kommunalen Einrichtungen sind unter diesen Auflagen seit 8. Juni wieder geöffnet. 

Park & Ride ist derzeit das größte Bauvorhaben: Wie ist der Stand? 

Wir liegen sehr gut im Zeitplan und wollen Anfang Juli fertig sein. Es wird dann auch eine kleine offizielle Einweihung geben, wobei das Datum noch offen ist. Park & Ride ist nicht nur das größte, sondern auch das aktuell bedeutendste Projekt für Ostelbien – sorgt es doch für eine strukturelle Verbesserung mit der S-Bahn, die im stündlichen Takt hier hält. Hier gibt es dann auch den Anschluss ab August an den ÖPNV-Linienverkehr. Zudem hat auch die überregionale Verbindung Torgau bis Herzberg an dieser Stelle einen Haltepunkt.  

 Lässt sich der erwähnte Takt der S-Bahn noch enger gestalten? 

Es gab Gespräche dazu. Das ist leider nicht möglich. Dafür wurde die Fahrzeit bei den RE-Verbindungen verbessert. In planmäßig 42 Minuten ist man von hier auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Das schafft man mit dem Auto nicht. 

Wie sieht es mit dem Bahnhofsgebäude aus? 

Das ist der zweite Schritt. Mit einem Planungsbüro und potenziellen Nutzern wurde gerade ein Nutzungskonzept mit räumlicher Aufteilung erstellt. Der Denkmalschutz hat eine Stellungnahme abgegeben. Zusammen mit einer Grobkostenschätzung können wir nun bei den Fördermittelgebern anklopfen. Glücklich sind wir besonders, dass wir als Preisträger über den Mitmach-Fonds Sachsen 30 000 Euro für weitere Planungen erhalten haben. Dieses Geld hilft sehr.  

Wer möchte den Bahnhof nutzen? Wir wollen die Räume für eine Bäckerei, für den Polizeiposten sowie als Wartebereich für den ÖPNV mit Toiletten vorhalten. Weiterhin sollen im Erdgeschoss ein Versammlungsraum und im oberen Geschoss Büroräume entstehen. 

Die Penny-Schließung ist in Beilrode Dorfgespräch. Was können Sie dazu sagen? 

Wir haben von Penny die Information erhalten, dass der Markt leider am 30. Juni schließen wird. Daraufhin habe ich mich an die Verantwortlichen der Rewe-Gruppe gewandt und in Erfahrung gebracht, dass man versucht, einen Nachfolger zu etablieren. Die Rede ist von WREESMANN. Das ist ein Nahversorgungs-Discounter, der Waren aus dem unterschiedlichsten Alltagsbereich anbietet. 

Die Gemeinde wollte zwei zusätzliche Klassenräume inklusive Sanitäranlagen im Grundschul-Backsteingebäude schaffen. Wie ist hier die Situation? 

Wir haben im Mai eine Entkernung im Dachgeschoss als ersten Bauabschnitt durchgeführt und dabei festgestellt, dass Dachbalken ausgetauscht werden müssen. Dazu sind Angebote einzuholen. Die Ausschreibung ist in Bearbeitung und erfolgt zusammen mit der Vergabe der Fluchttreppe als zweiter Bauabschnitt. 

Der Eigenheimstandort am Sportplatz ist auch ein wichtiges Projekt der Gemeinde? 

Ja, die Erschließung läuft. Der Plan wurde nochmalig öffentlich ausgelegt und bekannt gemacht. Sofern keine neuen Hinweise kommen, die abzuwägen sind, können wir in einer der nächsten Ratssitzungen den Satzungsbeschluss vornehmen. Damit bestünde für die Gemeinde die Möglichkeit, die sechs Grundstücke an Interessenten zu verkaufen. Der Gehwegbau ist dann für 2021 geplant.

 Es gibt aber auch noch einen zweiten Eigenheimstandort in der Straße Zur Falkenstruth, der gerade vorbereitet wird! 

Das Planungsbüro hatte dazu im Februar im Gemeinderat informiert. Jetzt erfolgt die öffentliche Auslegung und Bekanntmachung und man muss abwarten, welche Hinweise oder Bedenken kommen. Ein privater Investor möchte auf 27 500 Quadratmetern 30 Parzellen erschließen. Ich rechne fest damit, dass die Nachfrage an Bauplätzen im ostelbischen Raum weiter steigen wird, da die Infrastruktur mit S-Bahn-Anschluss, Ärzten, Schulen, Kitas, Verkaufsstellen etc. einfach stimmt. 

Nicht zu vergessen schnelles Internet. Was macht der Breitband-Ausbau? 

Wir haben von der Telekom das Versprechen, regelmäßig über den Baustand informiert zu werden. Demnach sind ab Juli größere Bauaktivitäten zu erwarten. Unter anderem ist ein Hauptkabel von Prettin entlang der Staatsstraße bis in die Region zu ziehen. Die Zusage besteht, die Arbeiten bis Jahresende in Ostelbien abzuschließen. Allerdings heißt das nach Informationen der Telekom leider nicht, dass dann sofort Tarife zu buchen sind.

Auf jeden Fall wird der Moment in der Bevölkerung herbei gesehnt und die Freude ist groß! 

Das stimmt. Freuen können wir uns  auch über 250 000 Euro aus dem Digitalpakt für das Schulzentrum Beilrode mit Grundschule und Oberschule. Im ersten Schritt erfolgt die elektrotechnische Ertüchtigung beider Einrichtungen als Grundvoraussetzung, die Technik später anschließen zu können. Neue Kabel sind zu ziehen und zahlreiche Steck- und Datendosen einzubauen. Im zweiten Schritt wollen wir die neue Technik dann anschaffen.  

Welche Neuigkeiten gibt es in den Ortsteilen? 

Wir wollen bei der nächsten Ratssitzung die Erneuerung der Freifläche Parkbühne Zwethau vergeben. Ebenfalls ist in diesem Jahr der Abriss des alten Konsums in Döbrichau geplant. Wir hoffen auf Fördermittel für den Neubau des neu geplanten öffentlichen Spielplatzes in Kreischau. Außerdem erfolgt demnächst die Vergabe der Erneuerung des Bolzplatzes in der Kinderoase und die Vergabe der Planungsleistungen für die Sanierung der Jahnstraße Beilrode. Im zweiten Halbjahr freuen sich die Kameraden der Feuerwehren Beilrode, Dautzschen und Döbrichau sicherlich auch auf die feierliche Übergabe der drei Mannschaftstransportwagen.

 


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