Mittwoch, 5. August 2020
Dienstag, 16. Juni 2020

TORGAU

Kein ruhiger Sommer im Torgauer Strandbad

Eine der von der Stadtverwaltung ergriffenen Maßnahmen: Ein Bauzaun rund um die ehemalige Gaststätte im Strandbad. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Über die TZ verschafft sich eine Nachbarin des Strandbads Gehört – und prangert dabei „erschreckende“ Zustände an. Und auch die Torgauer Stadtverwaltung äußert sich zu den Vorgängen am Großen Teich.

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Lärmbelästigung, Vandalismus, Verunreinigung und Pöbeleien. All das erlebt Tamara V. (Name auf Wunsch von der Redaktion geändert) im Sommer  fast täglich. Die Torgauerin hat in der Nähe des Großen Teichs einen Kleingarten und ist dementsprechend oft auch im Strandbad unterwegs oder bekommt von ihrem Garten aus mit, was sich dort tut. Und dies sei, berichtet sie, regelrecht erschreckend.

Jedes Wochenende Feiern

„Am Wochenende wird hier eigentlich fast immer gefeiert, aber manchmal auch unter der Woche“, erzählt die Torgauerin, die das Geschehen schon lange von ihrem Kleingarten aus verfolgt. Gegen die Feste sei  eigentlich auch nichts einzuwenden, schließlich ist es ein öffentliches Gelände und „wir waren ja alle mal jung“, nur an der Art und Weise der Feierlichkeiten stört sie sich. „Der Pegel und die Pöbeleien, wenn man mal etwas sagt, sind ein sehr großes Problem.“ Die Polizei sei zwar dort regelmäßig im Einsatz und löse die Privat-Partys oft auf, eine nachhaltige Wirkung habe dies jedoch nicht.

Mit ihrer Meinung ist Tamara V. nicht allein. Über die Zustände im Strandbad erreichen die TZ immer wieder Meldungen, teils von Anwohnern, teils von Bürgern, die das Strandbad nur manchmal besuchen. „Selbst die Leute, die mit dem Fahrrad an meinem Garten vorbeikommen, haben teilweise keine Lust mehr, ins Strandbad zu gehen.“ Seit drei Jahren sei dieses Problem nun wirklich akut; die Schließung des Geländes über Nacht habe nur bedingt Abhilfe geschaffen. Man würde einfach weiterziehen und an anderer Stelle weiterfeiern.

Verlagerung, keine Lösung

Diese Erfahrung hat in der Vergangenheit auch CDU-Stadtrat Konrad Theobald gemacht, wie er in der jüngsten Sitzung des Gremiums mitteilte. Er sprach dabei von Horden an Jugendlichen, die den Strandbadweg in Richtung des Fußballplatzes entlangzögen, um dort ungestört weiterzufeiern. „Ich freue mich zwar, dass das Strandbad zu den Schließzeiten auch wirklich geschlossen wird, wenn sich das Problem dadurch jedoch nur verlagert, müssten wir mal prüfen, was wir da machen können.“

Oberbürgermeisterin Romina Barth versicherte Theobald in der Sitzung, das Anliegen an den Leiter des Polizeireviers, Peter Labitzke, weiterzuleiten. Gegen die Umgangsformen und Trinkgewohnheiten der Menschen könne man jedoch schlecht einwirken.

Ab 23 Uhr ist zu

Bewusst sei man sich bei der Stadtverwaltung des nach wie vor anhaltenden Problems im Strandbad jedoch durchaus. Das wurde auf Nachfrage der TZ auch noch einmal explizit betont. Es seien bereits vermehrt Bürger mit der Bitte an die Stadt herangetreten, die Standbad-Ordnung zeitlich zu verändern. „Seitdem wird das Gelände um 23 Uhr durch den Sicherheitsdienst verschlossen, der sich im Vorfeld natürlich davon überzeugt, dass sich niemand mehr unbefugt innerhalb des Areals aufhält.“

Ein genauer Vergleich zur Anzahl der Vorkommnisse lässt sich aufgrund von Corona und der damit verbundenen Schließung des Strandbades über mehrere Wochen zwar nicht anstellen;wie die Stadtverwaltung jedoch mitteilte, seien die Vorfälle nicht weniger geworden. „Tatsächlich sind seit Christi Himmelfahrt verstärkt Zerstörungen zu verzeichnen gewesen“, heißt es weiter. „Diese gipfelten in dem starken Vandalismus in der ehemaligen Gaststätte am Wochenende 5. bis 7. Juni.“

Darauf wurde nun auch prompt reagiert. Die Bestreifung des Strandbad-Areals durch den Sicherheitsdienst wurde laut Angaben der Stadtverwaltung verstärkt, zudem hat die Stadt einen Bauzaun um die ehemalige Gaststätte errichten lassen. Doch ebenso wie Konrad Theobald weiß man auch bei der Stadtverwaltung, dass sich durch das Verschließen des Geländes um 23 Uhr das Problem in das umliegende Wohngebiet verlagere. „Die Stadtverwaltung ist deshalb mit dem Revierleiter intensiv im Kontakt, um nicht nur präventiv tätig zu sein. Die Stadtverwaltung hat um Aufstockung der Polizeikräfte vor allem in den Nachtstunden von Freitag bis Sonntag gebeten.“

Seit letzter Woche ist das Schild für das „Durchfahrtsverbot für Kfz und Motorräder“ am Eingang des Strandbads angebracht.

 

Präventive Arbeit

Mit dem Vorschlag, einen Streetworker zum Strandbad zu schicken, um dort präventive Arbeit zu leisten anstatt die Jugendlichen stets zu verjagen, wollte Linke-Stadtrat Michael Bagusat-Sehrt in der vergangenen Sitzung  vor allem längerfristig für eine Lösung sorgen. Und auch bei der Stadt ist man sich bewusst, dass das Problem nicht nur mit schärferen Kontrollen, sondern auch mit präventiven Maßnahmen gelöst werden kann. Dazu heißt es: „Um langfristig für Abhilfe und eine Besserung der aktuellen Situation zu sorgen, sind inzwischen Gespräche mit einigen der Jugendlichen erfolgt. Zum Teil wurden diese auch zu den entsprechend notwendigen Aufräumarbeiten mit herangezogen.“

Welche der bereits angelaufenen und für die nahe Zukunft geplanten Maßnahmen jedoch tatsächlich Früchte tragen und wann die Nachbarn in den Sommermonaten wieder ihre Ruhe am Wochenende genießen können, steht noch in den Sternen. Das Thema „Strandbad“ ist jedoch nach wie vor nicht vergessen und scheint seit Jahr und Tag auch einen festen Platz auf der Agenda der Stadtverwaltung zu haben. 

 

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