Samstag, 4. Juli 2020
Dienstag, 16. Juni 2020

BELGERN-SCHILDAU

Staffelmahd am Fuße der Rolandfiguren?

Die Nachbildung des Rolands aus Nordhausen hat auch schon bessere Tage gesehen. Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern. Der Pflegeaufwand soll sinken, das Antlitz verbessert werden: Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz will die Stadt Belgern-Schildau den Rolandpark behutsam umkrempeln.

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Erste Ideen dazu präsentierten Nicole Sieck und Ulrike Voigt vor wenigen Tagen in der Stadthalle Belgern.

 

Schlechte Nachrichten

 

Im Sommer 2005 der Öffentlichkeit unter tosendem Beifall übergeben, ist der Rolandpark mittlerweile nicht nur wegen der wühlenden Wildschweine zu einem Garanten für schlechte Nachrichten geworden. Den einst durch die Künstler Christine Gersch und Torsten Freche geschaffenen stolzen Brüdern der Original-Rolande hat die Zeit übel mitgespielt. Farbe blättert ab, Schwerter sind teilweise deformiert – für 15-jährige „Teenager“ alles andere als altersgerecht. Hinzu kommen weitreichende Grünflächen, die gepflegt werden wollen, ein mittlerweile stark verwachsener Irrgarten und Spielgeräte, deren schlechter Zustand durch Stadtrat Hans-Jürgen Hientzsch (DIE LINKE) zuletzt angemahnt wurde. „Der Park ist in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt worden“, sagte Hientzsch, ohne dabei direkt auf die ehemalige Bürgermeisterin Eike Petzold zu sprechen zu kommen.

Viele Probleme, wenig Geld. Genau hier setzen die Vorstellungen des Landschaftspflegeverbands an, zumindest die Kosten für die Pflegemaßnahmen in den Griff zu bekommen. Der Park werde dabei zu einem Ersatzlebensraum für Insekten, betonte Ulrike Voigt. Das Zauberwort heiße demnach naturnahe Wiesenpflege. Klingt gut, muss aber erst mal in die Köpfe der Belgeraner rein. „Wir müssen es schaffen, für die Ideen die Öffentlichkeit zu sensibilisieren“, sagte Nicole Sieck.

 

Naturnah

 

Doch was heißt eigentlich naturnahe Wiesenpflege? Der Landschaftspflegeverband schlägt vor, das Spektrum an Blühpflanzen deutlich zu erhöhen. Bereits 2016 hatte man hier in Zusammenarbeit mit der Grundschule eine Schmetterlingswiese angelegt. Kleinere Flächen sollten möglichst mit der Sense gemäht werden. Stichwort Heu- und Grünfutternutzung. In diesem Punkt haben nach Angabe des Verbands drei Hobbylandwirte ihre Unterstützung zugesagt, die sogenannte Staffelmahd zu übernehmen, um Insekten beispielsweise auch ausreichend Überwinterungsmöglichkeiten zu bieten.

Die Schaffung weiterer Brut- und Nistmöglichkeiten im Park sowie verstärkte Umweltbildungsangebote wurden ebenso angerissen. Damit der blütenträchtige Wildwuchs nicht Überhand nimmt, soll lediglich entlang der Parkwege auf einer Breite von zwei Metern und rund um die Rolande das Grün nach wie vor kurzgehalten werden. Einen finanziellen Zuschuss erhofft man sich durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“.

Der vom Schildauer Eberhard Bussenius angelegte Irrgarten dürfte indes keine Zukunft mehr haben. Fehlendes regelmäßiges Verschneiden führte dazu, dass sich der Irrgarten mittlerweile in einer „selbstständigen Umwandlung“ (Ulrike Voigt) befindet. Dazu bereite die Trockenheit den Gehölzen enorme Probleme. Radikaler Vorschlag des Landschaftspflegeverbands: Den Irrgarten Irrgarten sein lassen und zu einer Ruheinsel für Vögel werden zu lassen.

Ein Fragezeichen steht derweil hinter der Nutzung des Beachvolleyballplatzes. Dieser wird mehr und mehr zu einem Trockenrasen. Hier müsse eine Entscheidung getroffen werden, ob eine Nutzung der Anlage überhaupt noch in Betracht gezogen werde, hieß es.

 

Zu kurz gesprungen?

 

Keine Rolle spielten bei der Präsentation die Pläne, im Rolandpark für Skater eine Halfpipe wieder aufzubauen beziehungsweise auch der Jugend eine BMX-Strecke anzubieten. Darauf verwies CDU-Stadtrat Peter Stracke, nachdem sich eine Elterninitiative dafür starkgemacht hatte. Noch nicht einmal der Standort für die Halfpipe stehe derzeit fest. Stracke vermisste vor diesem Hintergrund eine ganzheitliche Betrachtung des Rolandparks durch den Landschaftspflegeverband. Lediglich auf den Blühwiesenansatz zu setzen sei seiner Meinung nach zu kurz gesprungen. „Wir müssen wissen, wohin wir mit dem Park wollen“, sagte Stracke.

B90/Grüne-Vertreterin Dr. Sibylle Harsch stellte den Wunsch der Jugend zur Diskussion, die Halfpipe direkt unter dem als „BH“ bekannten Zeltdach aufzubauen, um diese besser vor Witterungseinflüssen zu schützen. Bei Veranstaltungen könne die Bahn dann sogar weggeräumt werden.

Linke-Stadtrat Hans-Jürgen Hientzsch vermisste bei der Präsentation des Landschaftspflegeverbands einen Blick auf die Wildschweinproblematik im Park. Auch wünsche er sich von der Bundesstraße aus einen behindertengerechten Zugang zum Areal.

 


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